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Frankfurt
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24. Juni 2012

Frankfurt Parade der Kulturen: Für Respekt vor den anderen

 Von Julia Frese
Bunt ist es bei der Parade der Kulturen.  Foto: Michael Schick

Bei der Parade der Kulturen in Frankfurt werben Gruppen und Stände um mehr Toleranz im Miteinander. Auch Unterdrückung in den Heimatländern der Gäste wird thematisiert.

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Bei der Parade der Kulturen in Frankfurt werben Gruppen und Stände um mehr Toleranz im Miteinander. Auch Unterdrückung in den Heimatländern der Gäste wird thematisiert.

Hoch über den Köpfen der Zuschauer wirft die blonde Cheerleaderin ihre Pompoms in die Luft, vier ihrer Kolleginnen umfassen dabei ihre Fußgelenke. Die „Frankfurt Pirates“ repräsentieren bei der Parade der Kulturen die USA.
Zwei junge Besucherinnen überzeugt der Auftritt noch nicht: „Naja, sieht man ja auch ständig im Fernsehen“, raunt eine der anderen zu. Spannender ist es da schon, die gelb-rote Länderflagge zu erraten, die die nachfolgenden Tänzerinnen tragen. „Vietnam? Ich glaube, das ist Vietnam.“ Tatsächlich zieht als nächstes der Verein vietnamesischer Flüchtlinge an der Katharinenkirche vorbei. Und siehe da, die beiden Zuschauerinnen entdecken sogar eine Bekannte unter den Tänzerinnen und winken ihr freudig zu.

Die Parade 2012

Mehr als 1600 Menschen aus rund 100 Kulturkreisen sind am Samstag bei der Parade der Kulturen durch die Innenstadt gezogen. Nach Angaben der Veranstalter wurde der Umzug von rund 70.000 Zuschauern begleitet. Die Veranstaltung unter dem Motto „Respekt!“ wandte sich gegen Rassismus und Ausgrenzung.

Zu den rund 50 angemeldeten Gruppen gehörten Tänzer aus der Südsee oder Venezuela, Musikgruppen aus China und Afrika. Besonders farbenfroh traten wie in den vergangenen Jahren die rund 50 Tänzer des Vereins „Puerta del Sol“ aus Bolivien auf. Hinzu kamen Kulturclubs zahlreicher Nationen - und mittendrin Vertreter deutscher Traditionen wie Karnevalisten und Feuerwehrleute.

Schirmherr der „Parade der Kulturen“ war der Torwart des Fußballbundesligisten Eintracht Frankfurt, Oka Nikolov.

„Respekt! Jetzt erst recht – gegen Rassismus und Ausgrenzung“ lautet am Samstag das Motto der achten Parade der Kulturen in Frankfurt. Mehr als 1600 Menschen aus rund 100 Kulturkreisen zogen durch die Innenstadt, rund 70000 Zuschauer begleiteten das Schauspiel entlang der Straßen. Die Buntheit und Vielfalt der Stadtbewohner demonstrieren die Paradeteilnehmer mit unterschiedlichen Trachten und ländertypischen Darbietungen. „Leider ist der Respekt vor anderen Kulturen in Deutschland nach wie vor keine Selbstverständlichkeit“, ruft Moderatorin Andrea Ehrig ins Mikrofon. Der jahrelang unentdeckte Terrorismus von Neonazis habe dies vor Kurzem erneut bewiesen.

An der Hauptwache sammeln derweil junge Männer Unterschriften für ein NPD-Verbot. Am Mainufer warten auf die Paradebesucher rund 80 Stände. Darunter sind manche, die auf Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern hinweisen. Vor einem Stand, der die chinesische Meditationskunst Falun Dafa vorstellt, heben sechs Menschen mit geschlossenen Augen die Arme über den Kopf. Auf ihren T-Shirts steht der Satz „Falun Dafa is good.“

Die Standbetreuerin erklärt: „Falun Dafa ist in China entstanden. Die kommunistische Regierung bestraft aber heutzutage jene, die die Übungen öffentlich praktizieren.“ Wer dagegen protestieren möchte, kann seinen Namen auf einer Liste von Amnesty International eintragen.

Zum Schluss zieht die Parade, die am Willy-Brandt-Platz begonnen hat, am Mainufer vorbei. Auf die tanzenden Vietnamesinnen folgt ein Wagen mit dem Schriftzug „Father Ly at the Communist Court“. Gemeint ist der katholische Priester Thaddeus Nguyen Van Ly, der sich seit Jahrzehnten für Religionsfreiheit im kommunistisch regierten Vietnam einsetzt. 15 Jahre saß er dafür bereits im Gefängnis, 2007 wurde er erneut zu acht Jahren Haft verurteilt. Während des Prozesses hielt dem Priester ein Sicherheitsbeamter den Mund zu, als Van Ly „Nieder mit dem Kommunismus!“ ausrief.
Die in Frankfurt lebenden Menschen setzen mit ihrer gemeinsamen Parade nicht nur ein Zeichen für Toleranz, sondern auch gegen die Unterdrückung, die manchen von ihnen in ihren Heimatländern droht. „Ich finde es toll, dass so eine Parade hier möglich ist“, sagt eine portugiesische Besucherin. Sie lebt seit vielen Jahren in Deutschland und fotografiert den vorbeirollenden Wagen mit dem Foto Father Lys.

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