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11. Februar 2015

Integration: Mit Burka im Unterricht

 Von 
Die Burka - eine umstrittene Bekleidung.  Foto: peter-juelich.com

Eine Dozentin der Frankfurter Volkshochschule sieht sich im Unterricht mit einer Burka-Trägerin konfrontiert. Um zu klären, ob sie dies akzeptieren muss, ruft sie den Integrationsausschuss an. Der lehnt ein Burka-Verbot ab.

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Eine Burka-Trägerin zu unterrichten, das kann sich Ingrid Freimuth nicht vorstellen. Sie ist Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache an der Volkshochschule (VHS), und kürzlich sei eine voll verschleierte Frau in einem der Kurse erschienen. „Unterricht ist aber Beziehungsarbeit“, sagt Freimuth. Da müsse man ins Gesicht der Person sehen können. „Bei einer Burka weiß ich nicht mal, ob eine Mann oder eine Frau unter dem Sack steckt.“

Freimuth schlägt daher im jüngsten Integrationssausschuss mit dem Anliegen auf, die Sache generell zu klären: Darf eine Kursteilnehmerin eine Burka tragen? Von der zuständigen Dezernentin Sarah Sorge (Grüne) gibt es ein klares Ja. „Wir sind froh darüber, dass diese Frauen den Weg in die Kurse finden“, sagt sie. Keine Frage, die Burka sei ein Symbol der Unterdrückung. „Aber wir dürfen die Frauen nicht ausschließen, nur so können wir sie erreichen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Frau in Ganzkörperverhüllung am Unterricht in der Volkshochschule teilnimmt. In der VHS gibt es auch durchaus Diskussionen darüber, ob es sinnvoll ist, das Tragen einer Burka im Kurs zu erlauben. „Es gibt da Verunsicherungen und ein Gefühl der Bedrohung unter den Mitarbeitern – so wie überall in der Gesellschaft, wenn es um Burkas geht“, sagt Sorge. „Aber die VHS ist ein pädagogisches Institut, das mit der Problematik auch pädagogisch umgeht und daher das Gespräch mit den Frauen sucht.“ So habe es schon Fälle gegeben, in denen Frauen die Burka dann im Unterricht abgelegt hätten.

Problem in der Kita

Auch andere pädagogische Einrichtungen haben sich mit dem Umgang mit Burka-Trägerinnen beschäftigt. Kindergärten etwa. Holt eine voll verschleierte Frau ein Kind in der Kita ab, können Erzieher nicht erkennen, ob wirklich die Mutter unter der Burka steckt. „Es ist klar, dass nur Leute Kinder abholen dürfen, die die Erzieher identifizieren können“, sagt Sorges Referentin Elke Voitl. Deshalb müsse eine Burka-Trägerin in einem separaten Raum vor einer Kita-Mitarbeiterin den Schleier lüften und sich zu erkennen geben. „Aber in Frankfurt gibt es einen solchen Fall nur in einer Kita“, sagt Voitl.

Doch die Burka-Frage wird die Stadtpolitik weiterhin beschäftigen. Denn die Koalition ist sich über ein Verbot uneins: Die CDU will es prüfen lassen, die Grünen sind dagegen. Monatelang wurden daher alle Anträge zum Burka-Verbot im Integrationsausschuss geschoben. Nicht so am Montag. Die Koalitionsparteien stimmten geschlossen gegen jeden Antrag, ungeachtet dessen, ob es der Partei-Position entsprach oder nicht. Auf diese Taktik habe man sich geeinigt, man fühle sich nicht zuständig, hieß es hinterher. So ist es nun ein Thema fürs Stadtparlament.

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