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05. November 2011

FR-Altenhilfe: Muntere Krücken

Griesheimer Seniorinnen treffen sich jeden Donnerstagnachmittag im Nachbarschaftszentrum Ahornstraße - sie alle leben von Grundsicherung oder ALG II.

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Der Name ist eigentlich irreführend: Die Seniorinnengruppe „Müde Krücken Ahornstraße“ ist putzmunter. Für den Namen ist Roswitha Schmidt verantwortlich. Zu einem Basteltreffen nach einem Unfall erschien sie im Rollstuhl, mit zwei Krücken im Gepäck. Da ihr Humor zum Glück nicht gelitten hatte, sagte sie prompt: „Ganz einfach, wir sind die müden Krücken.“

Jeden Donnerstag um 14 Uhr treffen sich die sechs, die inzwischen längst zu Freundinnen geworden sind, im Nachbarschaftszentrum Ahornstraße. Es wird gemeinsam zu Mittag gegessen und geklönt. Aber auch ernste Themen kommen zur Sprache. Die Frauen leben mit der Grundsicherungsrente oder beziehen Arbeitslosengeld II und können sich demnach wenig leisten. Ein neues Kleid oder ein Kurzurlaub würden große Löcher in die Haushaltskasse reißen. Trotzdem wirft jede bei den Treffen ein oder zwei Euro in die Spardose. Das reicht für die Zutaten für das wöchentliche Gruppen-Mittagessen, die die Frauen gemeinsam einkaufen.

Einmal im Jahr klappt es für die Frauen dank der FR-Altenhilfe dann doch mit dem Urlaub. 2006 ging es in den Schwarzwald; für die meisten in der Gruppe war es das erste Mal, dass sie sich außerhalb ihrer Siedlung bewegten. Und 2007 bezuschusste die FR-Altenhilfe eine Fahrt an den Spitzingsee; dort genossen die Seniorinnen Blasmusik, Bauerntheater und ein Knödelfest. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Bad Soden-Salmünster. Mit einer Postkarte sandten sie herzliche Urlaubsgrüße an die Altenhilfe: „Salzgrotte und Therme sind sehr schön. Und morgen geht es noch zum Straßenfest!“

Außer gemeinsamen Urlauben unternehmen die „Krücken“ auch andere Ausflüge oder gehen gemeinsam spazieren. Die Seniorinnen waren sogar schon mal zu Gast in der HR-Sendung Service Trend Familie im Maintower. Aber auch ohne besondere Angebote kommen die Frauen Woche für Woche gern ins Nachbarschaftszentrum Ahornstraße.

„Mittlerweile ist die Gruppe zum Selbstläufer geworden“, sagt Gallus-Ombudsmann Ulrich Feibig. Zwischen den Treffen telefonieren die Frauen miteinander, tauschen sich auch über Probleme aus. Der 80-jährigen Anneliese Maurer fällt das morgendliche Aufstehen normalerweise nicht leicht. „Aber donnerstags geht das ganz schnell, weil ich mich auf die Gruppe freue.“ (juf.)

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