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Frankfurt
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27. August 2014

Frankfurt-Nordend: Kulinarik für Entdecker

 Von 
Nordlicht-Chefin Loubna Kardal und ihr Couscous.  Foto: Peter Jülich

Bei einem Rundgang durch das Frankfurter Nordend lernen Besucher die leckeren Seiten des Viertels kennen. Bei manchem Teilnehmer werden dabei Erinnerungen wach.

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Das Nordend ist eine Fundgrube für gutes Essen. Davon können sich Frankfurter oder Touristen bei einem entsprechendem Rundgang überzeugen. Kulinarische Stadtführung nennt sich das. Anbieter ist das Franchise-Unternehmen „eat-the-world.com“, das ähnliche Spaziergänge auch durch Kreuzberg oder Schwabing organisiert.

Los geht es am Friedberger Platz – zumindest wenn es nicht gerade regnet. Die Touren, die im Voraus gebucht werden und 30 Euro kosten, werden auch bei schlechtem Wetter nicht abgesagt. Entsprechend flexibel ist Stadtführerin Karen Barnes, die an jenem Tag mit der Gruppe vor dem Schauer in das Nordlicht gegenüber des Platzes geflüchtet ist.

Auch die Teilnehmer lassen sich von den widrigen Bedingungen keineswegs verschrecken. Die Gruppe ist überwiegend mit praktischen Outdoorjacken bekleidet, Regenschirme wären hinderlich. Schließlich besucht man mehrere Geschäfte. Da ist das Schirm-vergessen-Risiko zu hoch.

Einen kleinen Couscous-Curry-Salat mit Kichererbsen reicht Nordlicht-Inhaberin Loubna Kardal. Es ist die erste von insgesamt sieben Kostproben an diesem Tag. In den folgenden drei Stunden sollen die Teilnehmer den Stadtteil und eine Auswahl an inhabergeführten gastronomischen Angeboten kennenlernen. Nebenbei erfahren sie auch etwas über den Friedberger Platz als „politische Angelegenheit“. Ferner über die Auseinandersetzungen um Gentrifizierung, SUVs und Kinderwagen im Stadtteil.

Selbstverständlich erzählt Barnes von der WG, in der Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit wohnten und wie der „rote Dany“ damals lediglich im Bademantel gewandet Kippen kaufen ging. Aber auch am ehemaligen „Judenhaus“ in der Gaußstraße, mit den vielen Stolpersteinen davor, führt sie die Besucher vorbei.

In der „Olive“ gibt’s: Oliven und verschiedene Sorten Salami.  Foto: Peter Jülich

Auf der Bornheimer Landstraße drängeln sich die Teilnehmer in den kleinen Feinkostladen „Olive“ von Maike Sawalis. Sie reicht einen Teller mit verschiedenen Sorten Salami und Oliven über die Theke, wer möchte bestellt sich noch ein Glas Wein, das im Preis allerdings nicht inbegriffen ist. Es ist ein lebendiges kulinarisches Erlebnis. Die Ausrufe lauten „mhhh, lecker“ oder „nein, nicht die scharfe, die vertrage ich doch nicht“. Die Inhaberin erträgt den Besuch der Gruppe mit stoischer Gelassenheit. „Ich bin seit Beginn an den Touren beteiligt – viele Leute sind auch wieder gekommen, manche sogar direkt nach der Tour, um sich mit Wurst zu versorgen“, sagt Sawalis, die seit zehn Jahren den Laden führt.

Vegan-Trend auf der Berger

Auf der Berger Straße hält die Gruppe bei „Main Gemüse“. Carolin Munte hat ihn vor ein paar Jahren übernommen, weil der Vorgänger in den Ruhestand ging. „Auf das Gemüse wollte ich nicht verzichten.“ Davor hat Munte in Berlin mit Schrott gehandelt. „Das war auch nicht besonders familienfreundlich“, sagt sie und lacht. Außerdem betreibt sie auch den Nachbarladen, das„Suppengrün“. Dort wird das Gemüse zu Quiches und Suppen verarbeitet. Zum Probieren reicht Munte in kleinen Gläsern Rote-Beete-Suppe oder einen italienischen Eintopf. Eine große Portion kostet sonst etwa 5,50 Euro.

Nordend-Dauerbrenner: Kinder und der Friedberger Platz.  Foto: Michael Schick

Vor dem Laden „Wir essen Blumen“ im Sandweg, der ganz strenggenommen schon im Ostend liegt, berichtet Barnes vom Vegan-Trend auf der Berger. Mitinhaber Johannes Schwenk hat das Lokal erst im Juni eröffnet. Er reicht den Besuchern einen grünen Smoothie – für gewöhnlich ein Saftgeheimnis aus verschiedenen zerhackten Zutaten. In diesem Fall beweist das Getränk, dass der Geschäftsname nicht bloß eine Anspielung auf das Ich-ess-Blumen-Lied der Band „Die Ärzte“ ist. In besagtem Popsong heißt es unter anderem: „Ich leg mir Löwenzahn aufs Brot!“ Schwenk zermahlt in seinem 3700-Umdrehungen-Mixer unter anderem Brennnesseln, Ingwer und Lollo-Bionda-Salat zu einem grünen Getränk.

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Der Saft kommt nicht bei allen gut an. Gunter Holzapfel ist gebürtiger Nordendler, wohnt heute bei Bad Vilbel und ist „von Grünzeug eigentlich nicht zu überzeugen“. Gefallen hat ihm die Tour trotzdem. „Es kamen viele Erinnerungen an früher hoch, die meisten Geschäften kannte ich noch nicht“, sagt der Rentner. Sören-Bengt Oelfke ist dagegen seit ein paar Monaten wieder in dem Viertel zu Hause. Viele der Läden kennt er, „aber in den wenigsten war ich schon mal drin.“

Nach einem Abstecher durch den chinesischen Garten im Bethmannpark und einem Spaziergang über den Anlagenring entlang der südlichen Grenze des Stadtteils gibt es im „Mint“ noch eine Kugel Eis nach Wahl. Letzte Station ist die „Wiesenlust“, wo es für um die zehn Euro Bio-Burger gibt. Dort wird zum Abschluss eine Portion Pommes samt hausgemachter Soßen gereicht.

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