Drei Wochen Zukunft gibt es seit Montag, 8. November, in der Orangerie im Günthersburgpark. „Man kann lernen, wo man überall Energie her bekommt, und wie man sie nutzt, und wo man sie verbraucht“, erklärt der 13-jährige Harun das Projekt „Energie schlau nutzen!“, an dem die siebte Klasse der Brüder-Grimm-Schule teilnimmt.
An fünf Stationen der Lernwerkstatt, die von der Mainova unterstützt wird, sollen die Schüler Bewusstsein dafür entwicklen, wie sie Energie sparen können. „Das ist kein klassischer Frontalunterricht“, erklärt Sven Birgmeier, Pressesprecher der Mainova. Der eigene Energieverbrauch sei für die Kinder immer sehr abstrakt, deswegen wolle man ihn in den drei Stunden, in denen die Kinder experimentieren dürfen, „veranschaulichen“. Mit Arbeitsaufträgen ausgestattet, verteilen sich die Schüler an die Versuchsaufbauten und sollen selbstständig tüfteln.
Drei Projekte in drei Wochen bieten der Verein Umweltlernen, die Mainova AG und der Kinderschutzbund Frankfurt, seit dem 8. November in der Orangerie im Günthersburgpark an.
Auftakt für die Lernwerkstätten ist das Projekt „Energie schlau nutzen!“, das von der Unesco als Projekt der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde. Es orientiert sich an den Lehrplänen der Klassen sechs bis acht.
Zwei Wochen lang können Schüler in den Werkstätten „Klimagourmet“ und „Was ist (m)ein T-Shirt wert?“ erfahren, wann ein Frühstück klimaneutral ist und was den materiellen wie ideellen Wert eines Kleidungsstücks ausmacht.
Harun hakt auf seinen Zetteln gewissenhaft ab, was er schon alles gemacht hat – genauso gewissenhaft schaltet er zu Hause immer das Licht aus, um Energie zu sparen. „Voll eklig“, findet Brahim die Vaseline, die er beim Test zur Leitfähigkeit von unterschiedlichen Materialien braucht. Mit der Fettcreme werden Erbsen an Holz-, Plastik- und Metalllöffel geklebt und in heißes Wasser gestellt. Dann heißt es trotz des Ekelfaktors auch für Brahim, genau zu beobachten.
Seine Mitschüler gehen an einer anderen Station derweil der Funktionsweise von Solaranlagen auf den Grund. Selina, zwölf Jahre alt, weiß zwar nicht, was diese Sonnenkollektoren eigentlich sind und was das gefärbte heiße Wasser, das in kälterem Wasser nach oben steigt, damit zu tun hat, aber es ist auch „das erste Mal“, dass sie etwas über Energiesparen lernt.
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Max hat an einer anderen Station schon etwas Wichtiges gelernt: Teuer ist nicht immer auch besser. Der Siebtklässler hat getestet, wieviel Watt verschiedene Leuchtmittel verbrauchen und „die Billigste war am Besten“. Auch zuhause benutzt er nur energiesparende Lampen. Da sei es umso besser, wenn die nicht die teuersten sind. Seine Eltern hätten auch einen Gasherd, um Energie zu sparen. Für ihn ist das Thema also nicht neu.
Das ist es auch nicht für den Zwölfjährigen Bambet. „Meine Mama sagt, dass man nicht so lange heiß duschen soll“, erzählt er. „Aber ich mach’s trotzdem; das ist so schön.“ Daran werde auch das Energiesparprojekt nichts ändern.
Genauso wenig wie bei Melisa. „Eine Minute mehr oder weniger“ unter der heißen Dusche mache ihrer Meinung nach nichts aus. Sie sitzt mit ihren Freundinnen an der Station, der die Lebenswelt der Schüler wohl mehr betrifft als die Kraft-Wärme-Kopplung bei der Stromproduktion. Es geht um den Stromverbrauch von Computern. „Ich lasse meinen immer an“, gibt Melisa zu. Ihre Freundin Sandra weiß schon vor dem Test, dass es besser ist, das Gerät in den Ruhezustand zu versetzen. Dann verbraucht er nur ein Viertel des Stroms. Das überzeugt auch Melisa. In der Lernwerkstatt erhalten die Kinder Denkanstöße – aber nicht alle werden wohl die Ergebnisse auch im Alltag umsetzen.

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