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11. September 2014

Frankfurter Berg: Keine Bänke im Jasminweg

Anwohner setzen sich für die Entfernung der Bänke ein.  Foto: Rolf Oeser

Anwohner am Frankfurter Berg klagen über lärmende und dealende Jugendliche, die sich in einem kleinen Park zwischen Jasmin- und Glockenblumenweg treffen. Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) zeigt nach einer Ortsbegehung Sympathie für die Anwohner.

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Die Situation im Streit zwischen Anwohnern und jungen Leuten am Frankfurter Berg ist angespannt. Da sind sich alle Beteiligten einig. Über alles weitere jedoch wird erbittert gestritten. Es ist nicht einmal klar, wo genau und wer das Problem ist. Geschweige denn, wie eine Lösung aussehen könnte. Das wurde in der Sitzung des Ortsbeirats 10 am Dienstag deutlich.

Seit Jahren klagen Anwohner im Viertel über laute Jugendliche. Die aktuelle Runde des Streits entzündete sich am kleinen Park zwischen Jasminweg und Glockenblumenweg. Auf sechs Bänken träfen sich dort nachts junge Erwachsene. Sie raubten den Anwohnern den Schlaf, so der Vorwurf, zudem handelten sie mit Drogen und sogar mit Waffen.

Anwohner wollen keine Bänke

Mit einer Unterschriftenliste setzen sich die Anwohner für die Entfernung der Bänke ein und hoffen, dadurch Ruhe zu haben. „Wir wollen nicht noch bequeme Bänke für Drogenhändler bereitstellen“, sagt eine Frau. Etliche seien wegen der Belastung krank geworden oder hätten ihre Wohnung verkauft. Eine weitere Unterschriftenliste kommt mit ähnlichen Forderungen vom anderen Ende des Jasminwegs.

Gegen die Entfernung der Bänke regt sich allerdings Protest. Bewohner anderer Straßen haben Angst, dass sich das Problem zu ihnen verlagert. Manche wehren sich gegen eine pauschale Abwertung des gesamten Frankfurter Berges durch die Diskussion. Wieder andere zeigen Verständnis und plädieren für einen sozialarbeiterischen Lösungsansatz.

Anwohner Mario Straka berichtet, dass er als eine Art selbsternannter Streetworker nachts durch die Siedlung ging, „um mit denen zu reden und rauszukriegen, warum wir immer wieder Lärmbelästigungen haben“. Er glaubt, dass es vor allem um Jugendliche geht, die keinen Treffpunkt haben und ungewollt Anwohner belästigen. „Wir haben den Jugendlichen alles genommen im Stadtteil.“ Mit ihnen zusammen müsse eine Lösung gefunden werden. Auch Straka hat für sein Anliegen Unterschriften gesammelt. Nach starker Kritik der Beschwerdeführer habe er die Rundgänge jedoch eingestellt.

Die Jasminweg-Bewohner beteuern, ihr Protest richte sich nur gegen junge, kriminelle Erwachsene. Ihre Kontrahenten sprechen von Pauschalisierungen, die das Verhalten einiger Krimineller auf alle Jugendlichen übertragen. Eine solche „Provokation“ sorge nur für zusätzlichen Ärger, sagt Stadtteilbotschafter Viktor Selmanaj. Viele Vorwürfe seien zudem bloße „Fantasie“, äußert Heide-Marie Teske vom Präventionsrat.

Präventionsrat berät heute

Die Schwierigkeit liegt nun im Umgang mit dem Problem. Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) zeigt nach einer Ortsbegehung Sympathie für die Anwohner. „Den Leuten zu sagen, dass sie das aushalten müssen, geht nicht.“ Kurzfristig müssten daher die Bänke erst einmal entfernt und eingelagert werden. Dagegen spricht sich Lothar Kramer von der Linken aus. „Ich sehe nicht ein, dass hier alles abgerissen wird wegen ein paar Rabauken“, sagt er. Gemeinsam mit seinem Kollegen von der FDP fordert er, dass Polizei und Ämter Verantwortung übernehmen. Die Ortsbeiratsentscheidung dazu soll in der nächsten Sitzung fallen.

Um eine langfristige Lösung will sich jetzt der Präventionsrat bemühen. Erster Schritt ist eine Sitzung am heutigen Donnerstag.

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