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19. August 2013

Hessen Islamunterricht: Islam auf dem Stundenplan

 Von Johannes Vetter
Neu im Amt: Religionslehrerin Kevser Sahin (Mitte).  Foto: Sascha Rheker

Für rund 780 000 Kinder und Jugendliche gehen heute die Sommerferien zu Ende. An 27 hessischen Grundschulen startet zum neuen Schuljahr erstmals islamischer Religionsunterricht. Das neue Fach fängt klein an.

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Islam-Unterricht

Bei rund 440 Erstklässlern wird in diesem Schuljahr an 27 hessischen Grundschulen erstmals islamischer Religionsunterricht auf dem Stundenplan stehen.

19 islamische Religionslehrer werden die Kinder auf Deutsch unterrichten.

Deutschlandweit einzigartig ist die hessische Konzeption des islamischen Religionsunterrichts auf der Grundlage des Grundgesetzes. jov

Für viele Schüler Hessens mag der erste Schultag nach den langen Sommerferien nur der wenig herbeigesehnte Beginn des Schulalltags sein. Für die Landesschulpolitik jedoch, ist er historisch: Mit dem Schuljahr 2013/14 wird zum allerersten Mal das Fach islamischer Religionsunterricht auf dem Stundenplan stehen – zumindest bei etwa 440 Erstklässlern. Denn vorerst bieten lediglich 27 Grundschulen im Land das Lehrfach an – als bekenntnisorientierten, ordentlichen Religionsunterricht nach Artikel 7 des Grundgesetzes. Deutschlandweit ein Novum.

Vier Jahren lang arbeitete das hessischen Kultusministerium an einer verfassungsrechtlich tragfähigen Lösung, zusammen mit den beiden Religionsgemeinschaften Ditib und Ahmadiyya Muslim Jamaat. Nachdem das Konzept stand, konnte es den Verantwortlichen dann gar nicht schnell genug gehen: Obwohl die 19 Lehrkräfte gerade einmal die Hälfte ihres einjährigen Ausbildungskurses absolviert haben, wurde ihnen am vergangenen Freitag im Ditib-Gemeindehaus an der Münchener Straße feierlich eine „vorläufige Lehrerlaubnis“ erteilt.

„Wir wollten so schnell wie möglich starten“, sagt Aysun Yasar, die für Ditib die Lehrinhalte mit dem Kultusministerium abstimmte. Außerdem würden die neuen Religionslehrer mit den Erstklässlern ohnehin „keine hoch-theologischen Themen“ behandeln, so die Islamwissenschaftlerin. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem die islamischen Feste und die persönliche Beziehung zu Gott; medial und spielerisch soll der Lehrstoff aufbereitet werden.

Lehrerin mit Kopftuch

Didaktische Erfahrung haben die neuen islamischen Religionslehrer bereits. Alle sind im Schuldienst tätig, zum Teil schon seit vielen Jahren. Latifa El Bachiri unterrichtet seit 2006 Chemie und Deutsch an der Ernst-Reuter-Schule in der Nordweststadt. Als gläubige Muslimin habe sie sich gefreut, als ihr vor einigen Monaten der Ausbildungskurs zur islamischen Religionslehrerin angeboten wurde. Seit vergangenem März wird die Frankfurterin fünf Stunden in der Woche auf den Religionsunterricht vorbereitet. Auch wenn sie wie alle anderen erst Anfang 2014 ihre endgültiges Lehrzertifikat erhalten wird, gehe sie mit einem „sicheren Gefühl“ in den Unterricht, so die 27-Jährige. In der kommenden Woche wird sie an der Karl-Treutel-Schule in Kelsterbach ihre ersten beiden Religionsstunden geben – auf Deutsch. Das war Bedingung für die Konzeption als ordentliches Lehrfach.

Wie die Kinder das Fach im Schulalltag nennen werden? „Reli wohl nicht“, glaubt El Bachiri. Die Konnotation mit dem christlichen Religionsunterricht seien zu stark, meint sie. „Vielleicht IRU“ für Islamischen Religionsunterricht. „Oder schlicht Islam“. Die Praxis wird es zeigen. „Wir fangen klein an“, sagt Andreas Lenz, Referatsleiter für Lehrerbildung im Kultusministerium, „aber es wird sich entwickeln.“ Im nächsten Schuljahr werden weitere Grundschulen hinzukommen. Zudem wird das Lehrfach mit den Schülern wachsen. Heißt: Im kommenden Jahr wird in zweiten Klassen unterrichtet, 2015 in den dritten und so weiter. „Es wird ein ganz normaler Unterricht werden“, sagt Lenz.

Zur neuen Normalität an hessischen Schulen wird dann auch die Lehrerin mit Kopftuch gehören: Wie im christlichen Religionsunterricht sind religiöse Symbole im islamischen Unterricht erlaubt.

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