Rund 70 Atomkraftgegner sind am Montag vormittag unter dem Motto „Atom Alarm“ vom Merianplatz zum Wahlkreisbüro der FDP marschiert, um den Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Otto zur Rede zu stellen. Denn „er ist ja an der Schaltstelle“, so Irene van Heemstra, ein „uraltes SPD-Mitglied seit 1965“.
„Wir wollen vor allem, dass er uns hört“, sagt die 19-Jährige Greenpeace Aktivistin Laura Kaschmy. Mit Trommeln, Tröten und Trillerpfeifen wurde lautstark gegen die Atompläne der Regierung demonstriert. Während ein paar Demonstranten Fahnen der Linken und die gelben Anti-Atomfahnen mit der Aufschrift „Atomkraft? Nein Danke“ schwenkten, verteilten andere Broschüren an Passanten und Café-Besucher auf der Berger Straße.
„Ausstieg jetzt“ riefen einige laut, als der Marsch dann vor dem Wahlkreisbüro in der Arnsburger Straße zum Stehen kam. Der Lärm ging weiter, bis Hans-Joachim Otto mit einem jungen Wahlkreisabgeordneten herauskam, um den Demonstrierenden in einer regen Diskussion Rede und Antwort zu stehen.
„Klimafreundlichste Energie“
Während Otto immer wieder auf die Atomkraft als Übergangslösung verwies, forderten die Protestler von Attac, Linken und dem Netzwerk Campact einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft. „Diese lässt sich nicht von heute auf morgen ersetzen“, widersprach FDP-Politiker Otto. „Auch wir setzen uns für erneuerbare Energien ein, halten den Energiemix aus Atomstrom, Kohlekraft und erneuerbaren Energien aber für die beste Übergangslösung. Eine sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke hätte aber den Neubau von klimaschädlichen Kohlekraftwerken zur Folge.“
Er nannte Atomkraft die „klimafreundlichste Energiequelle“. Ein Hauptargument der Atomgegner war die Frage nach einem Endlager für den atomaren Abfall. „Wer finanziert das? Wie sollen wir das vor unseren Kindern verantworten? Es stehen doch vor allem Interessen der Wirtschaft dahinter!“, so die Vorwürfe. „Es geht nicht um einen Meinungskampf, sondern um einen Interessenkampf“, so Organisator Heiner Hügel. Zum Abschluss übergab Hügel im Namen von 150.000 Unterzeichnern dem Bundestagsabgeordneten eine symbolische Petition zum Atomausstieg.
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