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06. Januar 2015

Fremdenfeindlichkeit: Fragida denkt ans Aufgeben

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Vom Römerberg waren die Demonstranten auf die andere Mainseite zu "Harry's New York Bar' gezogen, wo die "Fragida"-Gründer sich trafen.  Foto: peter-juelich.com

Der Frankfurter Pegida-Ableger "Fragida" will die Planung für Demonstrationen und Veranstaltungen eventuell einstellen, sollte die Sicherheit der Teilnehmer nicht gewährleistet sein. Massiven Gegenprotest gibt es trotzdem.

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Nachdem ein internes Treffen der Gruppe „Fragida“ am Montagabend von rund 400 Gegendemonstranten massiv behindert worden ist, denkt der Frankfurter Ableger der islamfeindlichen „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) darüber nach, den Plan einer eigenen Veranstaltung oder Demonstration in der Stadt aufzugeben. Man müsse sich fragen, ob eine Fragida-Aktion überhaupt stattfinden könne, „ohne die Sicherheit der Teilnehmer ernsthaft zu gefährden“, sagte Hans-Peter Brill, Koordinator der Gruppe, am Dienstag der Frankfurter Rundschau.

Am Mittwoch hielt Brill eine Kundgebung der Pegida-Bewegung in Frankfurt allerdings wieder für möglich. Am kommenden Freitag finde dazu eine Besprechung mit der Polizei statt, sagte er. Dabei gehe es um die Frage, ob die Sicherheit der Teilnehmer gewährleistet werden könne.

Am Montagabend hatten etwa 400 Menschen, darunter Aktivisten aus der Antifa-Szene, spontan vor der Hotelbar des Main Plaza in Sachsenhausen protestiert, wo das AfD-Mitglied Brill und zehn seiner Mitstreiter ihr weiteres Vorgehen beraten wollten. Einige Gegendemonstranten hatten dabei eine Außentür der Bar aufgerissen und einen Böller in die Bar geworfen. Daraufhin hatten Polizisten die Bar abgeschirmt. Brill sagte, er habe sich konkret bedroht gefühlt, das Fragida-Treffen sei ergebnislos abgebrochen worden. „Hier wird unser Recht auf freie Meinungsäußerung bewusst angegriffen“, sagte Brill.

Auf Nachfrage räumte Brill ein, dass auch Stefan Jagsch, der Landesvorsitzende der hessischen NPD, zu dem Fragida-Treffen gekommen war. Man habe von dessen Parteimitgliedschaft allerdings nichts gewusst. Mit der NPD wolle Fragida auf keinen Fall kooperieren, erklärte Brill. Jagsch werde von allen weiteren Treffen ausgeschlossen. „Wir wollen uns nicht zum Hebel irgendeiner Organisation, schon gar nicht einer extremen, machen lassen“, sagte Brill. Fragida werde sich nun abstimmen, ob und wie der Plan einer Demonstration oder einer Saalveranstaltung in Frankfurt weiter verfolgt werden solle.

Beim Main Plaza hieß es am Dienstag, das Hotel habe nicht gewusst, wer sich in der Bar treffen wollte. Brill und seine Mitstreiter seien ohne Vorankündigung in das Lokal gekommen, sagte eine Sprecherin.

Die Fragida-Gegner haben unterdessen damit begonnen, eine Kundgebung gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft zu planen. „Wir arbeiten unabhängig von Fragida auf eine große Veranstaltung hin“, sagte das Linkspartei-Mitglied Annette Ludwig, die über Facebook zu Protest gegen Fragida aufgerufen hatte. Nach der Erkenntnis vom Montag, dass hinter Fragida nur eine Handvoll Leute stehe, werde man sich nicht mehr nach diesen Leuten richten, so Ludwig.

Weitere Proteste angekündigt

Hans-Christoph Stoodt von der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt sagte, der Montagabend zeige, wie schwach sowohl Fragida als auch die NPD aktuell in Frankfurt aufgestellt seien. Der offensichtliche Plan einer vertieften Zusammenarbeit sei am Montagabend gescheitert.

Unter Antifaschisten in der Stadt sei es Konsens, dass der Pegida-Bewegung, genau wie Neonazis, klar entgegengetreten werden müsse. „Es ist unser Ziel, mit möglichst großer Breite und auch mit Entschlossenheit zu verhindern, dass Pegida in Frankfurt Teil der politischen Öffentlichkeit werden kann“, sagte Stoodt.

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Die Frankfurter Freien Wähler beklagten am Dienstag in einer Mitteilung, dass „die Grundrechte von Demokraten mit von der ‚politischen Korrektheit‘ abweichenden Meinungen“ in Frankfurt nur noch unter Polizeischutz ausgeübt werden könnten. Auch wenn man Brills Fragida-Gruppe eher kritisch sehe, bedeute diese Entwicklung „eine schwere Belastung der politischen Kultur“, so die Partei. Es stelle sich die Frage, „wie viel Demokratie in Frankfurt noch möglich ist“.

Die Stadtteilgruppe der Grünen im Frankfurter Westen sprach sich derweil klar gegen die Pegida-Bewegung aus. Es sei unerträglich, wenn „plumpe islam- oder ausländerfeindliche Parolen“ verbreitet würden.(mit dpa)

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