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Verkehrsgesellschaft Frankfurt: Grüner Strom für die U-Bahn

350 Frankfurter U-Bahnen fahren seit Anfang des Jahres mit Strom, der im österreichischen Wasserkraftwerkspark Ypps gewonnen wird. Praktisch emissionsfrei, in jedem Fall aber ohne Atom oder Kohle.

Auch wenn Ökostrom grundsätzlich mehr kostet als ein reiner Billigtarif, können Verbraucher dennoch damit sparen. (Bild: ZB-Funkregio Ost)
Auch wenn Ökostrom grundsätzlich mehr kostet als ein reiner Billigtarif, können Verbraucher dennoch damit sparen. (Bild: ZB-Funkregio Ost)

Man spürt es nicht, sagt Werner Röhre, es ruckelt nicht übermäßig und von Stromausfällen ist bislang auch nicht die Rede. Frankfurts 350 U-Bahnen fahren seit Anfang des Jahres mit Strom, der im österreichischen Wasserkraftwerkspark Ypps gewonnen wird. Praktisch emissionsfrei, in jedem Fall aber ohne Atom oder Kohle.

140 Millionen Kilowattstunden Strom nimmt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt dem Kraftwerksbetreiber ab. Was an klimaschädigendem Kohlendioxid eingespart wird, beziffert Mainova-Vorstandsvorsitzender Constantin Alsheimer mit der Menge, die rund 30000 Autos ausstoßen. Das sind 53000 Tonnen CO2. Mainova kauft den Strom ein und liefert die Energie an die VGF. Der Strom aus der großen Steckdose ist mit „Grüner Strom Label Gold“ zertifiziert. Das Label wird unter anderem vom Bund Umwelt und Naturschutz und vom Deutschen Naturschutzring vergeben.

Werbung am Wagen

Für den grünen Strom zahlt die Nahverkehrsgesellschaft laut Alsheimer einen Aufpreis. Für das laufende Jahr sind das laut Mainova-Vorstandschef rund 600000 Euro, 2012 rund 614.000 Euro. Etwas mehr als die Hälfte dieser Einnahmen investiert der Energieversorger wieder in Anlagen, mit denen erneuerbare Energie gewonnen werden kann, also Photovoltaik-Anlagen, Biogas- und Biomasseanlage sowie Windkraftanlagen. Alsheimer lobt die VGF dafür, dass sie grünen Strom nutzt. Seit zehn Jahren bietet die Mainova Ökostrom für Privatkunden an, seit ein paar Jahren auch für Firmenkunden.

„Es wäre schön, wenn mehr Unternehmen dem Vorbild der VGF folgten“, sagt Alsheimer. Je mehr sich die Gesamtnachfrage erhöhe, desto stärkere Anreize gebe es für Investitionen in erneuerbare Energien. Damit auch die Fahrgäste merken, dass sie mit grünem Strom vorangebracht werden, hat die VGF einen U-Bahnwagen vom Typ U5 umlackieren lassen. Seit Mittwoch kann nun jeder sehen, dass die VGF mit grüner Energie fährt.

Autor:  Jürgen Schultheis
Datum:  30 | 3 | 2011
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