Das Alter ist oft schon kompliziert genug: Die Kraft lässt nach, das eine oder andere Zipperlein stellt sich ein, soziale Kontakte brechen weg. Da sollte wenigstens genug Geld im Haus sein, um sich nicht auch noch um den Lebensunterhalt Sorgen machen zu müssen. Doch rund 7150 Frankfurterinnen und Frankfurter im Alter von 65 Jahren und älter sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen, teilte das Sozialdezernat auf Anfrage mit. Insgesamt leben rund 110 000 über 65-Jährige in Frankfurt.
Die Altersarmut, so Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), wird weiter zunehmen: Wegen der demografischen Entwicklung werden die Rentenansprüche im Vergleich zu heute geringer ausfallen. Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlte Jobs führen dazu, dass weniger in die Rentenkasse eingezahlt wird und die private Altersvorsorge zu kurz kommt.
Menschen mit Migrationshintergrund und Frauen sind besonders von Altersarmut betroffen. Fast 40 Prozent derjenigen, die in Frankfurt eine Grundsicherung beziehen, weil die eigene Rente nicht reicht, haben keinen deutschen Pass. Diese Zahl sei umso erschreckender, als der Anteil der Migranten in der Altersgruppe der über 65-Jährigen nur bei 13 Prozent liegt, erklärte Birkenfeld. Inzwischen gibt es im Jugend- und Sozialamt ehrenamtliche muttersprachliche Rentenberater.
Frauen nehmen der Familie zuliebe oft Einschränkungen beim beruflichen Werdegang in Kauf. Zwar sei es heutzutage selbstverständlich, dass Frauen einen Beruf erlernen, doch dann machten sie Kinderpause oder arbeiteten in Teilzeit – mit dem Ergebnis, dass ihre Rentenansprüche geringer ausfielen als die ihrer Männer.
Ein Lebensmodell, das nur dann funktioniert, wenn das Ehepaar zusammenbleibt. Bei einer Scheidung zieht die Frau den Kürzeren.
Von den Nachkriegsjahren abgesehen, sei die Altersarmut noch nie so groß gewesen, meinte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Frankfurt und der Region, Harald Fiedler. Er geht davon aus, dass sie noch wachsen wird. 25 Prozent der Beschäftigten seien derzeit im sogenannten Niedriglohnsektor tätig. Der Niedriglohn, der die Grenze zur Armut markiert, liegt derzeit bei 1890 Euro im Monat. Ohne gesetzlichen Mindestlohn, so Fiedler, werde die Altersarmut sogar „rapide steigen“. (ft.)
Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."
Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.
Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.
Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.
Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.
Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.
Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.
Frankfurt unter Peter Feldmann - ein Oberbürgermeister sucht seinen eigenen Stil. Das Spezial.