kalaydo.de Anzeigen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

04. Mai 2012

Kommentar zu Blockupy-Verbot: Vier Tage im Mai

 Von 
Probelauf für Blockupy in Frankfurt: Im April besetzen Aktivisten die Frankfurter Hauptwache Foto: dapd

Blockupy lässt sich nicht einfach verbieten. Die Versammlungsfreiheit ist eines unserer grundlegenden Rechte. Doch auch der Schutz der Menschen und ihres Eigentums ist eine Verpflichtung – nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Anmelder von Blockupy.

Drucken per Mail

Blockupy lässt sich nicht einfach verbieten. Die Versammlungsfreiheit ist eines unserer grundlegenden Rechte. Doch auch der Schutz der Menschen und ihres Eigentums ist eine Verpflichtung – nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Anmelder von Blockupy.

Vier bunte Tage im Mai, ein Protest-Fest, friedlich, voller Freude und Musik − das will die Stadt Frankfurt den Blockupyern verbieten? Natürlich nicht. Frankfurt hat leider eine lange Geschichte gewalttätiger Demonstrationen erlebt, zuletzt am 31. März. Die Randale zeigte erneut, wie schwer eine vergleichsweise kleine Gruppe von Gewalttätern daran zu hindern ist, ohne Ziel und Maß Zerstörungen anzurichten und Menschen schwer zu verletzen.

Und deswegen wird Blockupy der Protest gegen die „Macht der Banken“ nun gleich ganz untersagt? So einfach geht es nun auch wieder nicht − und das werden die Juristen der Stadt auch wissen. Schließlich ist die Versammlungsfreiheit eines unserer grundlegenden demokratischen Rechte. Daher ist die Prognose nicht allzu gewagt, dass das generelle Verbot der Proteste vor Gericht kaum Bestand haben wird.

Damit ist das Problem aber nicht gelöst, denn die Demonstranten müssen sich jenseits der juristischen Entscheidung einigen Fragen stellen. Eine davon lautet, ob eine politische Willenskundgebung auf den Straßen und Plätzen der Stadt wahrhaftig vier Tage andauern sollte, ob es eben auch andersherum mit dem demokratischen Selbstverständnis gerade nicht zu vereinbaren ist, vier Tage das Zentrum Frankfurts quasi zu besetzen. Ganz gleich, wie berechtigt das Anliegen auch sein mag.

Über allen anderen aber steht die Frage, wie sich Gewalttaten verhindern lassen. Der Schutz der Menschen und ihres Eigentums ist allemal eine Verpflichtung – nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Anmelder von Blockupy.

Freilich haben unsere demokratischen Grundrechte einen Wert, der sich jedenfalls nicht gegen zerstörte Scheiben aufrechnen lässt. Deswegen gestatten die Gerichte auch Demonstrationen, bei denen Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können.

Die Demonstranten sind damit nicht von ihrer Verantwortung entbunden, möglichen Gewalttätern Einhalt zu gebieten. Ihnen nicht das Feld zu überlassen und dann zu schauen, ob die Polizei die Lage unter Kontrolle hält. Das sagt sich leicht und ist schwer getan. Denn dies ist die wichtigste Aufgabe an den vier Tagen im Mai: Die Proteste in einem friedlichen Rahmen zu halten, der die gesellschaftliche Akzeptanz der Forderungen so wenig gefährdet, wie Eigentum und vor allem Gesundheit von unbeteiligten Bürgern, Polizisten und Demonstranten.

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Online-Kataloge
In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

Anzeige
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Unglaubliche Geschichten aus dem Frankfurter Alltag - notiert von Frau Rauscher.

Felix Helbig ist tot

Mit nur 32 Jahren starb unser Freund und Kollege Felix Helbig am 13. Februar 2013. Auf dieser Seite erinnern wir uns an ihn und veröffentlichen nochmal seine schönsten und bedeutendsten Texte.

Spezial

Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.


Spezial: Vorwürfe gegen Polizei Frankfurt
Zur Sache

Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.

Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.

Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.

Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.

Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.

Spezials
Social Media
In Twitter informieren wir als FRlokal über Frankfurt und Rhein-Main. Folgen Sie uns!
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Mountainbike-Touren im Video
Spezial

Frankfurt unter Peter Feldmann - ein Oberbürgermeister sucht seinen eigenen Stil. Das Spezial.


Spezial: Peter Feldmanns Politik
Instrument lernen in Frankfurt
Trompete steht bei kindern hoch im Kurs.

Musik ist etwas Wunderbares - besonders wenn man selbst ein Instrument erlernt. Doch welche Schule in Frankfurt ist für wen die richtige?

Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.