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13. Dezember 2013

Frankfurt: Ehepaar organisiert illegale Sex-Partys

 Von 
Sex-Partys für 180 Euro. Ein Ehepaar ist nun aufgeflogen. Foto: AFP

Ein als arbeitslos gemeldetes Ehepaar in Frankfurt soll rund 450 Sex-Partys illegal organisiert haben. Jetzt muss es sich wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verantworten. Allein dem Finanzamt soll ein Schaden von einer Million Euro entstanden sein.

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Frankfurt. –  

Die Sex-Party hatte noch gar nicht angefangen, da war sie auch schon wieder beendet. Polizeibeamte und Mitarbeiter des Ordnungsamts platzten am Mittwochabend in ein Hotelzimmer in der Frankfurter Innenstadt bevor die Teilnehmer richtig loslegen konnten. „Gang Bang verhindert – Betrug und Steuerhinterziehung aufdeckt“, vermeldete das Ordnungsamt gleichermaßen stolz wie vollmundig.

Die Nachricht von dem Ehepaar, das 450 illegale Sex-Partys ausgerichtet und nebenher noch Arbeitslosengeld bezogen hat, avancierte am Donnerstag im Nu zur Spitzenmeldung der großen Online-Portale. „Die Sache hört sich wilder an, als sie war“, sagt hingegen Polizeisprecher Rüdiger Reges.

Als die Beamten das Zimmer enterten, waren fünf Gäste anwesend. Der 51-jährige „Gastgeber“ der Party, seine zwei Jahre jüngere Frau und drei weitere Personen. „Passiert war da noch nix“, verrät Reges.

Für die Ermittler stellte sich die Situation zunächst also sehr unspektakulär dar. Denn, so verrät Ralph Rohr, Sprecher des Ordnungsamts: „Eigentlich handelt es sich bei Prostitution außerhalb der Sperrzone nur um eine Ordnungswidrigkeit.“ Da aber bei dem Ehepaar auch noch zwei Laptops sichergestellt werden konnten, wussten die Ermittler schnell, dass das Ehepaar aus der Nähe von Berlin sich schon seit Jahren etwas dazu verdient und als Gastgeber von Sexpartys durch die Lande reist.

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Bis 2010 hatte das Ehepaar noch ein Gewerbe für „Internetdienste“ laufen, dieses dann aber wieder abgemeldet. „Wegen Erfolglosigkeit“, gab das Ehepaar in der Vernehmung an. In Wahrheit aber wohl eher, um keine Steuern zahlen zu müssen. 180 Euro Eintritt mussten die Gäste zahlen. Vor dem Hintergrund, dass die Ermittler von einem Schaden für den Fiskus in Höhe von fast einer Million Euro ausgehen, müssen einige der Sexpartys wohl deutlich größer gewesen sein als die geplatzte Veranstaltung am Mittwoch in Frankfurt. An Arbeitslosengeld hatten die beiden Brandenburger seit 2005 jedenfalls „nur“ gut 70.000 Euro eingestrichen.

Die Hotelleitung wusste nichts

Die Partys hatte das geschäftstüchtige Ehepaar jeweils auf einschlägigen Internetseiten beworben. Dumm nur, dass Mitarbeiter der Abteilung 2 des Frankfurter Ordnungsamtes die Seiten auch regelmäßig durchforsten, um illegaler Prostitution auf die Spur zu kommen.

Anders als die Ermittler wusste das Hotel übrigens nichts von der geplanten Sexparty. „Die Hotelleitung war not amused“, so Polizeisprecher Reges. Das Ehepaar aus Brandenburg flog aus dem Hotel und bekam Hausverbot erteilt. Die Lust auf Frankfurt dürfte dem Pärchen dank der findigen Mitarbeiter des Ordnungsamtes aber ohnehin vergangen sein. Auf die Gang-Bang-Organisatoren wartet nun eine Anklage wegen Betrugs und Steuerhinterziehung.       

 

 

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