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13. März 2012

Frankfurter Wahrzeichen: Henninger Turm wird abgerissen

 Von Claus-Jürgen Göpfert
Der Henninger Turm fällt: An seiner Stelle ist ein begrüntes Wohnhochhaus geplant.  Foto: Andreas Arnold

Jahrzehntelang zählte er zu den bekanntesten Wahrzeichen Frankfurts. Jetzt wird der Henninger Turm abgerissen. Der Neubau aber soll an das alte Gebäude erinnern und Luxuswohnungen beherbergen.

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Ein Wahrzeichen der Stadt Frankfurt, mit dem viele Menschen persönliche Erinnerungen verbinden, verschwindet. Der Henninger Turm in Sachsenhausen, am 18. Mai 1961 eingeweiht und viele Jahre Ausflugsziel, wird abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein 130 Meter hohes Wohnhochhaus mit luxuriösen Eigentumswohnungen, dessen Gestalt an den alten Turm erinnert. An der Spitze des Hochhauses soll in einem fassähnlichen Aufbau wieder ein Restaurant entstehen.
Das Frankfurter Architekturbüro Meixner-Schlüter-Wendt gewann das Auswahlverfahren, zu dem neun Teams eingeladen worden waren. Der spektakuläre Wohnturm, dessen Fassade begrünt wird, ist der erste Schritt hin zu einem neuen Stadtteil auf dem ehemaligen Gelände der Henninger-Brauerei am Hainer Weg. Die Milliardärs-Familie Hopp will innerhalb der nächsten sechs Jahre bis zu 300 Millionen Euro investieren, wie der Projektentwickler Daniel Hopp im Gespräch mit der FR sagte.

Ein neuer Stadtteil entsteht

Laut Hopp entstehen 800 Wohnungen in einer Mischung aus Miet-Unterkünften und Eigentum. Rund um einen Stadtplatz werden außerdem 4000 Quadratmeter für Einzelhandel, ein Fitnesszentrum und Restaurants bebaut. Doch an diesem Tag konzentriert sich alles auf die Zukunft des Henninger Turms, der mit einer Höhe von 118,5 Meter bis zum Jahre 1974 das höchste Gebäude Frankfurts war. Über Generationen kamen Menschen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet in das Drehrestaurant an seiner Spitze – „um einen Tanznachmittag zu erleben, Konfirmationen oder Goldene Hochzeiten zu feiern“, wie der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dieter von Lüpke, sagt. „Der Henninger Turm war ein Symbol des Aufbruchs im kriegszerstörten Frankfurt.“

Der Turm stand einst auch für die traditionsreiche Brauerei Henninger, die vor einem Jahrzehnt endgültig unterging. Bundesweit bekannt wurde das Gebäude, das eigentlich ein Getreidesilo für den Braubetrieb barg, durch das Profi-Radrennen, das seinen Namen trug. Doch 2002 musste der Turm geschlossen werden: Mit nur einem Fluchttreppenhaus hielt er den strengeren Brandschutzvorschriften nicht mehr stand.

4000 Euro pro Quadratmeter

Und so soll der neue Henninger-Turm aussehen.
Und so soll der neue Henninger-Turm aussehen.
 Foto: Andreas Arnold

Seitdem rangen Kommunalpolitik, Projektentwickler und Architekten um die Zukunft des Turms. Das Gelände gehört seit 1998 einer Investorengruppe um den Milliardär Dietmar Hopp, den Vater von Daniel Hopp. „Es wäre unsinnig gewesen, das bestehende Gebäude umzubauen“, sagt Zvonko Turkali, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Architekten und Vorsitzender des Preisgerichts.
„Ich war skeptisch, ob es gelingen würde, die positiven Werte des Henninger Turms auf das neue Wohnhochhaus zu übertragen, doch ich bin sehr froh über dieses Ergebnis“, so Turkali. Endlich entstehe in Frankfurt wieder ein moderner Wohnturm, „nachdem diese Häuser in Deutschland in Misskredit geraten sind durch die Wohnsiedlungen der 60er und 70er Jahre“. Wer im künftigen Turm leben will, muss nach den Worten von Projektentwickler Dieter Pfaff mit einem Quadratmeterpreis von 4000 Euro für die Eigentumswohnungen rechnen.


60 Prozent der Wohnungen sollen 100 Quadratmeter groß oder größer sein. Der Wohnturm wird durch ein Parkhaus mit 580 Stellplätzen von der nahen Binding-Brauerei abgeschirmt. Im öffentlichen Innenhof des Hochhaus-Sockels will man einen „Baumhain“ pflanzen. „Es wäre toll, wenn in einem Jahr die Bagger rollen könnten“, sagt Hopp zum Baubeginn.

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