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Kunst in der Stadt: Jenny Holzer kommt nach Frankfurt

Wie kann man auf etwas aufmerksam gemacht werden, was wirklich wichtig ist? Wie drückt Glaube sich eigentlich aus? Zur Beantwortung dieser Fragen lässt die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die US-Künstlerin kommen.

Jenny Holzer, umstrittene US-amerikanische Künstlerin, wird in Frankfurt vom 4. bis 12. Oktober 2010 eine Projektion der Wand der Nikolaikirche zeigen.
Jenny Holzer, umstrittene US-amerikanische Künstlerin, wird in Frankfurt vom 4. bis 12. Oktober 2010 eine Projektion der Wand der Nikolaikirche zeigen.
Foto: ddp

Es geht um zwei entscheidende Fragen: Wie kann man auf etwas aufmerksam gemacht werden, was wirklich wichtig ist und wie drückt Glaube sich eigentlich aus? Um der Beantwortung dieser Fragen näher zu kommen, holt die Stiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, EKHN, die amerikanische Künstlerin Jenny Holzer nach Frankfurt. Die 60-Jährige präsentiert seit Jahren ihre Ideen im öffentlichen Raum. Dafür projiziert sie Schriftzüge auf Gebäude wie den Louvre oder in Landschaften. Das soll vom 4. bis 12. Oktober auch in Frankfurt geschehen. Die Lichtprojektionen werden Gedichte und Texte verschiedener Berühmtheiten zeigen, von Kierkegaard über Luther bis Goethe. Sie sind jeweils von 20 bis 24 Uhr auf der Alten Nikolaikirche und dem Römer zu sehen.

Dafür gibt es einen wandernden Projektor, der nacheinander auf die Dreikönigskirche, das Literaturhaus, die St. Katharinenkirche und den Portikus gerichtet sein wird. Daneben ist ein umfangreiches Programm in der Alten Nikolaikirche geplant. Täglich soll es hier um 20 Uhr Veranstaltungen geben. Mitglieder des Ensembles des Schauspiel Frankfurts etwa werden Lesungen abhalten, passend zu den von Holzer gezeigten Schriftzügen. Thomas Kreuzer, Kuratoriumsmitglied der EKHN-Stiftung, ist besonders stolz, dass die Verbindung zur Künstlerin hergestellt werden konnte.

„Wir wollten raus aus den Kirchenmauern“, sagt er, „und auch für Frankfurt ist das eine schöne Sache. Es entsteht echte Hochkultur im öffentlichen Raum.“ Holzer wurde nicht zufällig ausgewählt: Sie steht für Hochkultur mit Botschaft. „Wir wollen Kirche mit vielen Feldern verbinden“, sagt Friederike von Bünau, Geschäftsführerin der Stiftung. Der Dialog mit der Kunst sei nun geschafft, im nächsten Jahr werde die Wissenschaft in Angriff genommen. Holzers Kunst soll den Kontakt zwischen Kirche und Welt neu beleuchten und sichtbar machen, was viele nicht mehr hören.

Autor:  Moritz Zimmermann
Datum:  30 | 9 | 2010
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