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Frankfurt
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04. Januar 2013

Jahresrückblick Ortsbeirat 4: Schandfleck Ostbahnhof

Ein Sorgenkind des Ortsvorstehers: Der Danziger Platz.  Foto: Michael Schick

Das Ostend wächst, doch es gibt auch wenig vorzeigbare Ecken im Viertel, wie den Ostbahnhof. Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greifenhagen spricht im Interview über Vorzeigeprojekte und die Sturheit von Bahn und Ämtern.

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Das Ostend wächst, doch es gibt auch wenig vorzeigbare Ecken im Viertel, wie den Ostbahnhof. Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greifenhagen spricht im Interview über Vorzeigeprojekte und die Sturheit von Bahn und Ämtern.

Bornheim und Ostend, die beiden Stadtteile des Ortsbezirks 4 könnten nicht unterschiedlicher sein. Der eine ist und bleibt das sprichwörtlich lustige Dorf, der andere wandelt sich zum modernen EZB-Viertel. Für den Ortsvorsteher stets eine Herausforderung, 2012 wie 2013.

Herr Pfaff-Greiffenhagen, gerade erst wurde der erste Teil des neuen Hafenparks, die Skateranlage, eröffnet. Ein Verdienst des Ortsbeirats?

Es war damals ein Antrag der Grünen, die eine Verlängerung des Grüngürtels und eine Verschönerung des Mainufers wollten. Der Anstoß des Ortsbeirats traf auf fruchtbaren Boden. Wir schlugen den Namen Hafenpark vor. Er soll an den einstigen Osthafen erinnern. Es wird ein toller Platz und ein neues Naherholungsgebiet für Frankfurter.

Zur Person

Bodo Pfaff-Greiffenhagen (50) steht seit Juni 2012 dem Ortsbeirat 4 vor. Der frühere CDU-Vize-Chef und geborene Frankfurter übernahm das Amt von Ricarda Köhler (SPD), die im Mai aus parteipolitischen Gründen zurücktrat.

Der Ortsbeirat 4 ist für Bornheim und das Ostend zuständig. Sieben Parteien regieren in dem Stadtteilgremium gemeinsam: Grüne (7 Sitze), CDU (5 Sitze), SPD 4 (Sitze), Linke (1 Sitz), Freie Wähler (1 Sitz), FDP (1 Sitz).

In Bornheim leben 27184 Einwohner auf einer Fläche von 278,1 Hektar, im Ostend 26 955 Einwohner auf einer Fläche von 643,3 Hektar.

Einige Anwohner bemängeln, dass im Ostend in gewisse Projekte sehr viel Geld gesteckt werde, andere Plätze hingegen vernachlässigt werden. Was sagen Sie dazu?

Ich denke nicht, dass etwas vernachlässigt wird. Gerade im Ostend ist allerhand Neues entstanden. Riesenareale wurden umstrukturiert. Vieles, wie der Hafenpark, kommt den Bürgern zugute. Natürlich sind der Danziger Platz und der Ostbahnhof Schandflecken. Doch da können wir wenig machen. Das hängt an dem Bau der Nordmainischen S-Bahn und der Sturheit der Bahn. Schon seit fünfzig Jahren sieht es dort so aus.

Ärgernis Zooeingang

Was hat die Gemüter 2012 hochkochen lassen?

Ein wichtiges Thema war natürlich der Zooeingang in der Rhönstraße, der geschlossen wurde. Viele Leute sind davon betroffen, gerade die, die ihn regelmäßig nutzen. Etwa Senioren, die in den umliegenden Wohnanlagen leben, aber auch mehrere Kindertagesstätten. Die Entscheidung ist rational nicht nachvollziehbar. Es ist wirklich frustrierend, wie da auf stur geschaltet wird.

Was war hingegen das erfreulichste Ergebnis des Jahres?

Die Einigung der Bornheimer Wirte und der Anwohner der Oberen Berger Straße ist ein Vorzeigebeispiel an Bürgerengagement. Die zerstrittenen Parteien setzten sich zusammen und diskutierten. Es wurde zwar einige Zeit und Mühe investiert, doch es hat sich gelohnt. Der runde Tisch soll auch den Stadtteilpreis des Ortsbeirats als Anerkennung für das Engagement erhalten.

Raumnot der Vereine

Was werden Sie in diesem Jahr anpacken?

Die Raumsituation der Bornheimer Vereine wird wieder Thema sein. Manche haben ja eine neue Bleibe gefunden, wie die Bernemer Käwwern, die sind selbst aktiv geworden. Die Lage hat sich etwas entspannt. Aber natürlich müssen die Bornheimer Vereine in ihrem Stadtteil einen Ort finden. Auch der Ostpark mit seinem Müllproblem und dessen Neugestaltung bleibt ein Dauerbrenner. Wir bleiben dran und sind auch in Gesprächen mit dem Grünflächenamt. Ein erster Erfolg war die neue Bezirkssportanlage.

Sie sind etwa ein halbes Jahr Ortsvorsteher. Wie gefällt Ihnen Ihre Arbeit bis jetzt?

Es sind sehr lebendige Stadtteile mit aktiver Bevölkerung, viele Bürger wenden sich an den Ortsbeirat. Ich spüre hier keine Politikverdrossenheit. Man kann oft etwas erreichen, meist auf dem kurzen Dienstweg. Auch die Arbeit innerhalb des Ortsbeirats ist sehr harmonisch. Wir diskutieren sachlich und arbeiten alle gemeinsam konstruktiv an Lösungen. Trotz verschiedener politischer Meinung haben wir gefühlte 90 Prozent der Anträge einstimmig verabschiedet. Ortsvorsteher zu sein, ist nicht so schlimm und zeitaufwendig, wie ich dachte.

Das Interview führte Judith Köneke

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