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20. Januar 2011

FR-Interview mit Caritas-Personalern: „Viele sind nicht vermittelbar“

Stephan Griebel-Beutin, Ulrich Schäferbarthold (von links)Foto: Andreas Arnold

Ulrich Schäferbarthold und Stephan Griebel-Beutin von der Caritas über den Sinn von Ein-Euro-Jobs, Gerechtigkeit und warum Menschen arbeiten gehen, wenn sie trotzdem von Hartz-IV leben müssen.

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Ulrich Schäferbarthold und Stephan Griebel-Beutin von der Caritas über den Sinn von Ein-Euro-Jobs, Gerechtigkeit und warum Menschen arbeiten gehen, wenn sie trotzdem von Hartz-IV leben müssen.

Herr Schäferbarthold, Herr Griebel-Beutin, die Bundesregierung hat die Mittel für die Förderung von Langzeitarbeitslosen um ein Drittel gekürzt. Was sind die Folgen?

Für die Beschäftigungspolitik ist das ein harter Einschnitt. Vom Jobcenter sind wir frühzeitig informiert worden und haben Vorkehrungen getroffen. Für die betroffenen Langzeitarbeitslosen ist es eine Katastrophe.

Wenn die Caritas sagt, das sei eine Katastrophe, vermisse ich den öffentlichen Protest der Beschäftigungsträger.

Wir haben unseren Protest auf vielfältige Weise kundgetan, nicht nur als Caritas Frankfurt, sondern auch als Caritas Deutschland und zusammen mit anderen Beschäftigungsträgern darauf hingewiesen, dass Menschen aus dem Integrationsprozess ausgegrenzt werden, die multiple Vermittlungshemmnisse haben.

Was sind das für Vermittlungshemmnisse?

Lange Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Probleme, Schulden, Sprachschwierigkeiten – Menschen, die den eigentlichen Sockel der Langzeitarbeitslosen bilden, die ganz schwer integrierbar sind.

Nun wurde ja immer wieder gesagt, die Ein-Euro-Jobs tragen nicht viel zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt bei. Und es gibt die viel zitierte Kritik vom Bundesrechnungshof, dass viele Ein-Euro-Jobs nicht „zusätzlich“ sind, wie es der Gesetzgeber vorgesehen hat. Was sind die Erfahrungen mit den Ein-Euro-Jobs?

Die öffentlich geförderte Beschäftigung ist notwendig, weil der erste Arbeitsmarkt für viele Menschen mit multiplen Vermittlungsproblemen nicht zur Verfügung steht.

Heißt das, dass es auf Dauer einen zweiten, subventionierten Arbeitsmarkt geben sollte?

Ganz dringend brauchen wir auf Dauer einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt. Wir haben einen hohen Prozentsatz an Menschen, die nicht mehr in ein normales Arbeitsverhältnis zu integrieren sind.

Heißt das, dass das Ziel, jemanden mit hohen Vermittlungshemmnissen in den ersten Arbeitsmarkt integrieren zu wollen, bei vielen Menschen unrealistisch ist?

Zumindest sehr schwierig.

Die Wirtschaft brummt. Die Arbeitgeber jammern, dass es keine Fachkräfte mehr gibt. Ist der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt einfacher geworden?

Der Aufschwung ist bei den Langzeitarbeitslosen im Arbeitslosengeld II-Bezug noch nicht spürbar angekommen. Die Arbeitslosenzahlen sind zwar auch hier gesunken – tatsächlich ist die Zahl der Menschen, die von den Grundsicherungsleistungen der Jobcenter abhängig sind, in den letzten Jahren stetig gestiegen.

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