Natürlich weiß die schwarz-grüne Stadtregierung, was auf sie zukommt. Die Konflikte um die Nutzung der knappen Freiflächen in Frankfurt werden schärfer. Der Druck auf die Politiker nimmt zu. Viele Menschen suchen dringend eine bezahlbare Wohnung. Gebraucht werden rasch Flächen für neue Wohnhäuser.
Andererseits sind starke Interessengruppen entschlossen, den Status quo zu verteidigen. Das zeigte sich schon, als Frank Junker, der Chef der Wohnungs-Holding, beim städtischen Neujahrsempfang öffentlich vorschlug, brachliegende Äcker zu bebauen. Es gab einen Aufschrei von Naturschützern und Landwirten. Zu Recht: Die weitere Versiegelung von Freiflächen verbietet sich aus ökologischen Gründen.
Wohlweislich scheut Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) davor zurück, dieses heiße Eisen anzufassen. Doch es bricht längst eine andere Front auf: Wohnen kontra produzierendes Gewerbe.
Als CDU und Grüne in den 90er Jahren den Vorstoß des damaligen Planungsdezernenten Martin Wentz (SPD) abschmetterten, den Osthafen zum Wohnquartier umzuwandeln, wurde dieser Konflikt nur vertagt. Jetzt erzwingt der Mangel an bezahlbaren Wohnungen eine neue Debatte.
Schwarz-Grün (und Oberbürgermeister Peter Feldmann, SPD) müssen bald entscheiden. Untergenutzte und brache Gewerbeflächen müssen für das Wohnen umgewidmet werden. Auch in Teilen des Osthafens.
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