Wie sich Fluglärm auf die Gesundheit auswirkt, soll demnächst in Frankfurt und der Region untersucht werden. Die federführende Rolle hat das vom Land Hessen gegründete Gemeinnützige „Umwelt- und Nachbarschaftshaus“ in Kelsterbach übernommen. Die Flughafen-Ausbau-Gegner (FAG) halten das bisherige Konzept für die Untersuchung aber für „unwissenschaftlich und unseriös“. Um ihre Kritik zu begründen, hatten sie am Donnerstag Eberhard Greiser eingeladen. Greiser hatte mit einer bahnbrechenden Untersuchung über die gesundheitlichen Auswirkungen des Fluglärms im Raum Köln-Bonn in diesem Jahr für einiges Aufsehen gesorgt.
Die vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Gießener Uni für das Umwelthaus entwickelte Studie sei „vollkommen unzureichend und vollkommen ungeeignet“, sagte Greiser. Es sollen lediglich 1600 Männer und Frauen befragt werden. Das genüge als Datenbasis nicht. FAG-Fraktionschef Rainer Rahn ergänzte, dass Befragungen oft ein untaugliches Mittel seien, weil Patienten zu wenig über ihre Krankheiten wissen und falsche Antworten geben könnten.
Kosten der Studie unter einer Millionen
Greiser möchte zusammen mit dem Rhein-Main-Institut eine eigene Studie über die Folgen der Lärmbelastung in der Region erarbeiten. Er würde dabei nicht nur den Fluglärm, sondern auch den Straßen- und Schienenlärm berücksichtigen. Nach seinen Angaben kann er die Gesundheitsdaten der in der Region lebenden Menschen über die Krankenkassen erhalten.
In Zusammenarbeit mit Krankenhäusern könnte auch geklärt werden, welche Rolle dabei solche Faktoren wie Geschlecht, Übergewicht oder das Rauchen spielen. Die Studie könnte auch langfristige Veränderungen im Gesundheitsstatus erfassen. Die Kosten würden nach Greisers Einschätzung deutlich unter einer Million Euro liegen.
Mit ersten Ergebnissen könne bereits in 18 Monaten gerechnet werden. Bei der von der Uni Gießen vorgestellten Studie sollen die Ergebnisse erst in fünf Jahren veröffentlicht werden. Dass die Verwertungsrechte dieser Studie ausschließlich beim Auftraggeber liegen sollen, halten Rahn und Greiser für nicht hinnehmbar. Das sei ein Widerspruch zum Grundgesetz, zur Freiheit von Forschung und Lehre.

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