Das umstrittene Treffen von Verbindungsstudenten in der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) ist abgesagt worden. „Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion“ habe man gemeinsam mit dem Veranstalter beschlossen, dass der Rhein-Main-Kommers am 6. November doch nicht in den Räumen der Kammer stattfinden werde, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Grässle am Donnerstag der Frankfurter Rundschau.
Auch der „10. Deutsche Akademikertag“, den der Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) – eine bundesweite Dachorganisation von Korporationsverbänden – schon seit Monaten für den selben Tag im IHK-Festsaal ankündigt, muss anderswo über die Bühne gehen: „Dafür gab es keine Reservierung und keine Buchung“, erklärte Grässle und widersprach damit früheren Angaben der Kammer.
Die FR hatte berichtet, dass an beiden Veranstaltungen auch rechtsextreme Burschenschaften hätten teilnehmen dürfen. Bei der Entscheidung zur Absage sei dieses inhaltliche Argument aber „völlig nebensächlich“ gewesen, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Für eine sachliche Diskussion über Burschenschaften und darüber, wem eine Kammer die Türen öffnen dürfe, sei die Auseinandersetzung bereits zu „emotionalisiert“. Zudem sei zu befürchten, dass die Veranstaltungen jetzt nicht mehr ruhig und reibungslos ablaufen könnten.
Der IHK-kritische „Bundesverband für freie Kammern“ (bffk), der zu Protest gegen die Korporiertentreffen aufgerufen hatte, begrüßte den schnellen Rückzieher. „Das zeigt, dass die Kammern die soziale Kontrolle von außen brauchen“, sagte Geschäftsführer Kai Boeddinghaus. Unterdessen wurde bekannt, dass die Stadt Frankfurt für die Teilnehmer des „10. Deutschen Akademikertags“ einen Empfang im Römer organisiert. Bedenken wegen der möglichen Anwesenheit von rechtsextremen Burschenschaftern habe man nicht, sagte ein Stadtsprecher. (jft)

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