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18. Januar 2016

Jörg Krebs: Neonazi bestreitet illegalen Waffenbesitz

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Bei einer Neonazi-Demonstration 2007 in Offenbach spuckt Jörg Krebs auf seinen Personalausweis.  Foto: Sascha Rheker/attenzione

Der rechtsextreme Stadtverordnete Jörg Krebs bestreitet, illegalerweise eine scharfe Schusswaffe besessen zu haben. Bei der beschlagnahmten Pistole handele es sich lediglich um eine Schreckschusswaffe. Die Polizei ermittelt weiterhin.

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Der rechtsextreme Stadtverordnete Jörg Krebs bestreitet, illegalerweise eine scharfe Schusswaffe besessen zu haben. Wie der 40-jährige Neonazi, der erst im vergangenen Jahr aus der NPD ausgetreten ist, am Montag der Frankfurter Rundschau sagte, handele es sich bei der Pistole, die die Polizei bei ihm beschlagnahmt hatte, um eine harmlose Schreckschusswaffe vom Typ Röhm RG 3. Er habe sie von seiner Mutter geerbt und damit zuletzt vor zehn Jahren zu Silvester Signalmunition verschossen. Er besitze nicht einmal mehr Munition für die Waffe, für die man keinen Waffenschein brauche, solange man sie nur zu Hause aufbewahre, sagte Krebs.

Am Sonntag war durch einen Beitrag des HR-Fernsehmagazins „Defacto“ öffentlich bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen unerlaubten Waffenbesitzes gegen Krebs ermittelt. Wie Sprecherin Nadja Niesen der FR sagte, sei die Wohnung des Stadtverordneten im vergangenen Sommer im Rahmen eines anderen Strafverfahrens wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen durchsucht worden. Dabei seien die Beamten auf die Schusswaffe gestoßen.

Um was für eine Pistole es sich handele, werde noch geprüft. Gegenüber der Staatsanwaltschaft habe Krebs sich bisher noch nicht zum Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes geäußert, sagte Niesen. Beide Ermittlungsverfahren gegen ihn seien derzeit noch nicht abgeschlossen.

Konsequenzen gefordert

Krebs bezeichnete es unterdessen als „ungeheuerliche Frechheit“, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt werde, er besitze eine scharfe Schusswaffe. Der Vorgang sei „vollkommen lächerlich“, er habe daher bereits seinen Anwalt eingeschaltet und prüfe rechtliche Schritte. Generell lehne er jegliche Gewalt ab und sei auch gegen eine Liberalisierung des deutschen Waffenrechts, sagte Krebs.

Der SPD-Stadtverordnete Christian Heimpel erneuerte unterdessen seine Forderung, Krebs‘ Ausschluss aus der Stadtverordnetenversammlung rechtlich prüfen zu lassen. „Ich finde das schon krass, dass Waffen bei Stadtverordneten gefunden werden“, sagte Heimpel der FR. Bereits am Sonntag hatte Heimpel über den Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben, die Stadtverordnetenversammlung müsse Krebs‘ Ausschluss prüfen. Besondere Brisanz erhalte der Waffenfund „durch die jüngsten Magistrats-Anfragen von Krebs nach den Standorten von Frankfurter Flüchtlingsunterkünften“, so Heimpel. Der linke Stadtverordnete Martin Kliehm forderte, das Ordnungsamt müsse generell stärker gegen Waffenbesitz bei Neonazis vorgehen. Die Behörde offenbar seine Pflichten.

Der Frankfurter Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) sagte der FR, die Prüfung eines Ausschlusses von Krebs mache derzeit keinen Sinn. „Das Strafverfahren ist nicht abgeschlossen und Krebs ist nicht rechtskräftig verurteilt“, sagte Siegler. „Vor einer rechtskräftigen Verurteilung braucht man alles andere gar nicht erst zu prüfen.“ Die Berichte über die Ermittlungen gegen Krebs würden in seinem Büro allerdings sehr aufmerksam zur Kenntnis genommen, sagte Siegler.

Jörg Krebs war seit 1999 Mitglied der NPD und von 2008 bis 2012 ihr Landesvorsitzender in Hessen. Aktuell sympathisiert er mit der Neonazi-Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ und spricht sich auf Facebook und Twitter regelmäßig gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus. Außerdem postet er Beiträge mit Bezug zum historischen Nationalsozialismus. Zur Kommunalwahl im März will Krebs nicht erneut antreten.

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