Anwohner, Händler und Stadt wagen einen letzten Versuch, den Treff beizubehalten. Diesmal ist um 22 Uhr Schluss. In den kalten Wintermonaten ist ohnehin nicht mit langen Massenaufläufen zu rechnen.
Bewährungsprobe für die Party auf dem Friedberger Platz.
Foto: Rolf Oeser
Bewährungsprobe für die Party auf dem Friedberger Platz.
Foto: Rolf Oeser
Freitag ist wieder Markttag. Auf dem Friedberger Platz findet heute zum ersten Mal seit Mai wieder freitags der Markt mit Kultstatus statt. Krach, Müll und Massenaufläufe hatten zu dessen Verlegung durch Ex-Ordnungsdezernent Volker Stein geführt. Das Thema spaltet einen ganzen Stadtteil. Aus Nachbarn sind Befürworter oder Gegner des Marktes geworden. Konkurrierende Interessen prallen aufeinander. Der Markt am Mittwoch bedeutete Ruhe für die Anwohner, aber Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent für die Marktbeschicker. Nachdem der Markt einige Monate mittwochs stattfand, startet am heutigen Freitag ein Versuchsprojekt.
Der Markt ist zurück, aber anders als zuvor. Um 22 Uhr ist Schluss mit der After-Work-Party. Dafür soll eine gemischte Streife aus Stadtpolizei und Privatleuten, die ab 21.30 Uhr auf die Nachtruhe der Anwohner hinweisen, sorgen. Eine Premiere in Frankfurt. Mit Flyern, Pantomime und Bannern wollen die Marktbefürworter die Leute zum Gehen bewegen. Außerdem gibt es mehr Toiletten und Mülleimer. Auch die Gaststätten in der Bornheimer Landstraße ziehen mit.
Die Freitagsparty ist zurück - Friedberger Platz
Bildergalerie ( 18 Bilder )
Die Freitagsparty ist zurück - Friedberger Platz
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto: Rolf Oeser
Sehen und gesehen werden - und endlich wieder am Freitag Abend: Die Party auf dem Friedberger Platz lockte zur Rückkehr auf den Freitag Abend wieder Hunderte von Menschen an.
Foto:
Rolf Oeser
Fotostrecken Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Friedberger Platz
Bildergalerie ( 28 Bilder )
Mit Kind und Decke kamen die Menschen, besorgten schnell ihren Einkauf und ließen die Arbeitswoche bei einem gepflegten Glas wein hinter sich.
Foto: Michael Schick
Diese Geselligkeit zog viele Besucher an.
Foto: Michael Schick
Die Party auf dem Friedberger Platz fingen stets entspannt an...
Foto: Michael Schick
Musiker sorgten für die nette Atmosphäre.
Foto: Michael Schick
Der Alkoholkonsum nahm zu je länger der Abend wurde.
Foto: Michael Schick
Sobald die Marktbeschicker das Areal verließen, nahm die Sache Fahrt auf.
Foto: Michael Schick
Immer mehr Leute kamen...
Foto: Andreas Arnold
...es wurde voller und voller...
Foto: Andreas Arnold
...und sehr eng auf dem Platz....
Foto: Andreas Arnold
... so dass an den letzten Freitagsfeiern auch die Stadtpolizei im Einsatz war.
Foto: Andreas Arnold
Einige tranken noch den Wein vom Marktstand...
Foto: Andreas Arnold
...andere brachten ihr Bier selber mit.
Foto: Andreas Arnold
Die Partygäste sorgten aber auch für gute Umsätze bei den Händlern vor Ort.
Foto: Michael Schick
Auch die Flaschenhändler machten ihre Geschäfte.
Foto: Michael Schick
Die Probleme und letztlich das vorläufige Ende für den Markt kam, weil der Markt selbst in den Hintergrund rückte...
Foto: Michael Schick
Hunderte Gäste kamen quasi nach Marktschluss und feierten bei gutem Wetter bis tief in die Nacht.
Foto: Michael Schick
Zwar standen da auch Toilettenhäuschen, aber der eine oder andere Tropfen wurde dann doch im Gebüsch und an Häusern abgelassen.
Foto: Michael Schick
Ausgefeiert - die Party am Friedberger Platz.
Foto: Michael Schick
Die Samstage nach den Freitagen auf dem Friedberger Platz waren dann ein Bild für sich. Machen Sie sich einen Eindruck davon auf den folgenden Bildern.
Foto: Michael Schick
Der Markt am Friedberger Platz hatte sich in der Vergangenheit zu einem festen Termin für viele Frankfurter entwickelt, weil er mehr war, als nur ein Markt.
Foto:
Michael Schick
Fotostrecken Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Das Nordend in Bildern
Bildergalerie ( 46 Bilder )
Lange Zeit war die Pary am Friedberger Platz Diskussionsthema Nummer eins im Stadtteil. Bis sie am 27. Mai städtischerseits quasi als beendet verordnet wurde, weil der Wochenmarkt an gleichem Ort auf den Mittwoch wechselte. Doch erst nervte die Anwohner die Party, jetzt das Verschwinden des Freitagsmarkts zur Wochenmitte hin. Auch wenn der Markt im November wieder auf Freitag zurückverlegt wurde, er bleibt weiterhin in der Debatte.
Foto: FR/Rolf Oeser
Was tatsächlich sogar viel auf der Party stört, ist der Müll für den nächsten Morgen. Am Friedberger Platz wird aber nunmal zwangsweise ordentlich vorgeglüht , damit die Nacht so recht abgeht. Eher ein Problem des Umgangs mit Alkohol denn ein Problem des Friedberger Platzes.
Foto: FR/Michael Schick
Ansonsten ist der Friedberger Platz alles mögliche - nur kein Problem.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Aber das Bild, das alle Welt vorm Nordend kennt, sieht in aller Regel so aus:
Foto: FR/Rolf Oeser
Und in Sachen Belebt sieht es eher so aus. Das Schöne daran: Es handelt sich hierbei um eine Aufnahme vom Fest der unteren Berger Straße. Bewohner wie gelegentliche Besucher schwören Stein und Bein, das sei dort Bornheim. Ist aber Quatsch. In 90 Prozent aller Fälle ist etwas, das für Bornheim gehalten wird, tatsächlich Nordend. Der Rest ist Ostend. Bornheim ist ganz woanders.
Foto: FR/Monika Müller
Überhaupt, das Nordend und seine Feste. kann sein, dass die alle irgendwie von autonomen Studentenfeten in Altbauwohnungen herrühren, aber längst ist das Quartier jenes mit der größten Dichte an Festen in Frankfurt - abgesehen vielleicht von der Innenstadt. Im Nordend muss man allerdings alles zusammenzählen: von der bestorganisierten Mega-Party wie auf der Berger bis wohnzimmerähnlichen Fußballgucken von fünf Leuten draußen vor einer Kneipe.
Foto: FR/Michael Schick
Stichwort Fußball: Eine nennenswerte Kickertradition hat das Viertel nicht (dafür schickt man die Kids nach Bornheim). Aber es hat DAS Backstage. DIE Eintracht-Fußballkneipe (meinen viele). Wenn die Eintracht spielt, ist die Stimmung nicht unbedingt immer die beste - eher schon wie auf unserem Bild. Ist halt so bei den Adlern. Aber bei einer WM gibt es in der Stadt kaum ein besseres "Fußballzentrum" als das backstage. Dort wird dann selbst der hartgesottenste Schlabbegigger zum vehement internationalistischen und gut gelaunten Ultra der Nationalelf von Kamerun, oder Trinidad, oder Algerien, oder...
Foto: FR/Petra Welzel
Und für das alltägliche Abhängen, Chillen, Bierchen oder vergleichbares empfiehlt sich neben unzähligen anderen Kneipen beispielsweise das Feinstaub an der Friedberger Landstraße, dort, wo diese Form der Umweltbelastung erfunden wurde. Glauben zumindest die Nordendler. Und die kennen ihre Friedberger.
Foto: picture-alliance/ dpa
Nimmt man den Friedberger Platz als Dreh- und Angelpunkt der schwer belastenden und belasteten Landstraße, findet sich am unteren Ende tatsächlich etwas richtig alte Historie. Immer noch im Nordend. Seinerzeit, Ende des 18. Jahrhunderts, aber gerade vor den Toren der Stadt stellten sich hessische Soldaten gegen die französische Revolutionsarmee - und wurden zusammengeschossen. Das Denkmal mit dem Schild und der Löwenhaut erinnert an diese Fußnote der Napoleonade.
Foto: FR/Rolf Oeser
Zurück zum Hier und Jetzt: Des Nordends Kneipen. Sie erzählen vielleicht am markantesten von der jüngeren Historie des Stadtteils. Oft durch so manche alternative Hände seit den End-70ern gegangen, haben sich viele ein Art linker oder libertärer Wohnzimmer-Atmosphäre bewahrt, die von Stammkunden auch gerne vehement verteidigt wird.
Foto: Sascha Rheker/attenzione
Weit über die Wohnzimmer-Atmo hinaus geht dagegen das "Größenwahn". Der Name sagt es ja... Der einstige Homo-Treff ist lange schon eine der ersten Abendadressen auch für Heteros aus dem Nordend und sonstewo. Dort, wo unter anderem Mitbetreiber Hans-Jürgen Heine das Regiment führt, kommt immerhion jetzt schon die Oberbürgermeisterin vorbei, um gleich Lesungen zu halten. Wenn das nicht Entwicklung ist...
Foto: FR/Rolf Oeser
Kuschelige Kneipen sind das eine, aber so richtig erst zu sich kommt der gemeine Nordendler erst im Freien. Am besten ist es dann, wenn die Kneipe ebenfalls ins Freie transferiert. Eine bessere Argumentation für Straßenfeste gibt es kaum. Außer für das Rotlintstraßenfest. Das ist quasi grünes Inventar. Und gottseidank sehr viel mehr als strickende Frauen auf Parteitagen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Mit seinem ständigen Hin und Her zwischen draußen und drinnen hat der Nordendler im übrigen eine Daseinsform erreicht, die man sonst höchstens am Ufer der Seine in Paris findet. Dort wie hier (in diesem Fall wieder auf dem Friedberger Platz) versinkt man in sich selbst, greift zu Sartre und liest "Geschlossene Gesellschaft".
Foto: FR/Monika Müller
Man merkt also: Die eigentliche Lebenszeit im Nordend ist der Feierabend. und das Wochenende. Wen wundert es dann da, dass der Wochenmarkt am Friedberger Platz zu so einem Erfolg bar jeder Kontrolle wurde?
Foto: FR/Andreas Arnold
Aber das Nordend könnte nicht so urban sein, wenn es nicht massiv viel Grün um sich herum und in sich hätte (damit ist nicht die singuläre Dominanz einer gewissen Partei gemeint). Fokus aller grüner Gedanken ist der Günthersburgpark. Da arbeiten die Uhren ganz ganz anders.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Und so lässt es sich Jung wie Alt im grünen Nordend frei nach Monets "Le Déjeuner sur l'herbe" gerne so oft wie es geht gutgehen.
Foto: FR/Monika Müller
Wenn genug Gruppendynamik und Individualismus geherrscht haben, dann kommt das Nordend auch gerne zum großen Wir-Gefühl. Bei der rechten Wetterlage geht das kaum besser als wenn im Günthersburgpark das größte Martinsfeuer der Stadt vom Abenteuerspielplatz nebenan organisiert wird.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Der Park liefert überhaupt alle lebensnotwendigen Kontraste. Und sein Wasserspiel ist eh der Hit. Wenn's denn mal angeworfen wird.
Foto: Arne Dedert/dpa
Und weil das Nordend auch noch so unheimlich kinderfreundlich ist (aber für Eltern und Sozialarbeiter und Kita-Leute natürlich niiiiie kinderfreundlich genug) und der Günthersburgpark auch immer ein Magnet für die Jugend sein wird, dokumentieren wir an dieser Stelle das hoffentlich weltletzte Foto einer Hüpfburg.
Foto: FR/Rolf Oeser
Für die Älteren (okay, auch für die Jüngeren) gibt's statt Hüpfburgen im Park jeden Sommer "Stoffel", das "Stalburg Offen Luft" - das Freilichtspektakel des Stalburgtheaters. Oft gut und immer unterhaltsam. Manchmal sogar kuschelig.
Foto: FR/Rolf Oeser
Manchmal erscheint das Nordend (hier nochmal der Günthersburgpark) eh wie ein Kinderparadies. Wenn da nur nicht immer Mama und Papa wären, die sind immer so übervorsichtig...
Foto: FR/Rolf Oeser
Es gibt ja auch sooo viel zu entdecken im Nordend. Im Bethmannpark beispielsweise.
Foto: FR/Renate Hoyer
Verwunschenes Grün und Rot und Wasser hat der Bethmann auch...
Foto: FR/Renate Hoyer
Und einen chinesischen Garten auch noch!
Foto: FR/Renate Hoyer
Das Nordend ist aber natürlich nicht nur ein Hort vieler Möglichkeiten, die Seele baumeln zu lassen. Bewegung und Action gibt's auch en masse. Und nicht nur auf der Friedberger Landstraße.
Foto: FR/Chris Hartung
Was man im Nordend - mit Kindern wie auch ohne - alles erleben kann, weiß auch kaum jemand besser als FR-Mitarbeiterin Sandra Busch, Nordend-Bewohnerin durch und durch, immer bereit, jede Lanze für ihr Viertel zu brechen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Das ist der "König des Nordends", Ex-Ortsvorsteher Jörg Harraschain, der sich das Quartier zur bunten, reichen und spannenden Lebensaufgabe gemacht hat.
Foto: FR/Rolf Oeser
Es lässt sich ja aber auch immer was im Viertel entdecken. So wie die ehemalige katholische Kirche St. Michael, von manchen ganz blasphemisch "die Zigarette" genannt. Aber tatsächlich ein beeindruckendes Stück Architektur.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder die einstmals ganz vornehm und großbürgerlich gedachten Grünstreifen in den Alleen und Straßen des Viertels. Nimmt heute kaum noch wer war... auf der ewigen Suche nach Parkplätzen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder wie die Ortsbeiräte vom Nordend, von Bornheim und vom Ostend zusammen Boule spielen.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Oder die Glauburgschule, die aussieht, als hätte sie für Modeleisenbahnhäuschen Pate gestanden, aber wirklich ein imposanter wilhelminischer Bau ist, der aber viel verwunschener wirkt denn protzig.
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Oder plötzlich so anders erleuchtete Landmarken wie der Turm der Lutherkirche, wenn mal wieder Luminale in der Stadt ist.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder wenn plötzlich der Bund Geld gibt, damit im Nordend ausprobiert wird, ob herumtragbare Sitzmöbel im öffentlichen Raum funktionieren.
Foto: FR/Monika Müller
Dann kann es auch mal passieren, dass plötzlich wieder Glauburgplatzfest ist vorm alten Hochbunker, jetzt ein Museum - und dann tritt eine Band namens "Nordend 19" auf. man könnte glauben, da mag wer seinen Wohnort.
Und dann gibt es wieder Sachen, die sind so wunderbar normal. So normal wie ein Trommelworkshop für Jugendliche, den es in jedem Stadtteil geben kann. Aber hier üben Schüler der Integrierten Gesamtschule für die Parade der Kulturen.
Foto: FR/Andreas Arnold
Oder man geht einfach mal zum Bäcker - Huch, das ist aj auch wieder sowas Nordend-typisches: Familienbetrieb Kronberger in der Vogelsbergstraße. Da kauft gefühlt das ganze Nordend Baguette.
Foto: FR/Rolf Oeser
Oder mal schnell ein Buch kaufen? ja, aber dann nicht im Internet, sondern im Nordend, so echt eben. Beispielsweise im "Land in Sicht" an der Rotteckstraße. Sieht aus, wie ein Buchladen auszusehen hat.
Foto: FR/Rolf Oeser
Und dann gibt es wieder so Momente, an denen man weiß, dass es einfach nur gut ist, in einer Stadt zu leben. In der Grün auch dann noch Freude bereitet, wenn es nicht mehr grün ist.
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo es plötzlich aussieht, als hätte ein Guerilla-Künstler sich nachts über die Gehwege hergemacht (auch wenn es dann doch nur ganz offizielle genehmigte "Gehwegnasen" sind, damit die Autos langsamer fahren).
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo plötzlich zwei pfiffige Typen einen Waschsalon neu aufmöbeln und DJs einladen, ab und an mal bei ihnen aufzulegen: After-work-wash mit Chillen.
Foto: FR/Alex Kraus
Oder andere schlaue Menschen ihren Inneneinrichtungsladen wie eine perfekt abgestimmte Nordend-Wohnung aufbauen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Und wo man beim alljährlichen Weiherputz im Holzhausenpark plötzlich das Schwert Excalibur findet. Ja, wirklich, ungelogen, so isses!
Foto: FR/Christoph Boeckheler
Wo das Individuum immer quer zu allem sein wird, was Stadt ausmacht. Und das alles doch irgendwie nicht stört.
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo die Leute plötzlich merken, dass sie ohne bildschöne Gaslaternen vor den Häusern nicht wirklich auskommen wollen. Und das lautstark klarmachen.
Foto: FR/Rolf Oeser
Wo man irgendwann ziemlich zufrieden in die Federn sinken kann udn der Mond freundlich über den Dächern wacht. Im Nordend.
Foto: FR/Rolf Oeser
Die Verteuerung der Mieten im Frankfurter Nordend - ein Paradebeispiel der Gentrifizierungsgegner.
Foto:
FR/Rolf Oeser
Fotostrecken Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Blockupy Frankfurt
Von 21.30 Uhr an gibt es künftig freitags eine Happy Hour, um die Leute nach drinnen zu locken. Das Treiben wird kontrolliert. Scheitert der Versuch, wird der Markt wieder umgelegt. Ohne weitere Chance. Ob das, was am runden Tisch, bestehend aus Anwohnern, Marktbeschickern, Mitgliedern des Ortsbeirates und der städtischen Ämter beschlossen wurde, wirkt, muss sich erst noch zeigen. „Es ist ein Experiment, aber der Markt ist es wert, das zu wagen“, sagte Stadtrat Markus Frank im Oktober bei einer Pressekonferenz zur Zukunft des Marktes.
Mehr dazu
Dabei fing alles ganz harmlos an. Als Treffpunkt der Anwohner, die gemütlich bei einem Wein die Woche ausklingen ließen. Vor allem in den letzten zwei Jahren entwickelte der Markt sich zu einer über Frankfurt hinaus bekannten „Partylocation“. Menschen aus Heidelberg, Marburg und sogar Berlin pilgerten freitags auf den Platz im Nordend, um am Event „Friedberger Markt“ teilzuhaben. Zum Ärger der Anwohner. Die litten unter den Nebenwirkungen und liefen Sturm.
Flaschen reihten sich aneinander wie beim Domino
Bis in die späte Nacht machten die Leute Party auf dem Platz. Auf der kniehohen Mauer, die um die Wiese führt, reihten sich die Flaschen aneinander wie beim Domino, vor den Dixi-Klos lange Schlangen. Mancher wich da lieber auf umliegende Vorgärten aus. Das kann jetzt richtig teuer werden. Wer dabei erwischt wird, wie er sich in einem Vorgarten erleichtert, muss 60 Euro Strafe zahlen. 20 Euro kostet ein Zigarettenstummel, 35 Euro ein Kaugummi.
An manchen Freitagabenden hätte die Stadt gutes Geld machen können. Das ganze Grauen offenbarte sich erst im Dämmerlicht des nächsten Morgens. Der Platz dreckig, üble Gerüche in den Vorgärten, leere Flaschen, Kronkorken und Müll auf der Wiese und den umliegenden Straßen. Da es keine organisierte Veranstaltung ist, gibt es auch keinen Verantwortlichen. Die Marktbetriebe sind nur für die Zeit während des Wochenmarktes zuständig.
Auch in der Vergangenheit gab es Bestrebungen, die Menschen zu sensibilisieren. Marc Henklein und seine Mitstreiter von der Initiative „Retter vom Markt“ berichteten den Leuten, wie es am nächsten Morgen aussieht, verteilten Mülltüten und Döschen für Zigarettenkippen. „Gebracht hat es wenig, aber wir haben Erfahrungen gesammelt“, sagt Henklein, der diese beim runden Tisch einbrachte.
Video zum Thema
In den kalten Wintermonaten ist nicht mit Massenaufläufen auf dem Platz zu rechnen. Das könnte erst im nächsten Frühjahr wieder passieren. „Vielleicht haben die Leute sich bis dahin an die neuen Umstände gewöhnt“, sagt Henklein, der auf Dialog setzt. Viel mehr bleibt auch dem Ordnungsamt nicht übrig, sollten die Leute sich weigern, den Platz zu verlassen, und gegen keine Auflagen verstoßen haben. „Es gibt keine rechtliche Grundlage“, sagt Ralph Rohr, Pressesprecher des Ordnungsamtes. Wie es weitergeht, liegt in der Hand der Marktbesucher. Ob die Vorkehrungen etwas bringen, wird sich erst im nächsten Sommer zeigen. „Es ist ein Neustart, wir müssen abwarten“, sagt Henklein.