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01. Januar 2015

Fragida: Fröhlicher Protest gegen Fragida

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Mit ordentlich Farbe für eine bunte und offene Gesellschaft demonstrieren: Anti-Fragida-Demo am Willy-Brandt-Platz.  Foto: peter-juelich.com

An einer Silvester-Demonstration gegen den lokalen Pegida-Ableger Fragida nehmen nur wenige Menschen teil. Fragida ist bislang nur im Internet aktiv, verzeichnet auf Facebook allerdings bereits knapp 2800 „Likes“.

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Etwa 90 Menschen haben nach Schätzungen der Polizei die Silvesternacht dazu genutzt, um tanzend und friedlich feiernd gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren. Gegen 22 Uhr versammelten sich die Teilnehmer der Demonstration zunächst am Willy-Brandt-Platz, um Plakate und Banner zu bemalen und ausgelassen zu elektronischer Musik zu tanzen, die von auf einem Laster montierten Boxen dröhnte. Gegen 1 Uhr setzte sich die Demo unter dem Motto „Nein zu Rassismus und Fragida“ dann in Richtung Innenstadt in Bewegung. Der Zug endete nahe der Honsellbrücke.

Hintergrund für die kurzfristig von Aktivisten aus dem Umfeld der Blockupy-Bewegung anberaumte Demonstration ist der verstärkte Zuspruch, den die islamfeindliche Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) in den vergangenen Dezemberwochen erfahren hat. Zudem sollte dezidiert gegen den kürzlich gegründeten Pegida-Ableger Fragida („Frankfurt gegen ...“) demonstriert werden. Fragida ist bislang nur im Internet aktiv, verzeichnet auf Facebook allerdings bereits knapp 2800 „Likes“.

„Immer mehr Menschen schließen sich Pegida an und schüren fremdenfeindliche Stimmung – wir finden, dass die Gesellschaft da gegensteuern und Ängste abbauen muss“, sagte Ulrich, einer der Mitorganisatoren, zu Beginn der Demonstration der Frankfurter Rundschau. Weiter sagte er, mit der Tanzdemo wolle man „im neuen Jahr ein buntes Zeichen für eine vielfältige Gesellschaft setzen“. Über das Jahr verteilt sind weitere Aktionen und Demonstrationen gegen Fremdenhass in Frankfurt geplant. Die Silvester-Demonstration bildete den Auftakt.

Zahlreiche Demo-Teilnehmer schienen sich allerdings nicht darüber im Klaren zu sein, weshalb sie eigentlich tanzten – trotz der am Wagen befestigten Plakate mit Aufschriften wie „Farbe bekennen gegen Rassismus“ und „Das Land, das seine Haken und Kreuze vergaß“. Viele Passanten blieben im Lauf des Abends am Rande der Tanzenden stehen und einige Besucher der abends in der Oper aufgeführten Operette „Die Csárdásfürstin“ schauten dem ausgelassenen Treiben interessiert zu – nur wenige konnten sich jedoch zum Mitmachen begeistern.

Veranstalter sind zufrieden

„Wir hatten nur ein paar Tage, um für die Demo zu mobilisieren“, erklärt sich Mitorganisator Ulrich die geringe Teilnehmerzahl. Für die nächste Anti-Fragida- und -Pegida-Demos werde man mehr Vorlauf einplanen.

Gezielt zum Willy-Brandt-Platz gekommen, um für eine offene Gesellschaft zu demonstrieren, waren indes die Frankfurterinnen Gabi und Claudia. Verärgert zeigten sie sich über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die in ihrer Neujahrsansprache vor wenigen Tagen kritische Worte gegen Pegida gefunden hatte. „Asylgesetze verschärfen wollen und gleichzeitig gegen Pegida sein – wie passt das zusammen?“, fragte eine der beiden Frauen.

Dass Fragida in den kommenden Wochen und Monaten auch jenseits des Internets Zulauf erfahren könnte, glauben die beiden Demo-Teilnehmerinnen nicht: „Nazis und Rassisten haben in Frankfurt zum Glück einen schweren Stand – dafür gibt es zu viele vernünftige Leute hier“.

Schon vor Neujahrsbeginn verschwand die Tanzdemo schließlich zeitweise in einem Nebel aus bunten Wolken, denn die Organisatoren hatten gegen Spenden mit sogenannter Holi-Farbe gefüllte Beutel verteilt, um dem Motto der Demonstration auch optisch Nachdruck zu verleihen. Das mit dem bunten Pulver – mit Lebensmittelfarbe eingefärbte Maisstärke – eingenommene Geld soll an den Verein Playground gespendet werden, der präventive und integrative Kinder- und Jugendsozialarbeit im Stadtteil Frankfurter Berg leistet.

Mitorganisator Ulrich ist trotz geringer Teilnehmerzahl und ebenso geringem Spendenaufkommen – einen Betrag wollte er nicht nennen – mit dem Verlauf der Demo zufrieden: Schließlich habe man „auch Leuten die Möglichkeit zum Feiern gegeben, die sich einen Clubbesuch nicht leisten können“.

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