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15. September 2012

Gastbeitrag Waldgesetz Hessen: Mehr Naturschutz im Wald

 Von Gerhhard Eppler
Blick auf den Hausberg bei Butzbach und den Großen Feldberg.  Foto: Sascha Rheker

Gerhard Eppler ist der hessische Landeschef des Naturschutzbundes (Nabu). Und als solcher hat er eine ausgefeilte Meinung zur Kontroverse um das neue Waldgesetz: weniger Biker - ja, aber doch eher regionale Lösungen. Und mehr Naturschutz - unbedingt. Dann ginge auch mehr wirtschaftliche Nutzung.

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Der Wald spielt für den Schutz der biologischen Vielfalt eine herausragende Rolle, besonders in einem waldreichen Bundesland wie Hessen. Dabei sind viele gefährdete Tierarten besonders auf ältere, strukturreiche Wälder als Lebensraum angewiesen. Die Bundesregierung fordert daher in der Nationalen Biodiversitätsstrategie von den Ländern, zehn Prozent des Staatswaldes ganz aus der Nutzung zu nehmen und der Natur zurück zu geben. Wie können wir als eines der reichsten Länder der Erde von Entwicklungsländern erwarten, ihre Regenwälder zu schützen, wenn wir nicht selbst bereit sind, die Artenvielfalt in unseren heimischen Wäldern zu erhalten?

Im Entwurf des neuen hessischen Waldgesetzes ist von der dringend notwendigen ökologischen Wende im Wald leider wenig zu spüren. So findet sich keine Verpflichtung auf die Vielfalts-Ziele der Bundesregierung. Die Forstwirtschaft ist noch immer einseitig auf Holzproduktion ausgerichtet und vernachlässigt die ökologischen und sozialen Wohlfahrtswirkungen des Waldes.

Verzicht auf Pestizide

Dabei gibt es eine Reihe von Kriterien moderner Waldwirtschaft, die problemlos erfüllt werden könnten. Die Zertifizierung des Waldes nach dem hochwertigen FSC-Standard (Forest Stewardship Council) gehört ebenso dazu wie der Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden.

Gerhard Eppler ist Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Hessen (Nabu).
Gerhard Eppler ist Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Hessen (Nabu).
 Foto: Nabu

Auf mindestens 70 Prozent der Waldfläche sollten heimische Bäume wie Buchen, Stieleichen und Bergahorne wachsen und auf jedem Hektar zehn alte Bäume zum Schutz der Artenvielfalt stehen bleiben: Höhlenbäume und Totholz sind „biologisches Gold“. Das neue Waldgesetz böte eine ideale Chance für mehr Naturschutz in den hessischen Wäldern. Mit einer auch wirtschaftlichen Nutzung des Rohstoffes Holz wäre dies ohne weiteres vereinbar.

Auch der enormen Bedeutung des Waldes für Erholung und Naturerleben wird der Gesetzentwurf nicht gerecht. Der Versuch, die zunehmende Erholungsnutzung der Wälder vor allem in Ballungsräumen mit verschärften Einschränkungen des freien Betretungsrechtes in den Griff zu bekommen, wird nicht funktionieren und auch keine Akzeptanz finden. In einer kürzlich veröffentlichten Resolution mehrerer Umwelt-, Verkehrs-, Jugend- und Sportverbände, die gemeinsam mehr als 2,5 Millionen Menschen in Hessen vertreten, wurde deshalb zu Recht gefordert, auf die geplanten Einschränkungen zu verzichten und regionale Konfliktlösungen zu suchen, wo Mountainbiker oder Geocacher zu wenig Rücksicht auf die Natur nehmen.

Gewinnen für Rücksichtnahme

Es muss darum gehen, Wanderer, Radfahrer, Reiter und andere Erholungssuchende für eine Rücksichtnahme auf den Wald zu gewinnen. Wenn die Natursportverbände ihre Mitglieder dazu aufrufen, sich in der Natur schonend zu verhalten und weder abseits der Wege zu fahren, noch illegale Trails anzulegen, kann mehr erreicht werden als mit verschärften Gesetzen, die kaum zu kontrollieren sind.

Die hessische Landesregierung sollte den Mut aufbringen, den Entwurf des Waldgesetzes noch einmal zu überdenken und dabei den ökologischen und sozialen Aspekten einer nachhaltigen Entwicklung unserer Wälder mehr Gewicht beimessen.

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