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IAA: Elektromobilität und PS-Exoten

Die Presse hatte bereits Zutritt zu den heiligen Hallen der IAA, die dieses Mal ganz im Zeichen von umweltfreundlicher Elektromobilität steht. Doch auch das Träumen bleibt erlaubt. Vom 15. bis 25. September präsentieren rund 1.000 Aussteller in teils futuristischen Messeständen auch ihre sündhaften Edelkarossen.

Wie Phoenix aus der Asche: ein Bugatti Grand Sport L´Or Blanc, eine von 89 Weltpremieren auf der IAA.
Wie Phoenix aus der Asche: ein Bugatti Grand Sport L´Or Blanc, eine von 89 Weltpremieren auf der IAA.
Foto: dapd

Am Anfang war das Pferd. Dann kam die Kutsche. 1876 wurde der Ottomotor patentiert – damit begann die Geschichte des Automobils. Autofahren, das war zunächst ein recht exklusives Vergnügen für gut betuchte Herrenfahrer. Erst in der jüngeren Vergangenheit, mit dem Volkswagen, der fährt und fährt, wurde das Auto zum Massenphänomen und wuchs den Deutschen auch gleich ans Herz. Das Auto, hieß es immer wieder, ist der Deutschen liebstes Kind.

Größer, schneller, stärker – das war einmal. Seitdem der Klimawandel ins Bewusstsein gerückt ist, interessiert der CO2-Ausstoß viele potenzielle Käufer mehr als die Höchstgeschwindigkeit. Nicht nur das Umweltbewusstsein, auch die enorm gestiegenen Benzinpreise haben den Blick dafür geschärft, wie viele Liter Sprit ein Auto frisst.

Die Elektromobilität wird endlich ernst genommen. Spätestens in zwei Jahren wollen alle großen Hersteller ein alltagstaugliches Modell auf den Markt bringen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA), der auch diese mittlerweile „64. IAA Pkw“ ausrichtet, hat das Erdgeschoss der Halle 4 kurz entschlossen zur „Halle der Elektromobilität“ erklärt. Darin soll der Verbraucher erfahren, wie Elektroautos funktionieren, welche Möglichkeiten in ihnen stecken und wo es noch Entwicklungsbedarf gibt – wie etwa bei der Reichweite. Es werden auch Probefahrten mit Fahrzeugen angeboten, die mit der neuen Technologie ausgerüstet sind.

Mobilitätsdienstleister statt Produzent

Der VDA hat begriffen, dass Auto und Individualverkehr sich verändern müssen, wenn sie eine Zukunft haben sollen. So begreifen sich viele Automobilhersteller nicht nur als Produzenten, sondern immer mehr auch als Mobilitätsdienstleister. Vernetztes Denken ist erforderlich, um Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die umweltverträglich sind und auch den demografischen Wandel berücksichtigen.

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Die 64. IAA, wie die Internationale Automobil-Ausstellung kurz genannt wird, beginnt am Donnerstag 15. September, allerdings zunächst nur für die Fachbesucher. Ab Samstag und Sonntag, 17. und 18. September, ist die IAA auf dem Frankfurter Messegelände dann für das allgemeine Publikum täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Auf 235.000 Quadratmetern präsentieren in den Messehallen mehr als 1000 Autoproduzenten und Zulieferer ihre Produkte und Ideen, wobei Audi sogar seine eigene Messehalle mitgebracht und auf der Agora aufgebaut hat. Bei den Autos wird es 89 Weltpremieren geben – darunter 45 von deutschen Herstellern.

Der Eintritt kostet am Wochenende 15 Euro, an Werktagen 13 Euro. Ein Feierabend-Ticket (ab 15 Uhr) ist für acht Euro zu haben. Der Verband der Automobilindustrie erwartet 800.000 Besucher.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.iaa.de

Aber träumen, auch jenseits jeder Realität, bleibt erlaubt. Und so werden Besucher, die den Luxus lieben aber nicht bezahlen können, auch auf dieser IAA auf ihre Kosten kommen. Der Ferrari-Stand und andere teure Exoten gehören traditionsgemäß zu den ganz großen Magneten. Porsche stellt mit dem neuen 911 Carrera eine der 89 Weltpremieren vor. Viele Vorschusslorbeeren konnte der Ford Evos einheimsen, ein Coupé, das entfernt an den Ford Capri erinnert, aber mit seinem sportlich-geduckten Erscheinungsbild und den schicken Flügeltüren ganz neue optische Akzente setzt. VW fährt mit dem „Up“, dem neuen Kleinwagen, vor und hat eine Studie im Rucksack, die den Kabinenroller wieder aufleben lässt.

Ladiescorner und Hallen im Raumschiff-Look

Mercedes wird aus der Festhalle wieder ein großes futuristisches Autohaus machen. Audi investierte mehrere Millionen, um vor der Halle 3 auf der sogenannten Agora eine eigene Halle im Raumschiff-Look zu bauen. Früher stand hier mal ein BMW-Zelt, nun sind die Bayern in Halle 11.

Beim Rahmenprogramm hat der VDA auf Bewährtes zurückgegriffen. Außer Probefahrten, die vor zwei Jahren von mehreren tausend Besuchern wahrgenommen wurden, gibt es eine Off-Road-Strecke und eine Kartbahn. In der Halle 4 wurde eine Ladiescorner eingerichtet, wo Frauen sich in einer entspannten Atmosphäre mit der mobilen Welt auseinandersetzen können. Direkt gegenüber läuft das Kinder-Kino: Dort werden täglich um 12, 14 und 16 Uhr Filme gezeigt, der Eintritt ist frei.

Autor:  Friederike Tinnappel
Datum:  13 | 9 | 2011
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