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17. Mai 2013

Kifög Kinderförderungsgesetz: Stressfaktor Gruppengröße

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Auf dem FR-Podium sitzen Gerhard Merz, Sabine Drexler-Wagner, Friederike Thüsing und Bettina Wiesmann (von links).  Foto: Alex Kraus (5)

"Fluch oder Segen" - bei der FR-Diskussion im Depot übers hessische Kinderförderungsgesetz geht es vor allem um die Qualität der Kinderbetreuung.

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"Fluch oder Segen" - bei der FR-Diskussion im Depot übers hessische Kinderförderungsgesetz geht es vor allem um die Qualität der Kinderbetreuung.

Es war eine Fachdiskussion, die sich am Donnerstagabend im FR-Depot entspann. Und zwar nicht nur auf dem Podium, sondern auch unter reger und von Detailkenntnis getragener Beteiligung des Publikums. Denn es waren vor allem Fachkräfte und anderweitig mit Kinderbetreuung Befasste gekommen, um über das umstrittene Hessische Kinderförderungsgesetz zu reden, das die Kita-Finanzierung neu regelt.

Ein Gesetz, das am Donnerstag trotz aller Proteste mit den Stimmen von CDU und FDP im Landtag verabschiedet wird, „wenn nicht ein Wunder geschieht“. So formulierte es Moderator Pitt von Bebenburg, FR-Landtagskorrespondent. „Kinderförderungsgesetz – Fluch oder Segen“, war der Titel der Veranstaltung, und – so viel sei verraten – diese Frage konnte auch diese Diskussion nicht abschließend klären.

Zwar hat die Landesregierung nach anhaltenden Demonstrationen weitgehende Änderungen am Gesetzentwurf verkündet. Das Vorhaben, künftig bis zu 20 Prozent fachfremdes Personal in einer Kindertagesstätte zuzulassen, dieses aber im Personalschlüssel als Fachkräfte zu berechnen, ist vom Tisch. Auch senkte sie die Gruppengröße für Krippen auf künftig maximal zwölf Kinder. Dennoch sollte dieser Punkt die Diskussion beherrschen.

Das Wort ging zunächst an eine Frau der Praxis: Friederike Thüsing, Leiterin der Kita Mini-Amigos in Wiesbaden. Die erklärte, ihre Einrichtung werde von dem Gesetz profitieren, das die Systematik für die Landesmittel von der Förderung pro Gruppe auf die Förderung pro Kind umstellen soll. Während sie derzeit 97.900 Euro im Jahr erhalte, würden es künftig 110.500 Euro, rechnete Thüsing konkret vor. Für ihre Kita verbessere sich die Situation also.

Dem wollte Sabine Drexler-Wagner vom Bündnis „Kifög – so nicht“ aber nicht folgen. Zwar gebe es mehr Geld, aber die Qualität verschlechtere sich, erklärte sie. Für die Einrichtungen des Trägerzusammenschlusses BVZ, in dessen Geschäftsführung sie sitzt, erwartet sie aber zunächst keine größeren Gruppen, denn die Stadt Frankfurt hat bereits zugesichert, den Standard von maximal zehn Kindern halten zu wollen.

Genau in diesem Punkt sieht Gerhard Merz von der SPD-Landtagsfraktion aber das Problem. „In Kommunen mit strukturellem Haushaltsdefizit wird es einen harten Druck geben, die maximale Gruppengröße auszureizen“, fürchtet er. Das könne nicht im Sinne der frühkindlichen Bildung sein. Da pflichteten ihm viele Stimmen aus dem Publikum bei, die im Lauf des Abends immer wieder betonten, dass die Wissenschaft größere Gruppen für die ganz Kleinen als Stressfaktor und Bindungshindernis ablehne.

Bettina Wiesmann von der CDU-Landtagsfraktion verschloss sich zwar diesem Argument nicht, wies aber immer wieder darauf hin, dass mit der Gruppengröße auch der Fachkräfteschlüssel wachse. Wo heute für zehn Kinder zwei Fachkräfte da seien, sehe das Kifög 2,3 vor; für eine Zwölfergruppe sogar 2,76. „Die Fachkraft-Kind-Relation wächst“, so die Politikerin. „Wo ist die Verschlechterung?“ Die Antwort kam aus dem Publikum: „Große Gruppen sind trotzdem nicht gut.“

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