kalaydo.de Anzeigen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

10. August 2012

Frankfurt Bockenheim Nachbarschaftskonflikt: Feuer im Hinterhof

 Von Alicia Lindhoff
Dieser Hinterhof in der Leipziger Straße sorgt derzeit für einige Aufregung in Bockenheim.  

Die Situation in der Leipziger Straße 68 bringt die Nachbarn zur Verzweiflung. Dutzende Menschen leben im Hinterhof in verwahrlosten Schuppen. Sie lärmen, sie entzünden offene Feuer. Alle potenziell Verantwortlichen waschen ihre Hände in Unschuld.

Drucken per Mail

Die Beschwerden klingen dramatisch. In einem Hinterhof in Bockenheim leben Dutzende Menschen in verwahrlosten Schuppen. Sie lärmen bis spät in die Nacht. Und entfachen mitten auf dem Hof Feuer. So haben es 30 Nachbarn der Leipziger Straße 68 in einem offenen Brief geschildert, der der Frankfurter Rundschau vorliegt. Und so trugen es auch viele am Mittwochnachmittag am FR-vor-Ort-Stand in Bockenheim vor.

Alle potenziell Verantwortlichen waschen ihre Hände in Unschuld. Der Hauseigentümer Heinrich Gaumer sagte auf Anfrage, die betroffene Liegenschaft sei komplett an einen Herrn Yener Aras vermietet. Dass die Schuppen im Hinterhof als Wohnungen untervermietet würden, könne er sich nicht vorstellen, werde die Angelegenheit aber überprüfen.

Bürger im Gespräch

Die FR macht mobil: Einmal pro Woche besucht die Lokalredaktion einen Stadtteil, um mit Bürgern zu diskutieren. Kommen Sie an unseren Stand und sagen Sie uns, was Sie schon immer über den Stadtteil sagen wollten. Wir nehmen Ihre Themen auf und haken nach.

Nächste Station ist Niederursel. Dort wird die Frankfurter Rundschau am
Mittwoch, 15. August, von 15 bis 17 Uhr mit einem Stand vor dem Café Mutz, Alt-Niederursel 27, zugegen sein. Die Seite zum Stadtteil finden Sie bereits am Dienstag, 14. August, im Blatt.

Wer nicht kommen kann, erreicht uns telefonisch unter den Nummern 2199 - 3466 und -3367 oder per E-Mail. Die Email-Adresse lautet: stadtteile@fr.de

Aras wiederum bestreitet, Schuppen als Wohnraum zu vermieten. Er bestätigt aber, im Hinterhaus Wohnungen an vier Menschen vermietet zu haben. Alle anderen, die sich dort aufhielten, seien Obdachlose, von denen er „keinen Cent“ nehme. Er sei ein paar Mal gekommen, als dort viele Menschen zugegen waren, aber seine Untermieter hätten gesagt, die Leute seien Besucher. „Was sollte ich machen – sie alle rauswerfen, damit sie auf der Straße schlafen?“, fragt er, beteuert aber, wenn das Ordnungsamt ihm entsprechende Vorgaben mache, werde er sie befolgen.

Im Ordnungsamt lassen sich aktuell kaum Auskünfte bekommen – aus „ermittlungstaktischen Gründen“. Die Örtlichkeit sei dem Amt bekannt und man habe sie in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei und anderen Behörden bereits „in den Fokus genommen“.

Auch Rainer Kling, stellvertretender Leiter der Bauaufsicht, bestätigt, dass die Beschwerde in seiner Behörde bekannt sei. „Wir sind im Verfahren, aber in unserem Rechtsstaat geht es eben nicht, dass man einfach hingeht und etwas schließt.“ Mitarbeiter der Bauaufsicht hätten sich bei einem Besuch vor Ort ein Bild von der Situation gemacht: „Ich verstehe die Anwohner, aber die Rechtslage ist dort nicht so einfach, wie sie es darstellen.“

Mediatoren bemühen sich um einen Kompromiss

Bei den Menschen, die sich im Hinterhof aufhalten, handelt es sich überwiegend um Migranten aus Osteuropa. Aus diesem Grund hatten die Anwohner auch das Amt für multikulturelle Angelegenheiten eingeschaltet. Es bietet bei derartigen Konflikten in den Stadtteilen an, ausgebildete Mediatoren einzusetzen, die sich darum bemühen, einen Kompromiss zwischen den Beteiligten zu finden. Helga Nagel, die Leiterin des Amts für multikulturelle Angelegenheiten, warnt vor schnellen Lösungen. Erst müsse man den Fall genau prüfen: „Wer lebt dort unter welchen Bedingungen und wie viele sind es überhaupt?“ Grundsätzlich sieht sie in dem Konflikt ein Beispiel dafür, wie eine EU-Gesetzgebung wie die Osterweiterung Auswirkungen auf die Kommunalpolitik habe.

Unterdessen verlieren die ersten Nachbarn die Geduld. Einige, so berichten Anwohner, sollen schon ausgezogen sein.

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Online-Kataloge
In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

Anzeige
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Unglaubliche Geschichten aus dem Frankfurter Alltag - notiert von Frau Rauscher.

Felix Helbig ist tot

Mit nur 32 Jahren starb unser Freund und Kollege Felix Helbig am 13. Februar 2013. Auf dieser Seite erinnern wir uns an ihn und veröffentlichen nochmal seine schönsten und bedeutendsten Texte.

Spezial

Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.


Spezial: Vorwürfe gegen Polizei Frankfurt
Zur Sache

Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.

Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.

Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.

Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.

Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.

Spezials
Social Media
In Twitter informieren wir als FRlokal über Frankfurt und Rhein-Main. Folgen Sie uns!
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Mountainbike-Touren im Video
Spezial

Frankfurt unter Peter Feldmann - ein Oberbürgermeister sucht seinen eigenen Stil. Das Spezial.


Spezial: Peter Feldmanns Politik
Instrument lernen in Frankfurt
Trompete steht bei kindern hoch im Kurs.

Musik ist etwas Wunderbares - besonders wenn man selbst ein Instrument erlernt. Doch welche Schule in Frankfurt ist für wen die richtige?

Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.