Er wisse gar nicht, was er noch sagen solle. Marcel Bourgeon vom Skaterverein „concretSk8“ fehlen die Worte bei seiner Rede zur Eröffnung der neuen Skateranlage „Concrete Jungle“ im Frankfurter Hafenpark am vergangenen Samstag jedoch nicht aus überbordender Dankbarkeit gegenüber den Bauherren. Er brachte vielmehr seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass der Park nicht so geworden sei, wie es sich die Skater gewünscht hatten. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) war das Unverständnis für Bourgeons Haltung deutlich anzusehen. Am Ende seiner Rede warf sie kurz angebunden ein: „Vielleicht sollten Sie sich einfach bedanken.“
Dass der Park letztendlich nicht den Vorstellungen der Sportler entspricht, ist in Anbetracht der langen Bemühungen um ein optimales Ergebnis umso ärgerlicher. Bereits seit 1998 hat die Stadt nach einer Möglichkeit gesucht, der Frankfurter Skater- und BMX-Szene ihren großen Traum einer ordentlichen Anlage zu erfüllen. Der passende Ort hierfür wurde schließlich im Hafenpark im Osten der Stadt gefunden – in direkter Nachbarschaft zum Neubau der Europäischen Zentralbank. Für 1,8 Millionen Euro plante und realisierte das Grünflächenamt die zum Teil handgefertigte Anlage aus Beton.
Am Wochenende eröffnete die neue Skateranlage "Concrete Jungle" im Frankfurter Hafenpark.
Foto: Michael Schick#gallery
Der Verein „concretSk8“ wurde 2001 eigens zu dem Zweck gegründet, die Realisierung des Projekts voranzutreiben. In insgesamt fünf Workshops erarbeiteten die Skater und die Vertreter des Grünflächenamts ein Modell des „Concrete Jungle“. Etliche Vorschläge der Skater-Community, die über die sozialen Netzwerke wie Facebook gesammelt wurden, konnten so in die Planung eingebracht werden.
Am Samstag wurde die Anlage zunächst vorläufig eröffnet, da sie in den vergangenen Tagen trotz einer Absperrung bereits von Skatern und BMX-Fahrern genutzt worden war. Im Sommer folgt dann die offizielle Eröffnung des 5500 Quadratmeter großen Hafenparks, wenn auch die Arbeiten an den restlichen Bereichen und der Uferpromenade beendet sein werden. Heilig bezeichnete die Anlage als „eine der schönsten Europas“.
„Der Hafenpark ist ein spannender, aber wahrlich kein idyllischer Ort“, so Heilig über den Mainuferabschnitt zwischen Deutschherrenbrücke und Honsellbrücke. Durch die vielen Flugzeuge und den Lastwagenverkehr auf Honsell- und Osthafenbrücke könne es ganz schön laut werden. „Aber wenn es eh schon laut ist, dann können wir hier auch Sportangebote verwirklichen, die sonst in Frankfurt keinen Platz finden.“
Idyllisch war es bei der Eröffnung dann auch wirklich nicht: Bourgon warf der Stadt vor, sich bei der Ausschreibung für den falschen Bauunternehmer entschieden zu haben. „Die Anlage hätte viel besser werden können, wenn der Auftrag an eine Firma gegangen wäre, die weiß, auf welche Feinheiten beim Bau einer solchen Anlage geachtet werden muss.“ Er ist zeigte sich zwar sehr dankbar dafür, dass die Anlage endlich fertiggestellt wurde, doch er äußerte auch immer wieder seinen Ärger darüber, dass einige der Elemente im Park so gebaut worden seien, dass man sie auch als Profi kaum nutzen könne.
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