Elke Winckler wirkt zufrieden. „Die Sache ist wohl soweit gegessen“, sagt die Sozialdemokratin. Die Sache – damit meint die Ortsvorsteherin des zuständigen Sachsenhausener Ortsbeirats die städtebaulichen Rahmenbedingungen für den Bau von Wohnungen rund um den Henninger Turm am Sachsenhäuser Berg. Das Unternehmen Actris plant seit Jahren auf dem Gelände am Hainer Weg Wohnungen für bis zu 2000 Menschen.
Nachdem unterschiedliche Vorstellungen zwischen Nachbar Binding/Radeberger und der Mannheimer Actris vor wenigen Wochen gelöst wurden und einen jahrelangen Stillstand beendeten, drückt die Politik aufs Tempo. Am Donnerstag wurde im Planungsausschuss das Vorhaben samt Bebauungsplanänderungen rund um das Henninger Areal diskutiert. Einen Tag zuvor hatte der Ortsbeirat zur Sondersitzung geladen. Anwohner kritisierten dort den Eingriff in das Ensemble des Parks der Schubert-Villa, dass durch den geplanten Bau von zwei Neubauten „unwiederbringlich zerstört“ werde. Bei den Ortsbeiräten versandete die schon vor Monaten aufgekommene Kritik. „Wir können da nichts machen“, verwies Ursula auf der Heide (Grüne) auf einen Stadtverordnetenbeschluss.
Die Initiative ergriff das Gremium in anderen Aspekten. Per Eilantrag fordern die Ortsbeiräte, dass im geplanten Quartierszentrum an eine Grünfläche mit Kinderspielmöglichkeiten gedacht wird. Zudem plädieren sie für einen neuen Bolzplatz, der auf der westlichen Seite des Hainer Wegs entstehen soll. Vorteil: Im dortigen erweiterten Gewerbegebiet dürfte es weniger Konflikte mit Anwohnern geben.
Einen anderen Streitpunkt entschärfte das Planungsamt. Im Ortsbeirat verkündeten die Planer, dass die Mühlbergschule erweitert werden soll, um auf steigenden Schülerzahlen zu reagieren, die durch das neue Quartier erwartet werden. Das Unternehmen Actris will sich an den Kosten beteiligen.
Für Diskussionsbedarf sorgt aber noch die Verkehrsführung. Eine derzeit geplante Erschließung des Geländes über die Geleitsstraße, deren Einbahnstraßen-Regelung dafür aufgehoben werden soll, halten die Ortsbeiräte für einen falschen Ansatz. Ursula Auf der Heide plädiert stattdessen dafür, den Wendelsplatz neu zu gestalten. Denkbar sei etwa ein Kreisverkehr.
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