In Sontra (Werra-Meißner-Kreis) sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag minus 18 Grad gemessen worden. Eiskalte Luft aus Russland hat das Land fest im Griff. „Am Tage steigen die Temperaturen nicht über den Gefrierpunkt“, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach. Am Samstag kann an manchen Orten Hessens etwas Schnee fallen. „Mit Höchsttemperaturen zwischen meist minus 11 und minus 6 Grad bleibt es aber weiterhin auch tagsüber frostig.“ Am Sonntag wird es laut Prognose überwiegend trocken und sonnig.
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Die klirrende Kälte in Hessen hat den Einsatzkräften teils ungewöhnliche Einsätze beschert. Die Feuerwehr in Wiesbaden musste Eiszapfen am Schornstein eines Heizkraftwerks in 60 Metern Höhe entfernen, weil die Eiszapfen beim Herunterfallen eine Gefahr darstellten, wie die Feuerwehr am Freitag mitteilte. Im mittelhessischen Lollar musste ein einsturzgefährdetes Haus evakuiert werden, nachdem ein Wasserrohr geplatzt war. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg wurde am Freitagmorgen eine Landesstraße gesperrt, weil die Werra aufgrund von Vereisung über die Ufer getreten war.
Sollte am Samstag tatsächlich Schnee fallen, ist die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH gut vorbereitet. „Unsere Salzlager sind gut gefüllt“, sagt Pressereferentin Stefanie Pieper. Die Brückensicherheitskontrollen sind täglich von früh bis spät unterwegs und präparieren die Mainübergänge schon vorab mit Feuchtsalz. Das soll vereisten Fahrbahnen vorbeugen. „Brücken frieren besonders schnell zu, weil der Wind da andauernd darunter durch saust“, so Pieper. Wenn der Wetterdienst Schneefall ankündigen, gibt es beim FES eine Rufbereitschaft, die notfalls auch nachts zum Streuen ausrückt.
„Zwiebeltaktik“ empfohlen
Um Erkältungen zu verhindern, gilt: viel trinken und warm anziehen. Experten raten statt eines dicken Wollpullovers zur „Zwiebeltaktik“ – also dazu, mehrere dünne Kleidungsschichten übereinanderzuziehen. Mütze, Handschuhe und Schal sollten im Freien jetzt zur Grundausrüstung gehören, denn über Arme, Hände und den Kopf kühlt der Körper am schnellsten aus. Aktive Menschen sollten insbesondere bei Kälte Kleidung tragen, die den Schweiß vom Körper wegtransportiert, damit der Körper durch die Nässe nicht friert. Ein weiterer Expertentipp in puncto Gesundheit: den Schal über Mund und Nase ziehen. Das hält die Atemwege feucht und erhöht damit den Schutz vor Infektionen.
Ein Segen in der kalten Zeit ist eine gut funktionierende Heizung. An der brauche gar nicht viel gedreht werden, so Andreas Hahn, Geschäftsführer der Haustechnikfirma Kämpf. Wenn der Kunde einmal eine Temperatur gefunden habe, bei der er sich wohlfühle, solle er den Regler stehenlassen, da die Heizung von selbst abschalte, wenn es zu warm werde.
Hilfe für Wohnsitzlose
„Ständiges Rumgefummel schadet nur“, sagt Hahn. In Wetterübergangszeiten, wenn es weder richtig kalt noch richtig warm draußen sei, gingen Heizungen darum leichter kaputt, weil sie ständig an- und wieder ausgeschaltet würden. „Jede Maschine läuft am besten, wenn sie gleichmäßig arbeiten kann.“ Besitzern von Ölheizungen rät Hahn, vor Beginn der kalten Tage noch einmal den Füllstand im Tank zu überprüfen.
Leider hat nicht jeder das Glück, in eine Wohnung mit Heizung zurückkehren zu können, wenn ihm zu kalt wird. Die Träger der Wohnsitzlosenhilfe in Frankfurt halten für Menschen, die auf der Straße leben, Notübernachtungsplätze bereit. Der Kältebus des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten fährt regelmäßig durch das Stadtgebiet und bietet Menschen ohne Wohnsitz, die er auf seiner Tour antrifft, Decken, warme Getränke und den Transport in eine der Notunterkünfte an.
Solche Notschlafstätten gibt es in der Stadt unter anderem in den Einrichtungen des Frankfurter Vereins im Ostpark, der Rudolfstraße und dem Sozialzentrum Burghof. (mit dpa und dapd)

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