Die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Maredo ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und Nötigung eingeleitet.
Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hielten Maredo-Mitarbeiter die 34 Beschäftigten, mehrheitlich Migranten, in der Filiale in der Fressgass fest und zwangen sie, von sich aus zu kündigen. Maredo bestreitet das.
Freiwillig gekündigt?
Wie der Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft sagte, ist jetzt die Polizei mit umfangreichen Vernehmungen beauftragt worden, um den Sachverhalt zu klären. Die Ermittlungen hätten begonnen.
14 gekündigte Beschäftigte haben Maredo angezeigt. Das Unternehmen gibt zu, selbst 16 Kündigungen ausgesprochen zu haben, 13 weitere Mitarbeiter hätten „von selbst gekündigt“.
Der Grund seien regelmäßige Diebstähle insbesondere von Lebensmitteln, aber auch anderem Firmenbesitz, in der Filiale gewesen. Die NGG bestreitet die Diebstähle. Für die „sofortige Wiedereinstellung“ der gekündigten Maredo-Mitarbeiter kämpft ein Solidaritätskomitee.
Am vergangenen Samstag verteilten Sympathisanten vor den beiden Frankfurter Maredo-Filialen in der Fressgass und an der Hauptwache Flugblätter. Am kommenden Samstag, 11. Februar, soll die nächste Aktion vor den beiden Zweigstellen folgen.
Neue Mitarbeiter schlechter bezahlt
Dem Komitee gehört auch Volkhard Mosler an, der Mitglied des Kreisvorstands der Linken in Frankfurt ist. Er sagte der FR am Mittwochnachmittag, dass ein erster Prozess beim Arbeitsgericht Frankfurt, bei dem es um die Kündigungen ging, auf den 8. Mai vertagt worden sei.
Maredo habe die gekündigten Mitarbeiter in der Fressgass durch neue ersetzt, die allerdings schlechter bezahlt würden. Zu den Gekündigten habe auch der dreiköpfige Betriebsrat in der Filiale gehört. So seien langjährige und gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte „ausgeschaltet“ worden.
Maredo räumt ein, die Mitarbeiter in der Filiale Große Bockenheimer Straße 24 durch Videokameras und verdeckte Ermittler überwacht zu haben. Die NGG erklärt, Maredo habe die festgesetzten Mitarbeiter am 26. November sogar genötigt, ihre Handys abzugeben, damit sie nicht mehr telefonieren konnten. Das bestreitet das Unternehmen.

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