kalaydo.de Anzeigen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

14. März 2012

Henninger-Gelände: Neues Wohngebiet an der Einflugschneise

 Von Claus-Jürgen Göpfert
Noch wächst Unkraut am Sachsenhäuser Berg – das soll sich bald ändern.  Foto: Michael Schick

Ein neues Wohngebiet soll auf dem früheren Henninger-Gelände entwickelt werden. Doch kann man heute über neues Wohnen in Sachsenhausen sprechen, ohne über den Fluglärm zu reden? Der Projektentwickler nennt Fluglärm aber schlicht „Hysterie“.

Drucken per Mail

Wenn die Sonne niedrig steht am Abend, erscheint die große Brachfläche am Hainer Weg geradezu idyllisch. Überall wuchert Unkraut. Leer und verlassen liegt am anderen Ende des Areals ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert: die denkmalgeschützte Villa Henninger am Wendelsweg, 1875 nach dem Entwurf der Architekten Schaffner und Albert gebaut.

Für dieses bauliche Schmuckstück hat die Milliardärsfamilie Hopp, der das Areal gehört, noch keine Zukunftslösung gefunden, wie Daniel Hopp sagt. Seit fast zehn Jahren versucht der heute 33-Jährige schon, ein Wohngebiet auf dem früheren Gelände der Henninger Brauerei zu entwickeln. Jetzt, mit dem Architekten-Wettbewerb für den Henninger Turm, ist ein erster Schritt getan. Für das gesamte Grundstück, auf dem 800 Wohnungen entstehen sollen, gibt es den Entwurf eines städtischen Bebauungsplans. Doch kann man heute über neues Wohnen in Sachsenhausen sprechen, ohne über Fluglärm zu reden? Nein, das kann man nicht. Und so stellen Journalisten in der Pressekonferenz prompt die Frage, ob denn das künftige Wohngebiet durch die neue Landebahn des Flughafens nicht stark entwertet werde. Alles Unsinn, entgegnet der von Hopp beauftragte Projektentwickler Werner Pfaff.

Seine Sicht des Anti-Lärm-Protests: „Was das Bürgertum am Sachsenhäuser Berg da in den letzten Monaten veranstaltet hat, war mehr Hysterie, als dass es um Fakten ging.“ Der Sachsenhäuser Berg sei noch immer „eine nachgefragte Wohnlage“. Und die künftigen Wohnungen in dem Hochhaus, das den Henninger Turm ersetzen soll, „werden weggehen wie geschnitten Brot“. Schließlich, das ist für Pfaff allemal ein guter Beweis, wohne er selbst „seit 70 Jahren hier“.

Tatsächlich liegt das künftige Wohnquartier nicht direkt unter der Einflugschneise, sondern wird von ihr nur am Rand berührt. Aber natürlich ist „der Lärmschutz jetzt ein Thema“, so Zvonko Turkali, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Architekten und Chef des Preisgerichts beim Wettbewerb für die Zukunft des Henninger Turms.

Mehr dazu

Für das künftige Wohnhochhaus, das anstelle des Turms entstehen soll, gelten „erhöhte Auflagen für den Lärmschutz“. Deshalb wird die Fassade „zweischalig ausgeführt“.

Ansonsten sehen die städtischen Planer aber keinen Anlass, wegen angewachsenen Fluglärms auf das große neue Wohngebiet zu verzichten. Vor allem Wohnblöcke, keine Einfamilienhäuser sollen sich in Zukunft zwischen Hainer Weg und Wendelsweg erstrecken. Grundlage ist der städtebauliche Entwurf, den der Frankfurter Architekt und Planer Jochem Jourdan mit seinem Team schon vor Jahren lieferte.

Das Gelände

Die Henninger Brauerei wurde 1655 gegründet. Nach dem Aufkauf von Konkurrenzfirmen hieß das Unternehmen am Sachsenhäuser Berg vom Jahr 1935 an Henninger Bräu AG.

Nach dem Aus für das Traditionsunternehmen im Jahre 2000 wurden die Anlagen der Brauerei abgerissen. Nur der Henninger Turm selbst, der nicht denkmalgeschützt ist, blieb stehen. Der geplante Abbruch wird nicht einfach, weil das Fundament tief gründet.

Streit mit Binding beendet

„Wir werden den Bebauungsplan jetzt auf den Magistrat zubewegen“, kündigt Dieter von Lüpke an, der Leiter des Stadtplanungsamtes. Möglicherweise noch vor der Sommerpause werde die Stadtregierung dann entscheiden – wenn nicht doch noch eine Diskussion über die Belastung durch Fluglärm entsteht.

Die Besitzerfamilie Hopp will die große Fläche des künftigen Wohngebietes abschnittsweise vermarkten. Eine Mischung verschiedener Wohnmodelle, von Mietwohnungen bis Eigentum, soll dort realisiert werden.

Der lange schwelende Konflikt mit dem Nachbarn Binding Brauerei ist mittlerweile beigelegt worden. Binding fürchtete, dass es zu Klagen künftiger Anwohner kommen könnte, die sich am Lärm des Brauereibetriebes stoßen.

Jetzt soll ein großes Parkdeck, das die Familie Hopp finanzieren muss, als Abschirmung des neu geplanten Wohnviertels gegen die Binding Brauerei dienen. In einem Vertrag zwischen den Nachbarn sei diese Angelegenheit geregelt worden, sagt Daniel Hopp. Vom Fluglärm war da noch gar keine Rede.

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Online-Kataloge
In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

Anzeige
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Unglaubliche Geschichten aus dem Frankfurter Alltag - notiert von Frau Rauscher.

Felix Helbig ist tot

Mit nur 32 Jahren starb unser Freund und Kollege Felix Helbig am 13. Februar 2013. Auf dieser Seite erinnern wir uns an ihn und veröffentlichen nochmal seine schönsten und bedeutendsten Texte.

Spezial

Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.


Spezial: Vorwürfe gegen Polizei Frankfurt
Zur Sache

Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.

Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.

Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.

Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.

Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.

Spezials
Social Media
In Twitter informieren wir als FRlokal über Frankfurt und Rhein-Main. Folgen Sie uns!
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Mountainbike-Touren im Video
Spezial

Frankfurt unter Peter Feldmann - ein Oberbürgermeister sucht seinen eigenen Stil. Das Spezial.


Spezial: Peter Feldmanns Politik
Instrument lernen in Frankfurt
Trompete steht bei kindern hoch im Kurs.

Musik ist etwas Wunderbares - besonders wenn man selbst ein Instrument erlernt. Doch welche Schule in Frankfurt ist für wen die richtige?

Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.