Im Ortsbeirat 11 könnte es am kommenden Montag heiß hergehen. Ganz gleich, was die Vertreter des hessischen Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) auf der nächsten Sitzung des „11ers“ (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) zum Lärmschutz an der künftigen A 661 und der Riederwald-Autobahn A 66 vortragen: Sie werden einen schweren Stand haben. Schon jetzt weist Friedhelm Ardelt-Theeck vom „Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn“ (AUA) auf fehlerhafte Grundlagen der Berechnungen zum Schutz der Anrainer hin. Auf den geplanten Pisten seien mehr Verkehr, vor allem mehr Lkw-Verkehr, und höhere Geschwindigkeiten zu erwarten als in den bisherigen Gutachten von ASV und der Stadt Frankfurt zugrunde gelegt. „Die bisherigen Berechnungen werden so nicht haltbar sein“, sagte Ardelt-Theeck. Das Aktionsbündnis werde in Kürze mit einem aktuellen Gegengutachten aufwarten.
Selbst mit den zugestandenen „Nachrüstungen“ im überarbeiteten Lärmschutzpaket und teilweise bis zu sechs Meter hohen Lärmschutzwänden an der Ostumgehung ist dem Bündnis-Sprecher zufolge die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte nicht voll zu gewährleisten. Vor allem in den höheren Stockwerken sei kein ausreichender Schutz möglich, so dass an der A 661 „eine Zweiklassen-Gesellschaft“ drohe.
Am meisten ärgert den AUA-Sprecher, dass ASV und städtische Behörden so tun, als dürfe auf der künftig voll ausgebauten Ost-Umgehung nur mit Tempo 100 gefahren werden. Dabei ist schon jetzt klar, dass man dort mehr Gas geben darf. „Doch alle Fahrzeuge, die über Tempo 100 unterwegs sind, kommen in den Berechnungen gar nicht vor.“ Für Ardelt-Theeck ist dies ebenso eine „Unverschämtheit“ wie der Umstand, dass zur Berechnung der Emissionen nur sechsspurige Autobahnen zugrunde gelegt wurden. „Dabei sind die achtspurig ausgelegt oder wurde etwa heimlich der Bebauungsplan geändert?“ Beim Verkehrsdezernat war am Donnerstag niemand für eine Auskunft zu erreichen.
Wegen des drohenden Lärms hält die BI „aus guten Gründen“ nach wie an der Forderung nach einer totalen Einhausung der A661 und auch der künftigen A66 durch den Riederwald fest und sieht dafür „weiter gute Chancen“. Dieselbe Forderung zum 175 Millionen Euro teuren Verkehrsprojekt hat der „11er“ bereits wiederholt erhoben, doch bleibt das Gremium hinter den eigenen Beschlüssen zurück. Ein Anfang des Jahres verabschiedeter Antrag, von den Studenten der Fachhochschule per Wettbewerb neutrale, fachkundige Vorschläge für den Lärmschutz erarbeiten zu lassen, blieb ein „Papiertiger“. Bei ihm habe sich deswegen „noch niemand aus dem Ortsbeirat gemeldet“, teilte Michael Peterek auf FR-Anfrage mit. Der Dekan für den Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik hatte die Idee begrüßt und sich für das Projekt offen gezeigt.
Die Sitzung des Ortsbeirates 11 findet am Montag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr im Saal der katholischen Gemeinde Heilig Geist in der Schäfflestraße 19 statt.

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