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Frankfurt
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28. Juni 2015

Frankfurt-Nordend: Erstes Halal-Steakhouse in Deutschland

 Von 
Hakan Pakören (links) und Osman Yesil vor ihrem Restaurant im Frankfurter Nordend.  Foto: Christoph Boeckheler

Korrekte Ernährung ist für Muslime in Frankfurt jetzt noch ein bisschen einfacher geworden. Osman Yesil und Hakan Pakören eröffnen im Nordend das erste Halal-Steakhouse in Deutschland.

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Schon von außen ist das Green Halal-Steakhouse ein echter Blickfang. Die Markisen und die kleinen Säulen vor der Terrasse sind in einem satten Grün gehalten. Die Inneneinrichtung mit ihrer eleganten, braunen Holzwand hat einen mediterranen Touch. Vor zwei Wochen haben Osman Yesil und Hakan Pakören im Frankfurter Nordend das erste Halal-Steakhouse Deutschlands eröffnet.

„Wir wollten unseren muslimischen Mitmenschen eine Plattform geben, wo sie relativ gehoben essen gehen können“, erklärt Yesil. Offen ist das Restaurant aber natürlich für jedermann. „Der einzige Unterschied ist das Fleisch und das wir keinen Alkohol verkaufen.“ Es hat eine lange Zeit gedauert bis der 31-Jährige das richtige Lendenfleisch gefunden hat, das halal, das heißt, für Muslime erlaubt ist. Denn neben dem Alkohol- und Schweinefleischverbot gehört zu den muslimischen Speisevorschriften auch, dass das Fleisch nach bestimmter Art geschlachtet werden muss. Voraussetzung ist, dass ein Muslim dem lebenden Tier, die Halsschlagader, Speise- und Luftröhre durchschneidet, dabei eine Segensformel spricht und das Tier ausbluten lässt. Unterschiede gibt es bei der Auslegung, ob das Tier dabei betäubt werden darf oder nicht.

Fleisch aus Uruguay

Fündig geworden ist Yesil in Uruguay und zeigt ein Zertifikat vom dortigen Islamic Center, dass das Fleisch nach muslimischen Ritus schächtet. „Es ist teurer als argentinisches Fleisch, aber das gibt es nicht halal“, berichtet Yesil. Mit dem Fleisch von den freilebenden Angus-Rindern ist er hochzufrieden. „Es ist zart, halal und bio“, beschreibt Yesil. Ein Grund mehr, um das Wörtchen „Green“ als Marke zu benutzen. Grün ist aber auch die Farbe des Islam und des Paradies, erklärt Yesil, dessen Nachname passenderweise auch Grün bedeutet.

Hakan Pakören ist überzeugt, dass sie mit ihrer Steakhouse eine große Marktlücke füllen. „Wer gut halal essen möchte, musste sich in Frankfurt immer ins Bahnhofsviertel verziehen“, sagt der 45-Jährige. Mit ihrem Restaurant wollen sie rein in die Stadt, eine neue Alternative sein.

„Es geht uns nicht nur ums Finanzielle“, sagt Yesil. Wichtiger sei ihnen der Zuspruch ihrer Glaubensgeschwister. „Es ist eine große Verantwortung“, findet er. Yesil war vor drei Jahren die Idee gekommen – beim Steakessen. Der gelernte Airbag-Installateur hat nach Jahren des Abwägens schließlich den Schritt mit Hakan Pakören, den er seit Jahren kennt, gewagt. Am 16. April haben die beiden türkischstämmigen Männer die Räumlichkeiten in der Eschersheimer Landstraße 44 übernommen und nach zwei Monaten harter Arbeit – unter anderem ist die Terrasse komplett neu gebaut worden – am 12. Juni eröffnet.

Neben einem Mittagstisch, Hamburger, Steaks, gibt es auch mediterrane Pasta-Gerichte sowie diverse Vor- und Nachspeisen. „Unsere Karte ist klassischer Steakhouse-Style“, erklärt Yesil. Zunächst soll sich das Menü etablieren bis es Schritt für Schritt erweitert werden soll. Etwas schwierig sei die Suche nach gutem Personal. Eine familiäre Atmosphäre ist ihm wichtig. Die gibt es derzeit immer abends, wenn Muslime zum Fastenbrechen kommen. Für sie gibt es ein spezielles Angebot: Eine Suppe, zwei stehen zur Auswahl, warme Getränke und die Nachspeise sind umsonst, nur für die Bestellung á la carte und kalte Getränke verlangen sie Geld. „Wir wollen, dass sich die Menschen bei uns wohlfühlen und glücklich sind“, sagt Yesil.

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Die Resonanz sei überwältigend, berichtet Pakören, der mehrere Jahre im Gastronomie-Bereich gearbeitet hat. „Viele sagen uns, dass sie auf sowas gewartet haben.“ Auf Facebook hat das Green Halal-Steakhouse innerhalb von drei Wochen schon 2000-Gefällt-Mir-Klicks bekommen. „Ich bin sicher, dass das Konzept kopiert wird“, glaubt Pakören. Das macht ihm und Yesil aber nichts aus. Sie sind froh, wenn sie Vorreiter sein können.

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