Hanau muss weichen. Der weiße Pritschenlaster mit der großen Märchenstadt-Plakatwand blockiert die Zufahrt auf den Frankfurter Römerberg. Der Fahrer setzt zurück, in der Kolonne aus Plakatwagen tut sich eine Lücke auf. Dankbar manövriert der Lenker des Bierlasters seinen Wagen durch die Gasse und steuert auf die Kneipen der Ostzeile des Rathausplatzes zu. Landräte und Oberbürgermeister aus acht Kreisen und Kommunen stehen brav Spalier.
Mit großem Bahnhof ist am Freitag eine Plakataktion gestartet, mit der Städte, Kreise und Verbände die Identifikation der Bürger mit der Rhein-Main-Region steigern wollen. „Das ist die erste breit angelegte Image-Kampagne aus der Region für die Region“, sagt Frankfurts Regionaldezernent und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), der die Aktion initiiert hat. Träger sind die Stadt Frankfurt, der Planungsverband, der Verein FrankfurtRheinMain sowie IHK und RMV.
Derartige Zusammenarbeit vor Jahren nicht vorstellbar
„So eine Zusammenarbeit hätten wir uns vor einigen Jahren noch nicht vorstellen können“, sagt der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). „Früher hat es manchmal ganz schön gerumpelt in der Zusammenarbeit“, gesteht auch Berthold Gall (CDU), Landrat im Main-Taunus-Kreis. Dass auch heute längst nicht alle Differenzen überwunden sind – etwa bei Themen wie Flughafenausbau, Kulturfinanzierung und der möglichen institutionellen Verschmelzung von Kommunen und Kreisen der Region – spielt am Freitag vor dem Römer keine Rolle. „Die Aktion zeigt, dass die alten Grabenkämpfe aufgegeben worden sind“, sagt Heiko Kasseckert, Direktor des Planungsverbands. Am Auftakt der Kampagne beteiligen sich die Städte Frankfurt, Offenbach und Hanau sowie die Kreise Offenbach, Main-Taunus, Hochtaunus, Wetterau und Groß-Gerau. Weitere Kommunen und Unternehmen sollen folgen.
„Die Menschen in der Region sind schon weiter als die Politik: In ihrem täglichen Leben sind Stadt- und Kreisgrenzen nebensächlich“, sagt Thomas Will (SPD), Landrat des Kreises Groß-Gerau. Eine zentrale Rolle bei der Förderung der regionalen Zusammenarbeit attestieren die Besucher aus dem Umland insbesondere Uwe Becker. Offenbachs OB Horst Schneider (SPD): „Becker ist kooperativ, entspannend und stets um Augenhöhe bemüht.“

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