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Frankfurter Prinzenpaar: Die närrische Zeit geht los

Das neue Frankfurter Prinzenpaar wird inthronisiert.
Das neue Frankfurter Prinzenpaar wird inthronisiert.
Foto: Christoph Boeckheler

Das neue Frankfurter Prinzenpaar gibt eine gute Figur ab. Marcus I. und Ingrid II. werden im Sendesaal des Hessischen Rundfunks inthronisiert und haben dabei nicht viel zu tun: ein bisschen schunkeln, im Takt klatschen und ein paar Reime vortragen.

Das Lied ist die inoffizielle Frankfurter Nationalhymne. Zumindest in der Fünften Jahreszeit. „Frankfurt ist die Nummer eins“, so schallt es durch den Sendesaal des Hessischen Rundfunks, und alle im Publikum wissen, dass es jetzt ernst wird. Das Volk erhebt sich, Prinz und Prinzessin betreten die Bühne. Der Prinz nimmt seinen Regentenstab in die eine und seine Prinzessin an die andere Hand. Beide strahlen, beide grüßen in den Saal. Es ist Freitag, 21.20 Uhr. Frankfurt hat wieder ein karnevalistisches Prinzenpaar: Marcus I. und Ingrid II.

Viel zu tun haben die beiden bei der Inthronisationssitzung nicht. Ein bisschen schunkeln, ein bisschen im Takt klatschen, ein paar Reime vortragen. „Ich genieße bei euch den Fastnachtsduft, denn hier im Saal liegt Konfetti in der Luft!“, ruft Ingrid. Sitzungspräsidentin Margit Sponheimer antwortet: „Frankfurt grüßt euch mit Helau, und weiter geht die Schau.“ Marcus und Ingrid lehnen sich auf ihrem Thron zurück.

Inthronisation des Frankfurter Prinzenpaars

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"Kostümierung ausdrücklich erwünscht"

Knapp zwei Stunden zuvor. Aus den Lautsprechern donnern Karnevalhits („Ich hab’ zwei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“) und weniger bekannte Nummern („Ich bin Ü30, das weiß ich, doch das ist mir scheißegal“). Klaus Fischer ist im Stress. Der Präsident des Großen Rats der Frankfurter Karnevalvereine flitzt von einer Ecke des Saals zur anderen. Er wirkt glücklich. Vermutlich ist es das Outfit der allermeisten Gäste, das ihn strahlen lässt.

„Kostümierung ausdrücklich erwünscht“, hatten die Veranstalter auf die Eintrittskarten geschrieben. Gefühlte 99,8 Prozent der Gäste haben sich daran gehalten. Ein Mann hat sich als Kuh verkleidet, eine Frau als Schäferhund, und ein ziemlich drahtiger Kerl und seine sportliche Begleiterin sind als Personenschützer des Landeskriminalamts unterwegs.

Jede Menge Prominenz

Obwohl… die beiden sind tatsächlich Bodyguards. Schließlich ist jede Menge Prominenz in den Sendesaal gekommen. Volker Bouffier zum Beispiel, der Ministerpräsident. Oder Boris Rhein, der erstens hessischer Innenminister ist und zweitens CDU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters. Horst Schneider ist bereits Oberbürgermeister. Allerdings von Offenbach. Trotzdem ist er zum Karneval in die Nachbarstadt gekommen. Die Zuschauer rufen „Offenbach Helau“, und das dreimal. Herzlicher kann man einen Offenbacher Politiker in Frankfurt nicht empfangen.

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Alle warten auf das Prinzenpaar. Doch erst einmal stehen Musik und Büttenreden auf dem Programm. Das „Heddemer Dreigestirn“ singt Gassenhauer. Fleißig im Elferrat schunkelt ein weiterer Promi mit: Jörg Bannach. Der ist Leiter des Ordnungsamts und durchaus humorvoll. Aus seiner Leidenschaft für den Karneval aber hat er bislang ein gut gehütetes Geheimnis gemacht.

Ayse vom Döner TV

Dann kommt… nein, nicht das Prinzenpaar, sondern die Zahnärztin Patricia Lowin. Sie steigt als „Ayse vom Döner TV“ in die Bütt und zitiert aus dem Programm ihres Senders. Unter anderem laufen an Silvester „Döner for One“ und einmal in der Woche „Germany’s next Burka Top Model“. Dann hält sie noch ein paar Weisheiten bereit. Zum Beispiel: „Der Döner fällt nicht weit vom Spieß.“

Schließlich stehen sie doch noch auf der Bühne: Marcus I. und seine Gemahlin auf Zeit, Ingrid II. „Die sehen ja genauso aus wie auf der Autogrammkarte, nur der Marcus trägt Brille“, ruft eine Besucherin und schaut auf die Karte, von denen Hunderte im Sendesaal liegen. Auf der Rückseite finden sich Informationen über das Paar. Marcus I. heißt mit Nachnamen Marcus Rahner und arbeitet als Personalmanager. Ingrid II., eigentlich Ingrid Ziemann, ist Friseurmeisterin und hat zuletzt den Karnevalsprinzen und -prinzessinnen die Haare gemacht. Wer den Job in diesem Jahr übernimmt, bleibt offen.

Die meisten Besucher sind sich einig, dass Marcus und Ingrid ein schönes Paar sind. Bis tief in die Nacht feiern Prinz und Prinzessin mit den Gästen. Erholen werden sie sich in nächster Zeit eher nicht. Bis zum Aschermittwoch stehen für sie noch mehr als 100 Veranstaltungen an. Die meisten allerdings ohne Bouffier, ohne Rhein, ohne Horst Schneider. Und ohne Jörg Bannach im Elferrat.

Die Inthronisation des Prinzenpaars ist am Montag, 2. Februar, 20.15 Uhr, in der ARD in einer 90-minütigen Aufzeichnung zu sehen. In voller Länge läuft sie am Fastnachtssonntag, 19. Februar, 20.15 Uhr, im HR-Fernsehen.

Autor:  Georg Leppert
Datum:  28 | 1 | 2012
Kommentare:  4
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