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13. September 2013

Frankfurt Immobilien: "Keine Vertreibung"

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Die Häuser in der Heidestraße sind so marode, dass sie abgerissen werden müssen.  Foto: Andreas Arnold

Die städtische Wohnungs-Holding ABG lässt im Frankfurter Stadtteil Bornheim 38 preiswerte Wohnungen abreißen. An ihrer Stelle sollen neue entstehen, allerdings werden die Mieten steigen. Der Mieterverein wirft der ABG vor, die Sanierung der alten Häuser verschleppt zu haben.

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„Bei einer sanften Sanierung wäre das nicht passiert“: Jürgen Lutz, Geschäftsführer des Vereins „Mieter helfen Mietern“, geht kritisch mit der städtischen Wohnungs-Holding ABG ins Gericht. Im Zentrum seiner Kritik steht das Quartier Heidestraße 132a bis 132g. Betagte Gebäude aus dem Jahr 1910. Insgesamt 38 kleine Wohnungen finden sich hier, mit zwei oder drei Zimmern und mit niedrigen Mieten: Im Durchschnitt 7,50 Euro pro Quadratmeter, wie Holding-Geschäftsführer Frank Junker sagt. Diese Wohnungen wird es bald nicht mehr geben. Anfang 2014 plant die ABG den Abriss des Quartiers. Neue Häuser entstehen – und die Mieten steigen: Laut Junker auf rund elf Euro pro Quadratmeter.

Und die alten Mieter verschwinden auch. Tatsächlich sind nur noch fünf Haushalte übrig. Alle anderen sind, so der ABG-Manager, bereits ausgezogen und vom Konzern mit einer anderen Unterkunft versorgt worden. „Irgendwo anders“ , sagt Junker, der Wert darauf legt, dass das städtische Unternehmen alles für die alten Mieter getan habe und tue: „Wir organisieren ihren Umzug, wir tapezieren in den neuen Wohnungen und anderes mehr.“ Unter dem Strich bleibe, so der Vorwurf des Mietervereins: 38 günstige Wohnungen verschwinden vom Frankfurter Markt. Das gibt Junker zu und sagt: „Da mag Herr Lutz recht haben.“ Allerdings hält die ABG diesen Wandel für unvermeidbar. Denn die alten Siedlungshäuser aus dem Jahr 1910 wiesen „fundamentale Schäden“ auf.

Junker: Sanierung zu teuer

Und zwar verschuldet von der ABG, so Jürgen Lutz: „Im Gegensatz zum Vorderhaus in der Heidestraße 120 bis 132 wurden für die Wohnungen in den Hinterhäusern 132 a-g seit vielen Jahren Sanierungen aufgeschoben.“ Der Mieter-Vertreter weiter: „Hätte die ABG die in der Vergangenheit angefallenen Instandsetzungen damals durchgeführt, wäre jetzt nicht die Frage der Unvermeidbarkeit eines Abrisses aufgekommen.“ Frank Junker sieht das völlig anders: „Da kann ich nur milde lächeln.“ Die betroffenen Gebäude wiesen „starke Setzrisse“ auf. Diese Schäden könnten nicht zu einem wirtschaftlichen Preis behoben werden.

Der Boden an dieser Stelle Bornheims bewege sich, aus welchen Gründen auch immer. Der Vertreter der Mieter schließt nicht aus, dass die Schäden mit dem U-Bahn-Bau unter dem Stadtteil schon vor vielen Jahren ihren Anfang nahmen.

Junker rechnet vor: Der Erhalt und die Sanierung der alten Häuser komme teurer als ein Abriss und Neubau. Bei der ersten Lösung entstünden Kosten von 2500 Euro pro Quadratmeter, bei der zweiten dagegen fielen nur 1800 Euro pro Quadratmeter an.

Seit April, als die ABG zu einer Mieterversammlung einlud, sind die betroffenen Menschen informiert. Den Mietern sei gesagt worden, „sie müssten bis Mai 2013 ausziehen“, so Lutz: „Dass man sie dazu nicht zwingen kann, hat man ihnen nicht gesagt.“ Die ABG hat längst vom Frankfurter Architekturbüro Meixner, Schlüter, Wendt Entwürfe für die neuen Wohnhäuser zeichnen lassen: „Passivhäuser mit Loggien und Balkon“. Frank Junker zieht eine positive Bilanz des Wandels: „Hier geht es nicht um eine Vertreibung.“

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