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25. August 2012

Frankfurt School of Finance: Pläne für die alte Oberfinanzdirektion

 Von Lukas Gedziorowski
Die ehemalige Oberfinanzdirektion an der Adickesallee. Foto: Michael Schick

Der schadstoff-verseuchte Bau aus dem alten Inventar der Bundesrepublik an der Adickesallee muss weichen. Das Land und die private Frankfurt School verhandeln über einen Neubau für das Areal.

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Ein Bebauungsplan, wie etwas voreilig angekündigt worden war, sei das noch nicht, sagte Stadtplaner Michael Holthaus in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats 3. Er stellte nur den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vor. Bei dem Projekt, das Gelände um die ehemalige Oberfinanzdirektion nördlich der Adickesallee neu zu nutzen, stehe man erst am Anfang. Dennoch gibt es bereits einige konkrete Rahmenvorstellungen.

Auf der seit Jahren brachliegenden Fläche zwischen dem Polizeipräsidium und dem Hauptfriedhof soll ein Misch- und Kerngebiet entstehen. Das denkmalgeschützte Hochhaus der Oberfinanzdirektion wird wahrscheinlich abgerissen. Weil die Fassade zu stark mit Schadstoffen belastet ist, stehen die Chancen für eine Sanierung schlecht. An die Stelle des Hochhauses soll ein ebenso hoher wie breiter Neubau treten, der sich aber in der Geschosshöhe und Tiefe von seinem Vorbild unterscheiden soll. Das Gebäude nutzen wird die Bankakademie „Frankfurt School of Finance and Management“, die dafür ihren elf Jahre alten Standort an der Sonnemannstraße aufgibt.

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„Im Augenblick sind wir sehr beengt“, sagte Udo Steffens, Präsident der privaten Hochschule. Manche Angestellte hätten nur provisorische Arbeitsplätze. Bis zum Jahr 2020 wolle man die Fläche von derzeit 16.800 Quadratmeter auf rund 32.800 Quadratmeter erweitern. Insgesamt sind an der Frankfurt School 481 Mitarbeiter tätig, 1500 Studenten im Hochschulbereich und über 5000 Studenten in der Weiterbildung. Die Akademie mietet derzeit 15 Seminarräume und 60 Büros im Nachbargebäude der Volkshochschule an.

Die Frankfurt School will die Grundstücke, die dem Land gehören, kaufen. Der Preis steht noch nicht fest, ein finales Wertgutachten wird erstellt. Auf dem Gelände des ehemaligen Sozialgerichts, westlich der Oberfinanzdirektion, sollen neben einer Kinderkrippe mit 50 Plätzen ein Studentenwohnheim und ein Hotel entstehen, die vor allem der Hochschule dienen sollen. Die Studierenden der Bankakademie sind nicht in Wohnheimen des Studentenwerks zugelassen. In Offenbach hat die Frankfurt School bereits 150 Wohnplätze für den Eigenbedarf geschaffen. Im Hotel sollen neben Seminarteilnehmern aber auch hochschulferne Gäste übernachten dürfen. Außerdem sind möblierte Apartments für Gastwissenschaftler geplant.

Auf dem westlichsten Teil des Geländes, wo einst das Bundesamt für Ernährung seinen Sitz hatte, will die Stadt etwa 200 Wohnungen und kleine Läden für den täglichen Bedarf bauen. Für Hochschule und Anwohner soll eine Tiefgarage entstehen. Die Begrünung soll erhalten und ausgedehnt werden.

Platz für Bücher bis 2030

Das Areal im Osten, auf dem eine Tankstelle und ein Rewe-Markt stehen, dient als Erweiterungsfläche der Deutschen Nationalbibliothek (DNB). Bislang gibt es keine konkreten Pläne: Etwa bis zum Jahr 2030 sollten die insgesamt 30.000 Quadratmeter Magazin-flächen noch reichen, sagt DNB-Sprecher Stephan Jockel. „Danach brauchen wir weiteren Platz.“ Allerdings setzt diese Prognose voraus, dass weiterhin so viele Publikationen auf Papier erscheinen und nicht vermehrt digital. „Das ist eine Planung, die wir nicht absehen können“, so Jockel. Der Erweiterungsbau solle jedenfalls „langfristig genutzt“ werden können.

Bis zum Baubeginn wird noch viel Zeit vergehen. Ab Oktober können sich Bürger mit Ideen einbringen, Ende 2013 soll der Bebauungsplan offengelegt und bis Ende 2014 rechtskräftig werden. Auch das ist noch vorläufig.

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