Für die Besucher interessieren sich die Straußwachtel-Eltern heute nicht besonders. Die Vögel mit ihrem tiefschwarzen bis grünlich schimmernden Gefieder tummeln sich in einer Ecke des Geheges. Ihre Aufmerksamkeit gilt heute dem Nachwuchs, der sich recht scheu verkrochen hat.
Unruhe bricht im Gehege aus, als es Zeit für die Fütterung wird. Fröhlich schnappen die Vögel nach ihrem Mittagessen: Motten. Vier Jungtiere der bedrohten Vogelart kann der Zoo dieses Jahr vorzeigen. Mit den Straußwachteln verbindet der Tiergarten eine ganz besonders erfreuliche Erinnerung. Die Gattung gehörte zu den ersten, die die Frankfurter in den Vogelhallen züchteten. 1962 erblickten dort die ersten kleinen Hühnervögel das Licht der Welt.
Glasscheiben statt Gitterstäbe
An solche Momente denkt Zoodirektor Manfred Niekisch in diesem Jahr besonders gern zurück: Sein Haus feiert das 50-jährige Bestehen der Faust-Vogelhallen. Schon bei der Eröffnung im Jahr 1961 konnte das Vogelhaus für die damalige Zeit eine interessante und neuartige Inneneinrichtung präsentieren. Anstatt Gitter wurden Glasscheiben als Abgrenzung genutzt, auf Käfige im klassischen Stil wurde komplett verzichtet. Seitdem werden den Vögeln Orte geboten, in denen ihre natürlichen Lebensräume nachgebildet werden.
Auch 50 Jahre später hat sich an der Raumaufteilung in den nach dem ehemaligen Direktor Richard Faust benannten Hallen nichts geändert. Die Veränderungen in all den Jahren lasse sich nur an den Baustilen der einzelnen Gehege erkennen, so Niekisch. Wurden die Wände zu der Anfangszeit der Vogelhalle noch mit Mosaiken verziert, werden die neu renovierten Räume heute mit Wandmalereien verschönert und mit kleinen Extras, wie Wasserstellen, versehen.
Zehn Pfleger für 63 Vogelarten
Dass sich in all den Jahren doch etwas verändert hat, können Besucher hinter den Kulissen erkennen. Dort kümmern sich zehn Pfleger um die 63 Vogelarten, die alle eine andere Art der Fürsorge benötigen. Eine eigene Futterstation kann die Vogelhalle mittlerweile vorweisen. Dort werde von lebenden Insekten, Fischen, Getreide bis zu kleinen Säugetieren alles zubereitet, was die Vögel verspeisen, sagt Niekisch.
Einige Jahre werden die Vogelhallen noch stehen müssen, eine Neugestaltung sei in nächster Zeit nicht vorgesehen. „Sicherlich sind die Vogelhallen nicht so spektakulär wie die Tigerbabys“, meint der Zoodirektor. Dennoch erfreuten sich kleine wie große Besucher und Besucherinnen an den vielen unterschiedlichen Vogelarten.
Weitere Informationen aus 50 Jahren Faust-Vogelhallen erhalten Interessierte in einer kleinen Sonderausstellung im Juwelensaal im Vogelhaus.

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