Aktuell: Hanauer Sektenfall | Widerstand gegen Pegida in Frankfurt | Blockupy Frankfurt | Polizeimeldungen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

19. Dezember 2012

Hantavirus: Was die Maus uns hinterlässt

 Von 
Fledermäuse in Hessen tragen Bettwanzen mit sich her.  Foto: dpa

In Hessen ist das Hantavirus auf dem Vormarsch - auch die Fledermaus rückt ins Visier der Forscher. Mäuse können Menschen durch einen Biss oder über Viren in ihrem Kot und Urin infizieren, sagen Frankfurter Forscher.

Drucken per Mail

Der Mensch lebt mitunter gefährlicher, als er denkt. Etwa wenn er den Boden fegt. Dann staubt es, und wenn der Mensch diesen Staub einatmet, hat er sich vielleicht ein Hantavirus geholt. Wo kommt das nun wieder her? Das haben die Mäuse da hinterlassen, wenn wir Frankfurter Forschern glauben dürfen.

Mäuse, besonders Rötelmäuse seien geeignete Virus-Überträger, sagt Sven Klimpel, Forscher der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und des Biodiversität- und Klima-Forschungszentrums BiK-F: „Die Mäuse können Menschen beispielsweise durch einen Biss oder über Viren in ihrem Kot und Urin infizieren.“

Hessische Fledermäuse beherbergen „Unmengen von Bettwanzen“

Dem sind nun erstmals Wissenschaftler flächendeckend in Hessen auf der Spur – denn hier ist das Hantavirus auf dem Vormarsch. Benannt nach dem südkoreanischen Fluss Hantan, an dessen Ufern in den 50er Jahren Tausende US-Soldaten starkes Fieber und Nierenversagen bekamen, macht es sich zurzeit in Deutschland breit. Voriges Jahr infizierten sich bundesweit 2000 Menschen, Tendenz steigend.

Allerdings tritt das Virus hierzulande schwächer auf als seinerzeit in Korea, sagt Zoologie-Professor Klimpel. Vorerst sind „nur“ Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen zu befürchten. Wie es sich entwickelt, will sein Projektteam in den nächsten Jahren untersuchen. Auch die Frage: „Was tragen die Tiere noch in sich, was ist auf Menschen übertragbar?“ Man findet die dollsten Läuse bei Mäusen. Und nicht nur bei Krabbel-Nagern – auch die Fledermaus ist im Fokus der Forscher.

Überraschend entdeckten die Frankfurter Wissenschaftler an der hessischen Fledermaus „Unmengen von Bettwanzen“, kleine Plagegeister, die gern aus exotischen Urlaubsländern mit nach Deutschland einreisen, aber durchaus auch hier heimisch sind. Schläft der Wirt, kommen sie und saugen Blut – daher der Name Bettwanze. Nun saugen sie auch an der Fledermaus, obwohl die gar nicht im Bett schläft.

Großstadtbewohner weniger von Viren bedroht

Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass Bettwanzen viele Krankheitserreger beherbergen können, sagt Klimpel. Ob sie auch Viren bei Fledermäusen abholen und an den Menschen liefern, ist ein weiterer Forschungsgegenstand. Fest stehe: Globalisierung und Klimawandel heizen Infektionskrankheiten an, die durch Tiere übertragen werden. Können wir uns schützen? Eher nicht, sagt Klimpel und warnt vor übergroßer Vorsicht: „Gehen Sie auf jeden Fall trotzdem raus in die Natur.“

Wer etwa der Infektion mit Hantaviren vorbeugen wolle, könne ja vor dem Staubfegen den Boden mit Wasser benetzen. „Oder nicht so heftig fegen“, sagt der Professor mit milder Ironie. Großstadtbewohner seien von Viren im Kot wilder Nagetiere ohnehin weniger bedroht als etwa Forstmitarbeiter. Auch ihrer Sicherheit dient die Studie. Forstämter und Friedrich-Loeffler-Institut forschen mit.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten und Reportagen aus dem Herzen des Rhein-Main-Gebiets - alles über Frankfurt und seine Stadtteile.

FR-Online

Mit unserem neuen Umschalter im Seitenkopf oben rechts können Sie das Geschehen in Frankfurt und Rhein-Main höher gewichten. Probieren Sie's aus!

Umfrage

Die Frankfurter Rundschau und die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände wollen wissen, was die Menschen an der Region mögen, warum sie hier leben und welche Veränderungen sie für die nächste Zeit erwarten.

Twitter
Top Stellenangebote

Anzeige

Südliche Stadtteile
Östliche Stadtteile
Nördliche Stadtteile
Westliche Stadtteile
Bahn-Verkehr

Sehen Sie hier die aktuellen Bahnhofstafeln:

Frankfurt a.M. Hauptbahnhof Abfahrt und Ankunft
Alle anderen Stationen.

Protest gegen EZB-Eröffnung

Blockupy muss sich widersetzen

Von  |
Das andere Gesicht des  Blockupy-Protests.

Blockupy muss sich widersetzen – nicht nur der folgenschweren Krisenpolitik der EU, sondern auch der Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung. Sonst riskiert die Bewegung ihre Existenz. Der Leitartikel. Mehr...

Kommentar Blockupy

Verbrannte Werte

Von  |
Die Rauchschwaden über Frankfurt haben die Werte einer kapitalismuskritischen Bewegung nicht nur vernebelt – sondern erstmal verschluckt.

Bei den Protesten gegen die EZB erlebt Frankfurt beispiellose Gewalt. Doch so berechtigt die Wut gegen die europäische Finanzpolitik auch sein mag – jeder Demonstrant, der sie in Gewalt münden ließ, hat sein politisches Anliegen gezielt verraten. Mehr...

Blockupy EZB

Der Protest muss sein

Der Tag vor den Protesten: Polizisten verstärken die Absperrungen vor der Europäischen Zentralbank (EZB).

Drei Gründe, warum es wichtig ist, das Nein zur Erpressungsspirale aus immer neuen Schulden und immer neuen Einsparungen im Süden Europas vor den Frankfurter EZB-Turm zu tragen.  Mehr...

Premium-Fotostrecke
Frankfurt von oben

Mit dem Hubschrauber unterwegs über der Mainmetropole: Fliegen Sie mit!
Zur Premium-Fotostrecke Frankfurt von oben.

Eintracht: Berichte | Spielplan | Team | FR-Videos

ANZEIGE
- Partner