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17. Oktober 2012

Frankfurt Müll: Bußgeld für Hilfsbereitschaft

 Von Georg Leppert
Flaschen. Wo müssen sie hin? Wo dürfen sie nicht? Foto: dapd

Sie wollte nur helfen. Deshalb schaffte eine nette Dame im Norden Frankfurts ein paar achtlos neben einem Glascontainer abgestellte Flaschen fort. Jetzt will die Stadt von ihr Geld. Wegen illegaler Müllentsorgung.

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Sie wollte nur helfen. Deshalb schaffte eine nette Dame im Norden Frankfurts ein paar achtlos neben einem Glascontainer abgestellte Flaschen fort. Jetzt will die Stadt von ihr Geld. Wegen illegaler Müllentsorgung.

Sie sagt, sie habe nur Gutes tun wollen. Habe verhindern wollen, dass sich ein Kind an Glasflaschen verletzt. Deshalb habe sie die Flaschen, die neben einem überfüllten Glascontainer im Dornbusch standen, eingesammelt und weggeschafft. Nun läuft gegen Cornelia Gebhard-Schollwoeck ein Verfahren. 243,50 Euro soll sie bezahlen. Wegen illegaler Müllentsorgung.

Der Tag, an dem sich Frau Gebhard-Schollwoeck nach Meinung der Behörden grundlegend falsch verhalten hat, ist der 12. Juni. Seit Tagen, hat sie festgestellt, ist der Glascontainer vor ihrem Haus an der Fontanestraße überfüllt. „Rundherum standen sehr viele Flaschen“, sagt sie. Offenbar war das Entsorgungsunternehmen wochenlang nicht gekommen, weil es wegen einer Baustelle mit dem großen Lastwagen nicht zum Container fahren konnte, mutmaßt Gebhard-Schollwoeck, die zunehmend besorgt ist. Schließlich steht der Container direkt am Durchgang zu einem Kinderspielplatz und in unmittelbarer Nähe eines Horts. „Ich hatte einfach Angst, dass sich Kinder verletzen können“, erzählt sie.

Anwalt eingeschaltet

Gebhard-Schollwoeck entschließt sich zu handeln. Ihrer Darstellung zufolge packt sie Dutzende Glasflaschen in Müllsäcke und fährt sie mit dem Auto zu einem Container einige hundert Meter weiter an der Chamissostraße . Weil sie sich bereits beim Einräumen die Hand aufgerissen habe, will sie die Flaschen nicht auch noch aus den Säcken ausräumen. Sie stellt die Mülltüten neben den Container und fährt davon.

Einige Zeit später bekommt Gebhard-Schollwoeck Post vom Ordnungsamt. Offenbar hat sie ein Nachbar angezeigt. Es bestehe der Verdacht, dass sie Müll illegal abgestellt habe, schreibt die Behörde. Sie könne sich zum Vorwurf äußern. Die Frau aus dem Dornbusch schildert den Fall aus ihrer Sicht. Das Ergebnis: ein Bußgeldbescheid.

Besser die FES anrufen

Gebhard-Schollwoeck ist entsetzt. Mittlerweile hat sie einen Anwalt eingeschaltet, der gegen den Bescheid gerichtlich vorgehen will. Genau deshalb könne das Ordnungsamt nichts dazu sagen, erklärt Behördensprecher Michael Jenisch: „Das ist ein schwebendes Verfahren, zu dem wir uns nicht äußern.“

Peter Postleb äußert zwar Verständnis für den Ärger von Gebhard-Schollwoeck. Der Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt sagt aber auch: „Sie hätte die Flaschen nicht einfach neben den Container stellen dürfen.“ Sinnvoller wäre es gewesen, die FES anzurufen, die dann veranlasst hätte, dass die Flaschen in der Nähe des Spielplatzes entsorgt werden. Es sei aber möglich, so Postleb, dass das Bußgeld noch reduziert werde.

Gebhard-Schollwoeck wäre damit kaum einverstanden. Ihr geht es nur bedingt ums Geld. Vor allem sagt sie: „Ich habe geholfen, dafür will ich nicht bestraft werden.“

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