André Lodama ist mit Abstand der jüngste Besucher am FR-Stand in Hausen gewesen. Der 19-Jährige hatte nur ein Anliegen: Die Jugend. Für sie gebe es nicht genug Sportangebote im Stadtteil. Dabei verlangt Lodama nicht viel: „Wir brauchen nur einen Bolzplatz, auf dem wir spontan Fußball spielen und uns austoben können, ohne Mitglied in einem Fußballverein zu sein.“
André Lodama selbst hat allerdings genug Gelegenheit zum Kicken: Er ist beim Fußballverein Hausen aktiv, außerdem spielt er für die Jugendnationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo – allerdings ohne je in Afrika gewesen zu sein. Geboren wurde Lodama in Fulda, seit 1997 lebt er aber in Frankfurt-Hausen. Neun Geschwister hat er, allerdings sind viele schon aus dem Haus. Lodama wohnt zusammen mit seiner Mutter, zwei Brüdern und einem Cousin.
Im Kopf war ich zu sehr mit Sport beschäftigt
Schon als Kind hat er begonnen, im FV Hausen zu spielen. Als er die D-Jugend erreichte, ging er zu Rot-Weiß Frankfurt. Es folgten Probetrainings bei Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt. Schließlich kam er zum FSV Mainz 05. „Dort hat man sich sehr um mich bemüht und mir einen Internatsplatz gegeben“, sagt Lodama. „Aber in Mainz hatte ich Probleme , weil ich die Schule nicht mit dem Fußball verbinden konnte. Im Kopf war ich zu sehr mit Sport beschäftigt.“
Lodama kehrte wieder zurück nach Frankfurt, wo er beim FSV anfing. Dann kam eine neue Entwicklung: Die Demokratische Republik Kongo wollte ihn als Junioren-Nationalspieler haben. „Ich war überglücklich“, sagt Lodama. „Ich hatte nicht gewusst, dass die mich schon bei Mainz beobachtet hatten.“ Aber das Engagement führte ihn nicht nach Afrika, sondern nach Belgien. Weil sich der kongolesische Fußballverband nicht leisten kann, seine Juniorspieler einzufliegen, gibt es zwei Mannschaften: Eine in Afrika und eine in Europa. André Lodama spielte also zunächst in Belgien.
Noch immer will er Profifußballer werden
Während der Mittelfeldspieler für sein Land schon einige Länderspiele absolviert hat, klappt es mit seiner Karriere in Deutschland nicht so recht. „Es war ein großer Fehler, aus Mainz wegzugehen“, sagt er. „Ich hätte mich durch die Schule kämpfen sollen.“ Lodama fühlt sich im hartumkämpften Fußballer-Markt auf sich allein gestellt. „Ich habe mit den falschen Leuten gesprochen, die mir viele Versprechungen für meine Karriere gemacht haben.“ Zwischendrin spielte er in Darmstadt und in Bad Vilbel, nun ist er wieder beim FV Hausen.
Trotzdem hat Lodama noch Ambitionen: Noch immer will er Profifußballer werden und Abitur machen. Falls es im Sport nicht klappt, will er Entwicklungshilfe leisten. „Ich interessiere mich sehr für Politik“, sagt er. „Irgendwann will ich in den Kongo zurück und politisch aktiv werden. Ich liebe mein Land. Die Menschen dort brauchen Leute mit Ideen, und die das Land nach vorne bringen.“
Seinen politischen Anfang macht André Lodama bald im Ortsbeirat: Dort will er sein Anliegen für einen Bolzplatz vortragen.

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