Die FR macht mobil: Einmal pro Woche besucht die Lokalredaktion einen Stadtteil, um mit Bürgern zu diskutieren. Kommen Sie an unseren Stand und sagen Sie uns, was Sie schon immer über den Stadtteil sagen wollten. Wir nehmen Ihre Themen auf und haken nach.
Nächste Station ist Niederursel. Dort wird die Frankfurter Rundschau am
Mittwoch, 15. August, von 15 bis 17 Uhr mit einem Stand vor dem Café Mutz, Alt-Niederursel 27, zugegen sein. Die Seite zum Stadtteil finden Sie bereits am Dienstag, 14. August, im Blatt.
Wer nicht kommen kann, erreicht uns telefonisch unter den Nummern 2199 - 3466 und -3367 oder per E-Mail. Die Email-Adresse lautet: stadtteile@fr.de
Die Bockenheimer hatten schon viel Ärger mit dem Immobilienunternehmer Heinrich Gaumer. Seit Jahren schwelen die Konflikte um das ehemalige Kaufhofgebäude und die Bauruine im Hinterhof in der Leipziger Straße 32-36. Am „FR-vor- Ort-Stand“ am Dienstag war nun wieder eine Liegenschaft Gaumers das große Thema.
Diesmal berichteten Anwohner und Ortsbeiräte von besorgniserregenden Zuständen in der Leipziger Straße 68. Dort habe der Eigentümer seit einigen Monaten um die 50 Menschen im Hinterhaus und in vorher ungenutzten Schuppen untergebracht. Die Gebäude seien vollkommen überbelegt, der Hinterhof verdreckt und chaotisch.
Die Anwohner des Vorderhauses und der umliegenden Gebäude in der Leipziger- und der Juliusstraße litten massiv unter dem Lärm, den die vielen Menschen verursachten. Unter den Bewohnern sind auch Kinder. Eine Frau, die in der Leipziger Straße 70 wohnt, berichtet, ihre langjährigen Nachbarn seien mittlerweile weggezogen, „weil sie es nicht mehr ausgehalten haben“.
Vor wenigen Tagen hatten Anwohner sich in einem offenen Brief samt Unterschriftenliste an Behörden und Presse über die Verhältnisse beschwert. Darin hieß es, sie hätten sich bereits an die Polizei, ans Ordnungsamt und an die Bauaufsicht gewandt – passiert sei jedoch nichts.
Viele Bewohner wollten am FR-Stand allgemein über die Wohnsituation im Stadtteil sprechen. So kamen mehrere Bewohner, deren Vermieter die Lagenzuschläge im Mietspiegel 2010 genutzt hatten, um stark die Miete zu erhöhen. So erzählte etwa Ingrid Hancock, die in einer ehemaligen Sozialwohnung der GWH in der Großen Seestraße wohnt, dass ihre Miete um 80 Euro erhöht worden sei.
Waltraud Vollmer wiederum hat nach einem Eigentümerwechsel des Altbaus auf der Leipziger Straße, den sie bewohnt, eine Mieterhöhung von 20 Prozent bekommen. Damit verbunden war der Hinweis des Vermieters, er wolle die Miete bis zur „ortsüblichen Vergleichsmiete“ weiter erhöhen.
Was auf sie zukommt, sieht Vollmer an zwei Wohnungen, deren Vormieter auszogen – die Mieten wurden auf einen Schlag um das Doppelte erhöht. Die 100 Quadratmeter kosten nun kalt etwa 1400 Euro. Die Rentnerin wohnt noch dort, aber sie weiß nicht, wie lange sie noch durchhält.
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