Natürlich gibt es auch das im nun beinahe wirklich ganz fertig gestellten Stadion des FSV Frankfurt: Gefängniszellen. In modernen Stadien sind sie längst Usus, es müssen schließlich immer mal wieder Übeltäter während eines Spiels weggesperrt werden. Natürlich sind davon nicht wegen Fouls vom Platz gestellte Spieler betroffen. Wohl aber gewalttätige Zuschauer.
Mit besonderer Berücksichtigung von Frankfurter Verhältnissen ist die Debatte über Gewalt in deutschen Fußball-Stadien in dieser Woche wieder einmal hochgekocht. Auslöser war die Veröffentlichung einer Boulevard-Zeitung, nach der Frankfurt die meisten „Gewalt-Fans“ hat. Tatsächlich steht Eintracht Frankfurt ganz oben in einer sogenannten „Gewalt-Tabelle“, die gewaltbereite (Kategorie B) und gewaltsuchende Stadionbesucher (Kategorie C) nach polizeilichen Erkenntnissen addiert: 630 bei der Eintracht.
Das ist die Spitze im deutschen Profi-Fußball. Was in der Debatte aber vollkommen unterschlagen wird, ist das Schlusslicht der Faustvergleich-Tabelle: Der FSV Frankfurt, letzter von 36 Proficlubs, hat die liebsten Fans.
Nur 40 gewaltbereite Stadionbesucher zählt die „Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze“ der Polizei am Bornheimer Hang. Kein einziger ist gewaltsuchend. Damit steht der FSV noch hinter Dorf-Vereinen wie Hoffenheim (70) oder Paderborn (45). Und böse Zungen behaupten gar, diese 40 seien in Wahrheit nicht einmal dem FSV zuzurechnen, schließlich pilgerten zu Spielen am Bornheimer Hang auch zahlreiche Eintracht-Fans – als Freizeitvergnügen gewissermaßen.
Die freundlichen Fans des FSV Frankfurt scheinen tatsächlich eher dem familiären Fußballerlebnis zugeneigt, auch wenn eine Gruppierung mit Namen „Ultras 385“ (bezugnehmend auf die Bornheimer Postleitzahl 60385) schon gesichtet worden sein soll. Insgesamt ist das natürlich alles sehr beruhigend. Auch weil die Gefängniszellen im Stadion natürlich noch nicht fertig sind.
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