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15. August 2012

KultUp im Historischen Museum: Twittern im Museum

 Von 
Bei der Führung durch das Historische Museum sind die Smartphones im Dauereinsatz. Auf Twitter tauschen sich die Teilnehmer des KultUps über das Gehörte und Gesehene aus.  Foto: Michael Schick

Schon vor der Eröffnung der Dauerausstellung "Frankfurter Sammler und Stifter" im Historischen Museum bekommen Twitter-Nutzer einen ersten Einblick. Höhepunkt der Führung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "KultUp" sind der Annenaltar - und ein Staubsauger.

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Im Historischen Museum wird die neue Dauerausstellung "Frankfurter Sammler und Stifter" eröffnet – wer aber ein Twitter-Konto und ein Smartphone sein Eigen nennt, konnte vorher schon einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen. Das Museum und die Organisatoren der Veranstaltungsreihe "KultUp" luden in die noch nicht vollständig aufgebaute neue Ausstellung.

Unter dem Motto „Tweet up your cultural life“ organisieren PR-Beraterin Ulrike Schmid und Medienwissenschaftlerin Tanja Neumann so genannte Tweetups in kulturellen Einrichtungen in Frankfurt. Einzige Voraussetzung: Die Teilnehmer sollen von der Veranstaltung schon mal twittern, also zwitschern. "Dass wir bisher nur in Museen waren, ist Zufall", erzählt Ulrike Schmid. "Wir wollen uns im Rahmen des KultUps auch andere Kultureinrichtungen in Frankfurt anschauen."

Der Annenaltar ist erstmals vollständig zu sehen

Museumskuratorin Susanne Gesser führt in einer Stunde am Mittag durch die Ausstellung und stellt dabei das Prunkstück der Ausstellung, ein Werk des „Meisters von Frankfurt“ vor: Der „Annenaltar“ ist erstmals seit über 200 Jahren wieder vollständig zu sehen - unter anderem dank einer Leihgabe aus Stuttgart.

Dass eine Führung während eines so genannten Tweetups anders ist als eine normale Museumsführung, war schnell zu sehen: alle Augen blickten auf Smartphones. Auf Twitter wurde das Gehörte unter dem Hashtag #kultup weitergegeben, das Gesehene kommentiert und fleißig Fotos getwittert. Wer selbst keine Zeit hatte, am KultUp teilzunehmen, konnte so trotzdem Teil der Veranstaltung sein, selbst Wissenswertes über Twitter beitragen und Fragen stellen, die von der Kuratorin beantwortet wurden.

Susanne Gesser musste sich selbst erst auf die ungewohnte Handynutzung einstellen. „Ich bin es noch nicht geübt, Menschen zu führen, die ständig auf ihr Handy schauen“, erklärte sie denn auch den Teilnehmern ihrer Führung und legte gelegentliche Pausen ein, so dass die Besucher die erklärten Objekte neben dem Twittern auch noch in Ruhe betrachten konnten. "Ich wurde vorgewarnt und wusste, was mich erwartet", so Gesser. "Es war okay, denn die Besucher haben sich ja über ihr Handy mit der Veranstaltung beschäftigt und nicht nebenbei ihre Mails gelesen."

Aufbauarbeiten und ein Staubsauger

Nicht nur die Handynutzung war ungewöhnlich für diese Führung – schon in der Einladung wurde angekündigt, dass die Ausstellung stellenweise noch eine Baustelle sei. In der 400 Jahre alten Stadtbibliothek, in der neben Büchern auch ein buntes Sammelsurium von Flöten über Mineralien bis hin zu astronomischen Instrumenten gezeigt wird, war auch noch ein neumodischer Staubsauger zu sehen, über den auf Twitter geschmunzelt wurde: „Wie, was, im Gebetsraum der #Staufer wurde ein Staubsauger gefunden? Sensation in der Frankfurter Archäologie?“

Die Miniaturkabinette im Gebetsraum standen erst seit wenigen Stunden, erklärte die Kuratorin und auch der Annenaltar sei noch nicht lange aufgebaut zu sehen. Überall wurde gewerkelt, um die Ausstellung für die feierliche Eröffnung vorzubereiten. Ab dem 18. August dürfen auch Besucher ohne Twitter-Account die Ausstellung besuchen. Und auch einige der twitternden Besucher werden wohl wiederkommen, denn das Feedback am Ende der Veranstaltung fiel ausgesprochen positiv aus - im Museum und auf Twitter.

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