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12. Oktober 2010

Interview zur Integration: „Ins Gespräch kommen und zurückfragen“

Im Bahnhofsviertel ist das Miteinander von Christen und Muslimen längst Alltag.  Foto: Andreas Arnold

Der Pädagoge und stellvertretende Direktor des Fritz-Bauer-Instituts Gottfried Kößler spricht im FR-Interview über kluge Reaktionen auf rassistische Äußerungen und einen Antisemitismus der Deutschen.

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Zu Person und Sache

Gottfried Kößler ist Pädagoge und stellvertretender Direktor des Fritz- Bauer-Instituts.

Die Tagung „Neuer Antisemitismus – Globalisierte Projektionen in der Migrationsgesellschaft“ findet von Freitag bis Sonntag, 22. bis 24. Oktober, in der Evangelischen Akademie Arnoldshain statt. Beginn ist am Freitag um 16.15 Uhr.

Veranstalter sind unter anderem das Amt für multikulturelle Angelegenheiten, das Fritz-Bauer-Institut und die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

Das Programm besteht aus Workshops und Vorträgen wie etwa von Beate Küpper (Universität Bielefeld) zu empirischen Befunden zum Antisemitismus in Deutschland und gesellschaftlichen Tendenzen; zu der Frage nach dem Antisemismus in der Migrationsgesellschaft spricht Privatdozent Klaus Holz.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.evangelische-akademie.de und unter der Rufnummer (06084)9598-132.  top/ing

Herr Kößler, Antisemitismus wird in öffentlichen Diskussionen oft mit Zuwanderern aus islamischen Ländern assoziiert. In Frankfurt gab es im Frühjahr einen Konflikt um einen Imam und seine antisemitischen Aussagen in Predigten. Gibt es einen deutlichen Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern?

In der deutschen Gesellschaft gibt es grundsätzlich Antisemitismus, der ist in den unterschiedlichen Milieus unterschiedlich ausgeformt. In migrantischen Milieus mit Verbindung zum arabischen Raum ist er sehr stark vom Nahostkonflikt und Aversionen gegen Israel geprägt. Im christlichen Milieu hingegen vom klassischen europäischem Antisemitismus. Nach aktuellen Studien ist der Antisemitismus eher im klassischen bürgerlichen Milieu stärker vorzufinden. Die Hemmung, sich dazu zu bekennen, ist aber im migrantischen Milieu geringer als bei Deutschen.

Die betroffene Moscheegemeinde hat nach der öffentlichen Kritik an ihrem Imam Konsequenzen gezogen und ihn entlassen. Es gibt sicher weniger prominente Fälle, von denen die Öffentlichkeit auch nichts mitbekommt...

Zu Konflikten kommt es immer wieder mal in Schulen, dann werden wir auch um Rat gefragt. Wir verweisen dann an die Anne-Frank-Jugendbegegnungsstätte, die Konflikt-Mediationen anbietet. Lehrer reagieren oft über anstatt dass sie sagen, okay, dann nutzen wird diesen Konflikt, um uns gründlicher mit dem Nah-Ost-Konflikt zu beschäftigen.

Wie müsste denn – nicht nur bei Pädagogen – die richtige Reaktion auf antisemitische Äußerungen eines Jugendlichen aussehen?

Versuchen, ins Gespräch zu kommen, und zurückfragen, etwa „woher weißt Du das denn?“, „Kannst Du mir das mal genauer erklären?“ Und wenn sich ein Gespräch entwickelt, dann ist man gefragt, mit inhaltlichen Kenntnissen zu argumentieren. Wenn man bei Jugendlichen aus dem muslimischen Kulturkreis dagegenhalten will, sollte man sich im Israel-Palästina-Konflikt auskennen und wissen, wie die Israelische Besatzungspolitik funktioniert. Wir bieten spezielle Fortbildungen zu diesem Thema an. Darum wird es bei der Tagung in der Evangelischen Akademie Arnoldshain auch gehen. Dort stellt die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus zudem ihre Materialien für die Arbeit mit Jugendlichen vor.

An wen richtet sich das zweitägige Seminar, das das Fritz-Bauer-Institut mitveranstaltet?

An alle, die in der Jugendarbeit tätig sind und am Thema Interessierte. Freuen würden wir uns über Teilnehmer aus dem muslimischen Kulturkreis, die auch in der Jugendarbeit aktiv sind.

Interview: Canan Topçu

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