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Frankfurt
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03. Mai 2014

Global Marijuana March in Frankfurt: „Für eine vernünftige Suchtpolitik“

 Von 
Zeichen setzen mit Rauchschwaden - bei der Kundgebung auf dem Willy Brandt Platz.  Foto: Monika Müller

Etwa 200 Demonstranten fordern beim Global Marijuana March in Frankfurt die Legalisierung von Cannabis. Auch wenn die Hanffreunde bereits ein Zwischenziel erreicht haben, werden sie nicht aufgeben, bis sie ihr großes Ziel erreicht haben.

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Noch nie hat der Global Marijuana March in Frankfurt unter derart günstigen Bedingungen stattgefunden. Weltweit demonstrieren seit 1999 am ersten Samstag im Mai Menschen für die Legalisierung von Cannabis. Und ein Zwischenziel hat die Hanf-Initiative, die die Demonstration in Frankfurt organisiert, nun erreicht: In der Stadt wird derzeit so offen über die Legalisierung von Cannabis debattiert wie noch nie.

Seit der unter anderem für die Innenstadt zuständige Ortsbeirat 1 Ende Februar den Magistrat dazu aufforderte, einen Modellversuch zum legalen Verkauf von Cannabis zu erarbeiten, nimmt die Sache immer mehr Fahrt auf.

Süßlicher Rauch in der Luft

Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) kündigte an gegen Ende des Jahres eine Fachtagung durchführen zu wollen, um für die nötige Sachkenntnis zu sorgen. Soll heißen: bloß keine voreilige Entscheidung. Denn die in den Reihen der CDU, mithin des Koalitionspartners der Grünen im Magistrat, vorherrschende Meinung ist hinlänglich bekannt. So stimmten die CDU-Vertreter im Ortsbeirat 1 als Einzige gegen den Antrag, der wiederum bezeichnenderweise von den Grünen kam.

Aber die je nach Polizei oder Veranstalterangaben zwischen 150 und 250 Sympathisanten der Hanf-Initiative, die sich am Samstagnachmittag am Willy-Brandt-Platz zum Global Marijuana March  trafen, wollen natürlich mehr als die bloße Debatte: „Wir sind für eine vernünftige Aufklärungs- und Suchtpolitik, statt der bisherigen Kriminalisierungspolitik“, ruft der Piraten-Stadtverordnete, Martin Kliehm, während der Auftaktkundgebung vor dem Schauspielhaus den Demonstranten zu.

Schwere, süßlich riechende Rauchschwaden umwehen ihn. Die in einiger Entfernung postierten und nicht sehr zahlreichen Polizisten schauen dem Treiben gelassen zu. „Solange alles friedlich bleibt, werden wir nicht eingreifen“, erklärt der Einsatzleiter.

In den Worten von dem Liedermacher Selassikai, der die vorwiegend jungen Leute immer wieder zum Mitskandieren auffordert, heißt das: „Get wise, legalize.“ Und in den Augen von der Fraktionsvorsitzenden der Linke im Römer, Dominike Pauli, sind alle Argumente bereits ausgetauscht. „Es kommt jetzt darauf an, dass ihr euch weiter einbringt und Druck macht“, sagt sie an die Demonstranten gerichtet und verweist darauf, dass der „Schildower Kreis“ bereits über 100 namhafte Strafrechtsprofessoren zusammengeführt habe, die eine alternative Drogenpolitik forderten.

Joint auf dem Transporterdach

„Ich wünsche mir nun eine breite öffentliche Kampagne, wie die vom Magazin Stern in den 70er Jahren zur Abtreibung“, sagt Pauli in Anlehnung an die Aktion von 1971, bei der 374 Frauen öffentlich behaupteten, abgetrieben zu haben. „Das gibt es doch längst“, ruft da jemand aus dem Publikum. Es ist Jo Biermanski, der bereits 1999 die Initiative „Ich habe gekifft“ startete und nach eigenen Angaben bis heute 1400 Mitstreiter gewinnen konnte. „Vielleicht wird das ja jetzt ein bisschen bekannter“, hofft er.

Und dann setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung. Ein Lastwagen mit einem Transparent „Bahn frei für den Frankfurter Weg“, fährt vorneweg. Dann kommen die Demonstranten, die Plakate mit Aufschriften wie „Keine Pflanze ist illegal“ hochalten und Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns das Ganja klaut“, skandieren.

Den Abschluss bildet ein Transporter, der einen nachgebildeten Joint auf dem Dach spazieren fährt. Über die Hauptwache geht es zum Gericht, von dort zum Gesundheitsamt und dann wieder zurück zum Willy-Brandt-Platz. Als die Demo dort etwa um sechs Uhr endet, ist die Initiatorin, Ingrid Wunn, zufrieden. Und dennoch wird sie nicht ruhen, bis sie ihr großes Ziel erreicht hat.

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