Der für den morgigen Donnerstagabend, 9. September, angekündigte „Trauermarsch“ in Frankfurt zur Unterstützung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin ist abgesagt worden. Der private Veranstalter zog den Antrag bei der Stadt am Mittwochvormittag zurück, wie der Sprecher des Ordnungsamtes, Ralph Rohr, bestätigte.
Die Kommune rechnet nun auch nicht mehr mit Aktionen der Autonomen Antifa. Ursprünglich wollten die Teilnehmer der Pro-Sarrazin-Demo mit verklebten Mündern zur Bundesbank ziehen und so dagegen protestieren, dass der Manager mit seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ mundtot gemacht werde.
In der Frankfurter SPD wird über den Sozialdemokraten Sarrazin vehement diskutiert, wie die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Imren Ergindemir und Eugen Emmerling am Mittwoch berichteten. „Viele Leute sagen, der hat ja eigentlich recht“, so die Erfahrung der türkischstämmigen Sozialdemokratin Ergindemir.
Die SPD in Frankfurt will deshalb so schnell wie möglich in einer Veranstaltung über die Thesen Sarrazins und ihre Hintergründe aufklären. „Die Leute wissen oft nicht, was er wirklich gesagt hat“, so Ergindemir.
Emmerling gab zu: „Es existieren große Bereiche, in denen die Integration nicht funktioniert hat“. Sarrazin habe aber mit seinen Herleitungen aus der Genetik „eine Grenze überschritten“.
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