Herr Heinig, worauf sollten Marathonläufer bei kühleren Temperaturen vor allem achten?
Dass sie sich gut aufwärmen. Erfahrene Athleten laufen sich vor dem Rennen 20 bis 30 Minuten lang warm. Außerdem sollte man versuchen, bis drei, vier Minuten vor dem Start wärmere Kleidung anzubehalten. Bei Freizeitsportlern ist das ein Problem, da sie oft eine halbe Stunde lang herumstehen, bevor es für sie losgeht.
Sollte man mit langer Hose laufen?
Das fällt unter den Begriff Weicheier, wenn es nicht gerade minus 15 Grad sind. Man sollte vielleicht kein Netzhemd tragen, aber normale Laufkleidung.
Auf den Straßen von Frankfurt herrschte wieder mal reger Betrieb.
Foto: E. KriegerAuch bauchfrei, wie es Frauen heutzutage gerne tun?
Das eher nicht, sie sollten lieber ein ordentliches T-Shirt anziehen. Profis schützen bei sehr starkem Wind Bauch und Brust schon mal mit Folien unter ihren Hemden, damit sie keine Magenprobleme bekommen.
Inwiefern ändert sich mit den Temperaturen auch die Getränkezufuhr auf der Strecke?
Die Getränke sollten nicht zu kalt sein, damit der Körper sie nicht mit der eigenen Energie erwärmen muss. Da der Körper bei kühlerem Wetter weniger Flüssigkeit verliert, neigen viele Läufer dazu, weniger zu trinken als sonst. Doch davon ist abzuraten. Ebenso wie davon, nach dem Rennen kalte Getränke in sich hineinzuschütten. Da lässt die Grippe grüßen.
Muss man anders atmen, um die Lungen vor Kälte zu schützen?
Man kann die Atmung nicht umstellen, sonst kommt es schnell zu Seitenstechen. Im Training kann man sich bei Extremtemperaturen einen durchlässigen Schal vor den Mund binden.
Irgendwann hat das Leiden ein Ende. Was ist am Ziel wichtig?
Dass man sich schnell warm einpackt, damit der Körper den Temperaturunterschieden nicht lange ausgeliefert ist, und heiße Getränke zu sich nimmt.
Und dann gleich ins heiße Bad?
Wenn es möglich ist …
Das Interview führte Katja Sturm
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