"Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen." Von wegen. Die alte Lutherbibel kann man getrost zum nächsten öffentlichen Bücherschrank im Stadtteil bringen. In Frankfurt gehen nämlich die Weihnachtsfeinde um. Übles geschieht, sobald die letzten Fensterläden zu- und die Bürgersteige hochgeklappt werden.
In Griesheim, das wahlweise mal als problematischer Stadtteil (um den Bahnhof herum), mal als wunderbar ruhiger und gesitteter Stadtteil (nördlich der Mainzer Landstraße) angesehen wird, wurden Glühbirnen geklaut - aber nicht irgendwelche. Nein, die dreisten Diebe haben sich am Weihnachtsbaum des Stadtteils an der Waldschulstraße neben dem Saalbau schadlos gehalten.
Und wer hat's gleich gemerkt, dass da nicht mehr alles mit rechten Dingen zuging, beziehungsweise leuchtete? Niemand geringeres als die langjährige Vorsitzende des örtlichen Vereinsrings und der FR wohlbekannte aufmerksame kritische Bürgerin Ursula Schmidt. Schmidt ist aber auch Eine, die sich nicht zufrieden gibt mit bloßem Kritisieren. „Ich habe 60 neue Glühbirnen kaufen müssen“, berichtet sie.
Das geht natürlich ins Geld. Wer kauft sich schon für zuhause gleichzeitig 60 Glühbirnen? Wobei angemerkt werden muss, dass die Diebe mit den Birnen gar nichts für zuhause anfangen können - die sind nicht für den Hausgebrauch ausgelegt. Kosten also auch entsprechend. Und so verwundert es nicht, dass Schmidt grimmig hinterher wirft, sie werde das "nicht noch einmal tun". Die Diebe sind natürlich flüchtig, unerkannt entkommen im Schutz der von ihnen selbst herbeigeführten Dunkelheit.
Ein Einzelfall, könnte man jetzt denken. Ein Dumme-Jungen-Streich. Kostet zwar Geld, aber, naja, was soll's Schwamm drüber, einen Glühwein drauf und "Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen". Aber die friedliche vorweihnachtliche Stimmung hat keine Chance. Denn schon schlagen die Vandalen wieder zu. Wieder im Frankfurter Westen.
Zwei Stadtteile weiter, in Höchst haben Vandalen zugeschlagen. Dort auf dem Schlossplatz prangt der Höchster Weihnachtsbaum. Und ist plötzlich nicht mehr illuminiert. Denn da ist jemand an die Stromverbindungen mit einer Kabelzange rangegangen und hat sie durchtrennt. (tim./rut.)
Vom oberbayerischen Inzell auf den Frankfurter Römerberg: Der 120 Jahre alte Weihnachtsbaum steht, Lichter hat er auch schon. Jetzt kann er, so wie schon seine zahlreichen Vorgänger, mit der Skyline um die Wette glitzern.
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